Geschrieben von am 4.07.2013 in Ethik | 15 Kommentare

Das eigene Eheverständnis im Blick auf das biblische Zeugnis sehen

Ich habe mich über die Kommentare zu meinem letzten Blogbeitrag gefreut, denn diese Rückmeldungen zeigen, diese Diskussion ist notwendig. Ich danke Ihnen, dass Sie sich an der – vom Rat der EKD gewünschten – Diskussion über die Orientierungshilfe beteiligen, und verstehe meine Antwort auch als Diskussionsbeitrag.

Natürlich habe ich auch verfolgt, wie die Orientierungshilfe in den Medien kommentiert wurde, es gibt viele kritische Kommentare. Auf die Kritik des SPIEGEL habe ich mit meinem letzten Blogpost geantwortet. Ich schaffe es nicht, auf die einzelnen Details der Kritik an der Orientierungshilfe zu antworten. Man mag auch diskutieren, ob der Argumentationsduktus angemessen ist, ob die theologischen Argumente mehr Raum gegenüber der soziologischen Betrachtung hätten einnehmen müssen, aber dies sollte nicht hindern, sich mit der theologischen Argumentation auseinanderzusetzen.

Wir haben das biblische Zeugnis, wir haben die Aussagen der Reformatoren zu Ehe und Familie und wir erleben, wie sehr sich in den letzten 50 Jahren die Lebensformen in unserer Gesellschaft entwickelt haben. Dies müssen wir zusammendenken. Die Antworten darauf können auch verschieden ausfallen. Darin sehe ich jedoch keine Schwäche des Protestantismus, sondern eine Stärke. Wir ringen gemeinsam um die rechte Auslegung des Evangeliums.

In meinem Blog und auf Facebook habe ich zwei Grundrichtungen in den Kommentaren wahrgenommen von Menschen, die – so schließe ich aufgrund der Kommentare zurück – unserer Kirche hoch verbunden sind. Die einen bedauern: Die Orientierungshilfe wertet die Ehe ab, die anderen sagen: zum ersten Mal erkennt uns die Kirche als Regenbogenfamilie an. Ich würde mich freuen, wenn wir gemeinsam diskutieren, was das biblische Zeugnis für uns heute bedeutet.

Es geht nicht darum, Menschen und ihre Lebensentwürfe zu bewerten. Wir müssen auch nichts leisten, um vor Gott zu bestehen. Wir wissen darum, dass wir auch scheitern können und Leben nicht immer so gelingt, wie wir es uns wünschen. Im Gelingen und im Scheitern sind wir an Gott gewiesen.

Zum Traugottesdienst heißt es in der Orientierungshilfe (S. 63): „In einem Traugottesdienst feiern wir mit dem Paar, mit Freunden und Familien, dass die beiden sich getraut, sich den gemeinsamen Lebensweg zugetraut und ihr Leben anvertraut haben, und bitten um Gottes Segen für diese Entscheidung und die gemeinsame Zukunft.“ Ebenso (S. 65): „In diesem Augenblick, in dem Gottes Wort hörbar wird und gemeinsam gebetet wird, in dem der Segen in der Handauflegung spürbar wird, kann deutlich werden, dass Gottes Zuwendung und Liebe als Kraftquelle stärker sind als menschliche Erwartungen und menschliches Versagen.“

Im Traugottesdienst versprechen sich zwei Menschen lebenslang die Treue und bitten um Gottes Segen für ihr gemeinsames Leben. In der Orientierungshilfe finde ich daher keine Entwertung der so genannten bürgerlichen Ehe.

Mir ist dabei noch einmal durch die Orientierungshilfe klar geworden, dass über längere Zeiten hin – und z.T. ja bis in die Gegenwart – auch die evangelische Kirche eine Vorstellung der Ehe als Schöpfungsordnung vermittelt hat – dem Menschen von Natur aus eingeprägt, und sie als Sakrament versteht. Übersehen wurde dabei, dass die Bibel in ihren beiden Teilen das Zusammenleben in Ehe und Familie in großer Vielfalt beschreibt, dass außerdem die wenigen alttestamentlichen Texte, die von einer Eheschließung sprechen, diese übereinstimmend als Rechtsakt verstehen. Erst im Buch Tobit (1. Jh. v. Chr.) tauchten Segenshandlungen im Zusammenhang mit der Eheschließung auf.

Jede Zeit hat ihr eigenes Eheverständnis, dies müssen wir im Blick auf das biblische Zeugnis sehen. Dabei dürfen wir auch neue Entdeckungen machen. Wenn wir zu unterschiedlichen Auslegungen kommen, müssen wir diese miteinander diskutieren.

Manchmal hilft ein Blick in die Kirchengeschichte. Martin Luther hat die Ehe „ein weltlich Ding“ genannt, sie andererseits als „göttlich Werk und Gebot“ bezeichnet hat. Dass er von der Ehe als „göttlicher Ordnung“ und „heiligem Stand“ reden kann, ist nicht zuletzt in seiner Polemik gegen die kirchliche Praxis seiner Zeit begründet, die Priester- und Mönchtum als „heiligen Stand“ geschaffen und damit „weltliche Stände“ abgewertet hatte. Pointiert wertet Luther demgegenüber die Ehe und ebenso die Alltagsarbeit und „weltliche“ Berufe als „göttliche Ordnung“ und „heilige Stände“ auf. Die Ehe ist kein Sakrament, sondern eine Gemeinschaft unter dem Segen Gottes.

Wir müssen heute über Ehe und Familie reden, weil sich unsere gesellschaftliche Realität geändert hat. Eine theologische Rangfolge für die verschiedenen Lebensformen zu erstellen, ist für mich aber problematisch und wenig hilfreich.

Luther hat es abgelehnt, bestimmte Lebensformen von vorne herein als heilig oder andere als unheilig zu bezeichnen, sondern in den verschiedenen Lebensformen kann man dem Evangelium gemäß leben.

Geht es nicht darum, dass in den unterschiedlichen Formen, in denen heute Familie gelebt wird, Menschen willens und fähig sind und werden, sich aufeinander verantwortlich einzulassen, verlässliche Beziehungen zu gestalten, glückliche und schwierige Zeiten miteinander zu teilen, an Bindungen auch in Belastungen festzuhalten? Die Ehe ist natürlich für uns als Kirche ein Leitbild, jeder Traugottesdienst macht dies deutlich, denn dann bitten wir um Gottes Segen für ein Paar. Dass Gott ihnen Kraft gebe, damit sie in guten und schlechten Tagen füreinander einstehen.
Leitbild heißt aber auch: Was Ehe ausmacht, auch zu übertragen, wo es geht. Was bedeutet dies, wenn Menschen in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft lebenslang füreinander Verantwortung übernehmen wollen? Andererseits: was heißt dies für den Umgang mit Menschen, deren Ehe oder Partnerschaft scheitert?
Was heißt das für die verschiedenen Lebensformen, die wir heute in unserer Gesellschaft leben – dies müssen wir ausbuchstabieren.


15 Kommentare

  1. Stellungnahme des Lutherischen Konventes im Rheinland zum Familienpapier der EKD Brühl, 1.11.2013
    In unserer Evangelischen Kirche gilt der Grundsatz „Synoden können irren“. Maßstab für alle kirchlichen Verlautbarungen ist Gottes Wort. Dies gilt auch für das Familienpapier, das der Rat der Ev. Kirche in Deutschland im Juni 2013 verabschiedet hat.

    • Das Familienpapier übernimmt unkritisch aus der gesellschaftlichen Diskussion die Werte der „Verlässlichkeit und Dauerhaftigkeit“ als Maßstab für das, was Ehe und Familie ausmachen. Verlässlichkeit und Dauerhaftigkeit sind jedoch lediglich Kennzeichen für Vertragsverhältnisse, die für eine festgelegte Zeit geschlossen werden (Ulrich Eibach). Sie sind keine ausreichende Norm, da auch Vielehe und Inzestverbindungen verlässlich und dauerhaft sein können (Wilfried Härle). Nach christlichem Verständnis sind Ehe und Familie hingegen durch die Einehe von Mann und Frau in gegenseitiger Hingabe und lebenslanger Treue, die Leiblichkeit und die Weitergabe des Lebens als Einrichtung Gottes gekennzeichnet. Diese über „Verlässlichkeit und Dauerhaftigkeit“ weit hinausgehenden Aspekte werden im EKD-Familienpapier ausgeblendet.

    • Das Familienpapier übernimmt unkritisch aus der gesellschaftlichen Diskussion den „erweiterten Familienbegriff“. Dahinter steht die Vorstellung, dass alle Lebensformen, in denen Menschen „verlässlich und dauerhaft“ zusammenleben, Familie seien und man sich frei für eine solche Lebensform entscheiden könne. Die leibliche Beziehung von Eltern und Kindern wird folglich als bloß biologisch abgewertet. Offensichtlich sollen auf diese Weise homosexuelle Partnerschaften legitimiert und dem Adoptionsrecht homosexueller Paare der Weg bereitet werden. In biblischer Sicht ist jedoch die Beziehung von Eltern zu ihren leiblichen Kindern und umgekehrt eine einzigartige, unauflösbare und jedem Menschen vorgegebene Beziehung, die von Gott so eingerichtet wurde. Jeder Mensch hat genau eine leibliche Mutter und genau einen leiblichen Vater, ob er will oder nicht. Daraus erwächst eine bleibende Verantwortung, aus der sich niemand davonstehlen kann. Die Familie im leiblichen Sinn ist ein Schutzraum für Kinder und Senioren. Sie dient der Weitergabe des Lebens und genießt darum den Vorrang vor anderen Lebensformen. Die Kirche hat den Auftrag, dies unserer an Kinderlosigkeit leidenden Gesellschaft zu bezeugen.

    • Dem EKD-Familienpapier liegt ein Menschenbild und Freiheitsverständnis zugrunde, das vom Autonomiebegriff der Aufklärung (Ulrich Eibach) und vom Selbstverwirklichungsgedanken der 1968er-Emanzipationsideologie geprägt ist. Der autonome Mensch ist dort sein eigener Gesetzgeber, er bedarf keiner Rechtfertigung durch Gott und Orientierung an Gottes Geboten (Ulrich Eibach). Dem Menschen ist demnach nichts vorgegeben und alles frei verfügbar. Die Befriedigung der eigenen Bedürfnisse erscheint unhinterfragt als höchster Wert. In dieser Sicht hat eine von Gott vorgegebene Lebensform keinen Platz. Demgegenüber hat Luther in seiner Freiheitsschrift den Zusammenhang von Freiheit und Bindung betont.

    • Im EKD-Familienpapier werden wichtige Stellen verschwiegen (z.B. die Zehn Gebote) oder negativ ausgelegt (z. B. Epheser 5). Dafür werden in unzulässiger Weise biblische Erzählungen, in denen von Polygamie und Ehebruch berichtet wird, normativ gedeutet. Es muss festgehalten werden, dass Jesus die Ehe als unauflöslich bezeichnet hat und im Neuen Testament Ehe und Familie als Entsprechungen zur liebenden Hingabe Christi und zur Familie Gottes gesehen werden.

    • Martin Luther hat die Auffassung vertreten, dass die Ehe „ein weltlich Ding“ sei. Daraus wird im EKD-Familienpapier kurzschlüssig gefolgert, dass nach Meinung Luthers die Ehe keine göttliche Stiftung sei. Das Gegenteil ist jedoch richtig. Für Martin Luther ist die Ehe „ein weltlich Ding“, weil sie kein Sakrament ist. Sie gehört also nicht zur Heilsordnung, sondern zur Schöpfungsordnung. Aber als Teil der Schöpfungsordnung ist sie von Gott gestiftet und befohlen worden. Dies folgt aus der Unterscheidung von Gesetz und Evangelium, die den Autoren des Familienpapiers unbekannt zu sein scheint.

    • Das Familienpapier setzt sich dafür ein, dass die Berufstätigkeit von Müttern und Vätern durch ausreichende Betreuungsmöglichkeiten ermöglicht wird. Jedoch wird nicht gesehen, dass ein Teil der Mütter bzw. Väter sich bewusst für die Erziehung ihrer Kinder entscheidet und darum nicht erwerbstätig sein möchte. Das Familienpapier tritt sogar für die Streichung von sozialen Absicherungen der „Ein-Erwerbs-Ehen“ ein. Damit würde jedoch die Wahlfreiheit verloren gehen. Das Familienpapier ignoriert die zunehmenden ökonomischen Zwänge, die Eltern zur doppelten Berufstätigkeit nötigen.

    Das Familienpapier orientiert sich zu sehr an den derzeitigen gesellschaftlichen Verhältnissen und zu wenig an Gottes Wort. Gerade weil unsere Gesellschaft ein Höchstmaß an Freiheit bietet, benötigen die Menschen eine Orientierung. Unsere Kirche hat den Auftrag, zum Vertrauen auf Gottes Wort einzuladen. Gott hat die Familie so eingerichtet, dass sie auf der Ehe von Mann und Frau aufbaut und ein Schutzraum für die Kinder ist. Dies dient der Weitergabe des Lebens und ist gut für die Menschen.

  2. Entscheidend ist bei all dem die Unterscheidung von Verhalten und Person. Gott liebt kein Verhalten, das seinem Willen widerspricht. Dennoch liebt er die Person. So hat Gott den Lügner lieb, auch wenn er die Lüge missbilligt.
    Gott gibt dem Lügner eine neue Chance, eben weil er nicht wesenhaft Lügner ist, wenn er gelogen hat.
    Nun wird es – heute – brisant, wenn wir diese biblische Unterscheidung auf homosexuelles Verhalten anwenden. Aber es bleibt dabei: Gott hat den Homosexuellen lieb, auch wenn er Homosexualität missbilligt. Gott gibt dem Homosexuellen eine Chance, eben weil er nicht wesenhaft homosexuell ist.
    Der Widerspruch dazu wird sicher umgehend folgen: Mit der Behauptung, dass Homosexualität wesenhaft ist. Hier an diesem Punkt muss das Gespräch fortgesetzt werden. Denn beim Lügner sind es übelwollende Mitmenschen, die behaupten, er sei wesenhaft Lügner, weil er einmal/mehrfach gelogen hat. Gott widerspricht diesen Mitmenschen – Gott sei dank!
    Ein Homosexueller behauptet dies jedoch von sich selbst und verlangt von seinen Mitmenschen, dass sie ihn für wesenhaft homosexuell ansehen. Aber sieht Gott dies hier nicht ebenfalls anders?

  3. Nach längerer Zeit wieder hier.

    Lieber „Peter“,
    (Warum eigentlich nicht, wie alle anderen hier, mit offenem Visier? Hat u.a. auch etwas mit Ehrlichkeit und Fairness zu tun.)

    Also, lieber „Peter“,
    seien Sie nicht albern und bleiben Sie bei der Sache:
    Meine Haupt-Kernaussage, gestützt durch eindeutige Bibelworte, wiederhole ich gerne: „Eine homosexuelle Partnerschaft/Ehe ist nicht gleichzusetzen mit einer Partnerschaft/Ehe zwischen Mann und Frau. Eine homosexuelle Partnerschaft/Ehe ist nach biblischen Worten nicht gottgewollt.“ Nicht mehr und nicht weniger!

    Wenn Sie daraus Dinge intepretieren, verschieden Aspekte vermischen und Unterstellungen (u.a. Inklusion, Behinderte, Patchwork-Familien, Geschiedene mit Wiederheirat-Absichten, etc.) formulieren, die über diese Aussagen hinausgehen, sollten Sie im zweiten Schritt doch überprüfen, ob Sie auf die Aussagen Ihrer Vorschreiber (inkl. meiner) überhaupt bzw. stichhaltig eingehenen. Ich habe den Eindruck es läuft bei Ihnen an der Sache vorbei.

    Außerdem, wenn Sie schon damit auftreten und sich damit schmücken, ein kirchliches Amt zu bekleiden, sollten Sie hier bitte erstrecht die Bibel als Grundlage Ihrer Argumentation verwenden und sie ernst nehmen. Lesen Sie sie (ganz; nicht nur Halbsätze oder Wortfetzen). Darum geht’s hier.

    Zum Mitlesen, Zitat 1.Mose 2,18:
    „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die um ihn sei.“
    (=ganzer Satz, anstatt nur Halbsatz!).

    Und weiter u.a., Zitat 1.Mose 2,24:
    „Darum wird ein Mann[!] seinen Vater[!] und seine Mutter[!] verlassen und seinem Weibe[!] …“

    Und weitere Zitate …: …

    Diese konkrete Schöpfungsordung (=Mann-Frau-Beziehung) ist stets Basis im weiteren Bibelverlauf, inkl. Neuem Testament.

    Auch noch einmal: Auch Luther hat sich stets (nur) auf die Bibelworte gestützt.

    Was meine Kinder oder meine engsten Mitmenschen/Freunde anbelangt, machen Sie sich da keine Sorgen. Wenn es so kommen sollte, dann werde ich es ihnen sicher nicht verbieten oder sie gar bestrafen (so wie Sie es vermuten oder hier zu verstehen geben wollen). Nein, sie werden dann alt genug sein und für sich selbst verantwortlich sein. Ich werde es „weltlich“ tolerieren, so wie ich viele Dinge im Weltlichen toleriere oder tolerieren muss. Sie, „Peter“, übrigens auch. Das Bibelverständnis, wenn es so eindeutig formuliert, verständlich und nachzulesen ist, wird sich allerdings meinerseits auch dann nicht ihnen gegenüber ändern. (Gehen Sie davon aus, dass ich ein höflicher Mensch bin und einen vernünftigen Umgang mit meinen Mitmenschen pflege). Ich werde nach wie vor Dinge nicht als gottgewollt erklären/verstehen (oder neu definieren damit sie mir ins Bild passen), wenn sie eindeutig gegen Gottes Wille (=Bibelwort) sprechen und dies auch verbal vertreten; auch wenn es meine engsten und liebgewonnensten Mitmenschen oder gar mich selbst betrifft.
    Leicht verständliches Beispiel: Eine Lüge ist eine Lüge, ein Betrug ist ein Betrug und ist nicht gottgewollt. Auch wenn jene einem -zigmal täglich begegnet.
    Dass es Dinge im Weltlichen gibt, die nicht bibelkonform sind, erleben wir also tagtäglich -ist doch klar, ist selbst in der Bibel so formuliert. Dass sie (hier: homosexuelle Partnerschaften) nun teilweise als gottgewollt -wider besseren (biblischen) Wissens- erklärt werden, das ist der eigentliche Affront an dieser Stelle. Um das geht es hier. Um nicht mehr und nicht weniger.
    Damit bin ich wieder am Anfang (s.o.) dieser Ausführung.

  4. Na ja, lieber Herr „Peter“ (warum geben Sie eigentlich nicht Ihren Namen bekannt?), meinen Sie wirklich, dass alle Mütter und Väter, die sich für den Beruf „Mutter“ oder „Vater“ entscheiden, von ihren Ehepartnern dazu gezwungen wurden?
    Im übrigen sollten wir doch besser die Dinge beim Namen nennen. Es geht auch um Entscheidungen. Es ist doch ein Unterschied, ob ein Paar sich Kinder wünscht und keine Kinder bekommt, oder ob ein Paar beschließt, ohne Kinder zu bleiben.
    Und bei homosexuellen Paaren, die Kinder haben möchten, ist doch die Frage erlaubt, ob das den Kindern zugute kommt oder nur der Selbstverwirklichung der homosexuellen Paare dient.
    Als Christen sollten wir bei unseren Entscheidungen auf Gottes Wort vertrauen. Gott hat die Familie so eingerichtet, dass sie auf der Ehe von Mann und Frau aufbaut. Sie dient der Weitergabe des Lebens und ist ein Schutzraum für die Kinder. Vertrauen heißt: Es ist in dieser Weise gut für die Menschen. Die Aufgabe der Kirche besteht darin, den Menschen in einer Zeit, in der sie sich für alles mögliche und unmögliche frei entscheiden können, diese Orientierung zu geben.

  5. Puhhh…
    Einmal ganz abgesehen von den doch sehr polemischen Ausführungen der Herren Berke und Adleffs, die sich ganz offensichtlich noch einmal mit Antidiskriminierungsgesetzen beschäftigen und eigene Haltungen überdenken sollten, stellen sich mir spontan folgende Fragen bzw. ergeben sich folgende Gedanken:

    1. Alle Lebewesen auf der Erde sind Gottes Geschöpfe. Weshalb also sollte er Wesen schaffen, die ihm selbst zuwider sind?
    2. Gefällt es vielleicht einigen Männern hier noch sehr, ein Weibchen am Herd zu haben, weil sie sich sorgen, dass ihre Männlichkeit eingeschränkt wird? Bereitet es Sorgen, nicht mehr die Macht der Familie zu besitzen, die das Geld heranbringt und der deshalb alle Folge leisten müssen?
    3. Nur nebenher: Sind alle kinderlosen Ehen dann ebenfalls „wertlos“??? Und man soll es kaum glauben…es gibt Ehepaare, die wollen keine Kinder, obwohl sie biologisch dazu in der Lage wären? Muss man ihnen den Segen entziehen?
    4. Was machen denn alle die armen alleinerziehenden Mütter, die es sich finanziell gar nicht leisten können, Zuhause zu bleiben, wenn sie auch nur annähernd ein „angenehmes“ Leben haben möchten – auch sie haben nur das eine Leben.
    5. Was ist denn mit all jenen jungen Männern und Frauen, denen nicht daran gelegen ist, eine Familie zu gründen, obwohl sie heterosexuell sind, aber lieber alleine bleiben wollen (und dafür kann es sehr gravierende und entscheidende Gründe geben)…alles schlechte Menschen?
    6. Es gibt so viele Eltern, die ihre Kinder schrecklich behandeln und vernachlässigen, aber es gibt ebenso viele homosexuelle Paare, die sich rührend um Kinder kümmern.
    7. Sind alle Patchworkfamilien demnach auch schlecht? Das wird aber vor allem für all jene Männer schwierig, die Leben nicht nur innerhalb der Ehe weitergeben…
    8. Inklusion: Alle Behinderten, die eine nicht normative Ehe eingehen und Leben weitergeben können, sind demnach auch wertlos?

    Ich halte es für sehr selbstgerecht, über andere zu urteilen oder Werte individuell definieren zu wollen. Wem steht das zu? Die Bibel wurde im Übrigen auch nur von Menschen geschrieben, geprägt durch den Zeitgeist, die Lebensumstände, basierend auf meist mündlichen Aussagen! Ich halte es für bedeutsam und wertvoll, die Gnade Gottes in den Vordergrund zu stellen und die Schöpfung (samt aller Lebewesen) zu loben und gemeinschaftlich zu feiern. Hier haben Wertungen von Lebewesen und Lebensformen nichts zu suchen. Und man sollte bedenken, dass die Welt mit all ihren Unterschiedlichkeiten sehr vielfältig und bunt ist.

    Meine Herren Adleff und Berke: Ich gratuliere Ihnen…offenbar gehören Sie einer Minderheit an, die alles richtig gemacht hat! Genießen Sie es!
    Und ich hoffe, dass Ihre Kinder – insofern Sie überhaupt welche haben – niemals behindert oder homosexuell werden, denn dann tun sie mir schon jetzt leid, wenn sie einen gleichgeschlechtlichen Partner ehelichen wollen und die tollen Gene ihrer Väter nicht weitergeben werden/wollen/können.

    In diesem Sinne: Toi,toi,toi

    P.S.: Bei allen anderen Lesern entschuldige ich mich für die Art meiner Ausführung, doch mir platzte der Kragen beim Lesen der Features und das obwohl oder weil ich selbst ein kirchliches Amt bekleide.

  6. wer mit der zeit geht, geht mit der zeit. wenn das auch für kirche gilt???

  7. Herr Thomas Berke, ohne Ihren Kommentar hier gelsen zu haben: Mir ging es absolut(!) genauso.
    Das komplette Papier ist teilweise noch schlimmer als die ersten verfügbaren Informationen vermittelten.
    Insbesondere bei den Ausführungen zu DDR-Zeiten ist mir „schwindlig“ geworden, und habe entsprechende und ganz deutliche Randnotizen (wie von Ihnen hier dargelegt) gemacht. Diese werde ich in Kopie bei nächsten Gelegeheiten evangelichen Kirchen-Verantwortlichen stets aushändigen.

    An alle anderen Lesern hier,
    lieber Herr Rekowski,
    liebe EKD-Verantwortliche,

    in Kürze als ergänzende Denkanstöße:

    1.) Die Farbgebung des Deckblattes: Zufall?
    -> Verflechtung Politik u. Kirche?
    -> Erscheinungszeitpunkt: Zufall? Kurz vor der Bundestagswahl?

    2.) Im Vorwort und folgende Seiten: 4(!)x den Halb(!)satz aus der Bibel zitiert. Auf diesen stützt sich das ganze Papier … Der vollständige Satz und Bibelabsatz wird nicht ein einzige Mal komplett zitiert (auch später nicht) … Dieser gibt aber nur in seiner Vollständigkeit den eigentlichen Sinn her. … Unfassbar, wie man den „braven“ und unvoreingenommenen, nicht kundigen Leser in die Irre führt …

    3.) Im Vorwort: Falsche Quellenangabe des Halbsatzes (anstatt 2. Mose 2,18 … korrekt: 1. Mose 2,18) … schon aufgefallen? … Unterschrieben von Herrn Schneider… ironisch: sehr sorgsam und gewissenhaft, was man da unterschreibt …

    4.) Mehr als 160 Seiten Papier, davon weniger als 1/4 „theologische“ Ausführungen und wirkliche „Orientierung“/“Ermunterung“ zu Familie im nachlesbaren, einfach zu verstehenden, biblischen Sinn, … geschweige denn Bibelbezüge/-zitate. Vielmehr entsprechen diese 160 Seiten einer Abhandlung od. einer „Abschlussarbeit“ im Fach „Soziologie“. (steht ja auch einiges Unbestrittenes/Bekanntes drin, … gut recherchiert und zusammengetragen).
    Daher: Es ist ein weltlich-politisches Papier (sehr tendenziös und ideologisch äußerst einseitig), kein geistlich-kirchliches/biblisches.

    5.) Frage: Wenn hiernach gleichgeschlechtliche Partnerschaften auch als „gottgewollt“ dargestellt werden und diese mit Partnerschaften/Ehe zwischen Mann und Frau gleichgesetzt werden sollen: Was kommt als Nächstes von der EKD? Schreibt man dann die Bibel vollends um, z.B. das 4. Gebot („Du sollst Vater und Mutter …“) in … (?!) oder die Geschicht zur Sintflut („Männchen und sein Weibchen …“) in … (?!) …
    Wie erkläre ich das meinen christlich erzogenen Kindern? Wie den Konfirmanden? …

    6.) Als bewusster evangelisch-lutherischer Zeitgenosse und (noch) EKD-Mitglied: Luther hat zu seiner Zeit gerade die Zusatzlehren u. eigennützige Auslegungen (z.B. Ablass) der katholische Kirche rund um die Bibel angeprangert und abgeschafft. Was macht die EKD durch diese Papier? …
    -> Erinnerung: die vier Grundsätze der evangelischen Kirche lauten: Allein durch die Gnade Gottes, Allein durch Jesus Christus, Allein durch den Glauben, Allein durch die Bibel.
    Also, wozu diese EKD-160 Seiten? Aus welcher biblisch-christlicher(!) Not? Aus keiner!

    Ergo: Unfassbar dieses EKD-Papier! Es gehört im Sinne der Bibel(!) komplett überarbeitet oder als kirchliche, christliche(?!) „Orientierung“ zurückgenommen.

    Als wirkliche geistliche, biblisch-christliche Orientierung (kurz & knapp) und Ermunterung empfehle ich ein „Hirtenwort“ vom 2. Juli 2013 der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche „Ehe und Familie als Gaben Gottes entdecken“. Tut gut.

  8. Nach einem gründlichen Studium der 160-Seiten des EKD-Familienpapiers muss ich leider sagen: Es ist im Detail noch viel schlimmer als die vorangestellte Zusammenfassung vermuten lässt. Da wird z.B. auf Seite 39f die DDR-Verfassung von 1949 in einer völlig unkritischen Weise mit wohlwollendem Unterton zitiert – ohne die Zielsetzungen aus christlicher Sicht zu hinterfragen oder auch nur einen Vergleich mit der Verfassungswirklichkeit anzustellen.
    Das EU-Antidiskriminierungsrecht und der erweiterte Familienbegriff werden gleichfalls mit triumphierendem Unterton zitiert, ohne dass ein eigener christlicher Standpunkt erkennbar ist.
    Das gleiche gilt für die Feststellung, dass „Ehe und biologische Abstammung“ im Unterschied zur früheren Rechtsprechung jetzt „nicht mehr konstituierende Merkmale von Familie“ seien (S. 47).
    Die folgende theologische Abhandlung (S. 55ff) wertet alles, was sich in der Bibel als Familie im Sinne von Vater, Mutter, Kindern findet, negativ. Positiv werden nur die „erweiterten Familien“ von Abraham, Sarah und Hagar sowie von Jakob mit Lea und Rahel“ dargestellt. Biblische Aussagen wie in Epheser 5 werden als „uns heute fremd“ abgewertet (S. 57f). Das ist doch eine Karikatur der biblischen Aussagen von Leuten, die offensichtlich keinen inneren Bezug zur Bibel haben!
    Mit der gleichen inneren Fremdheit wird die Hochschätzung der Reformatoren für die „Mutterschaft als Beruf“ (S. 59) dargestellt.
    Durchgängig wird also ein der Bibel fremder Maßstab zu Grunde gelegt und alles daran gemessen. Es besteht kein Problembewusstsein, dass emanzipatorisches Denken und Gottes Wort nicht deckungsgleich sind.
    Das Denkschema lautet: Ein Verständnis von Familie, das auf der Ehe von Mann und Frau gründet, in der nur einer von beiden arbeitet, ist rückständig, dient der Unterdrückung der Frauen und muss überwunden werden.
    Dass Frauen und Männer nicht arbeiten gehen, weil es für sie eine Berufung ist, für die Kinder da zu sein, kommt in dieser engstirnigen Sichtweise nicht vor.
    Neben der Aufwertung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften wird auch das Ziel verfolgt, dass möglichst alle Väter und Mütter arbeiten gehen und der Staat die Förderung der Ein-Verdienst-Ehen zugunsten von Betreuungseinrichtungen abschafft.
    Wenn ich nicht wüsste, dass dieses Machwerk von der EKD herausgegeben wurde, würde ich es für das familienpolitische Programm der Linkspartei halten.

  9. Es ist schade, das sich in der Diskussion viel an dem äußerlichem Begriff der Ehe aufhängt.

    Die Orientierungshilfe hat durchaus einen wichtigen Schritt getan. Statt der Form einer Beziehung wird die Qualität der Beziehung in den Mittelpunkt gestellt. Nüchtern betrachtet ist das sogar wahrscheinlich deutlich weniger beliebig. Denn viele formal bestehende Ehen basieren nicht auf Liebe, Verlässlichkeit und Treue.

    Meinen Vorredner muss ich mich anschließen. Die Debatte spiegelt nicht das komplette Papier mit seinen stärken und Schwächen wider.

    Nur selbst mir gelingt es auch kaum das Papier auf einer Seite zusammen zu fassen: http://wort-meldungen.de/?p=3215

  10. Als Vorsitzender Arbeitsgemeinschaft für Familienfragen – eaf-Rheinland empfehle ich in der momentanen Diskussion ein Studium der Beschlüsse der Landessynode 2007 zur Familiengerechtigkeit und eine Kenntnisnahme der Hauptvorlage „Familien heute“ aus der Westfälischen und Lippischen Landeskirche von 2012.

    Diese Gesamtschau ermöglich ein etwas differenziertes Bild, als es gegenwärtig in der Presse dargestellt wird.
    Die Kernaussagen der EKiR sind seit der Landessynode 2007 bekannt und veröffentlicht.
    Viele Aussagen sind denen der EKD – Orientierungshilfe ähnlich oder zumindest auf gleicher Linie.

    Wer eine Abwertung der Ehe oder Familie unterstellt, hat diese Papiere entweder nie gelesen oder nicht verstanden oder andere Absichten.

  11. Liegt nicht ein Teil der lautstarken Entrüstung auch daran, dass ethische Themen, die sich auf Familien und Beziehungen, also auf die allerkleinsten soziologischen Einheiten beziehen, die letzten Themen sind, die noch die Möglichkeit einer „einfachen“ Meinungsbildung suggerieren und eine eindeutige Distanzierung ermöglichen, indem ich beim verstohlenen oder offenen Blick ins Schlafzimmer oder in die Küche von anderen sage: „Das ist falsch!“?

    Andere gesellschaftspolitische Themen, wie eine (nur vermeintlich salonlinke) Kapitalismuskritik, bei denen man Jesus, die Propheten und die Torah /MINDESTENS/ genauso an seiner Seite hat, haben eben den Nachteil, dass sie sich auf größere Systeme beziehen, in die wir ganz anders eingebunden, verwoben, ausgeliefert sind und von denen wir uns daher nicht ganz so einfach distanzieren können?

    Im Übrigen ist ja vieles, was die Orientierungshilfe schreibt, vielleicht in kirchlichen Kreisen ungewohnt offen, aber doch alles andere als wirklich neu:
    http://kirchengeschichten.blogspot.de/2013/07/zur-kritik-der-kritik-der-kritik-oder-so.html

  12. Sorry, im dritten Absatz meines Beitrags fehlen hinter „zusammendenken“ die Worte: „mit den gesellschaftlichen Veränderungen der letzten Jahre“.

  13. Es gehört zur fundamentalen Grundausstattung des Menschen, die ihn prinzipiell von allen anderen Lebewesen auf der Erde unterscheidet, dass er zwischen Gut und Böse zu unterscheiden vermag. Siehe 1. Mose 3, 22.

    Daraus folgt zwingend, das es für Menschen einen Unterschied gibt zwischen Sein und Sollen. Das Sein begründet noch kein Sollen. Es gibt in der Ehtik keine normative Kraft des Faktischen.Diese ist die Grundvoraussetzung aller philsophischen und aller religiösen Ethik.

    Wenn also Millionen von Menschen die Versicherung betrügen, so ist dieser Betrug dennoch böse und unethisch. Und wenn Millionen von Menschen die Ehe brechen, so ist auch der Ehebruch böse und unethisch.

    Wenn nun unser Präses verlangt, dass man das Zeugnis der Bibel (und die Aussagen der Reformatoren) „zusammendenken“ müsse, drängt sich die Vermutung auf, dass er am Ende dann doch dem Faktischen eine normative Kraft über die Ethik zubilligt. Dieser Verdacht wird am Schluss des Beitrages bestätigt, wo der Ehebegriff, der in der Bibel und bei den Reformatoren, ja, in der gesamten christlichen Tradition, exklusiv auf die Verbindung von Mann und Frau bezogen ist, ausgeweitet wird auf gleichgeschlechtliche Partnerschaften.

    Damit wird die Ehe vergleichgültigt und das biblische Zeugnis verlassen. Damit wird dann auch in der Ethik der Anspruch aufgegeben, zwischen Sein und Sollen zu unterscheiden.

    Eine solche Ethik ist am Ende des Tages eine Ethik der Beliebigkeit. Sie redet dem Zeitgeist nach dem Munde und verfällt dem bequemen Motto des „anything goes“. Man kann diese „Ethik“ getrost vergessen. Sie taugt nichts. Sie „ist zu nichts mehr nütze, als dass man“ sie „wegschütte und lässt“ sie „von den Leuten zertreten. (Mt. 5, 13)

    Es ist ein m.E. Beleg dafür, dass der Heilige Geist auch heute noch wirksam ist, dass das auch säkulare Medien, sogar der Spiegel, der keineswegs für seine prochristliche Gesinnung bekannt ist, erkannt haben und danach handeln.

  14. Sehr geehrter Herr Rekowski,
    alles richtig, nachvollziehbar und wieder wohltuend formuliert. Fast zwei DIN A4 Seiten lang, um dann doch in der fünftletzten Zeile das Eine und Unfassbare -verpackt in einer rhetorischen Frage- zu erwähnen, was viele von uns Christen vor den Kopf stößt.
    Eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft ist nicht mit einer Partnerschaft/Ehe zwischen Frau und Mann gleichzusetzen und ist nach biblischem Verständnis nicht gottgewollt, nicht christlich. Nicht mehr und nicht weniger. Dies macht die Bibel an vielen Stellen deutlich. Das ist die Orientierung. Das ist elementar und zeitlos.
    Die EKD sollte eigentlich Mut haben, sich darauf stützend eindeutig schützend vor entsprechenden Partnerschaften/Ehen/Familien, bestehend aus Mann (Vater) und Frau (Mutter) mit Kindern, zu stellen und positiv, ermunternd und tiefgründiger argumentieren, anstatt opportunistisch sich immer stückchenweise dem Zeitgeist zu ergeben, diesen auch noch christlich zu legitimieren und das bibel“nahe“/-treue Leben immer mehr zu entwerten. Bei Letzterem droht der Verlust der Glaubwürdigkeit der EKD – da gebe ich katholischen Stimmen recht.

    Die EKD muss vielmehr in diesen differenten Zeiten Flagge (=offensiv u. medienwirksam) und klares Bekenntnis zur Bibel zeigen und nicht Alles/Vieles relativieren. Sie muss eine klare Alternative zu der zunehmenden Verweltlichung aufzeigen und dazu stehen. Sie muss die Besonderheiten und „Alleinstellungsmerkmale“ der Bibel offen, klar und selbstbewusst(!) kommunizieren. Da bin ich als lutherisch-evangelischer Zeitgenosse derzeit ganz Papst-Fan! Der tut’s!

    Ich habe mich in den letzten Tagen gefragt, aus welcher christlichen(!) Not überhaupt und wozu diese Orientierungshilfe in dieser Form nötig war?
    Die Bibel ist Orientierung, s.o.. Müssen wir sie immer wieder neu und vor allem anders auslegen, obwohl klar und deutlich -aber unbequem!
    Übrigens, zu Luthers elementaren Verdiensten gehörte es, sich am Urtext der Bibel zu orientieren und das Abschütteln von zusätzlichen Lehrtexten oder erweiterten Interpretationen von klugen Menschen (inkl. der katholischen Kirchenoberen).

    Christian Adleff

  15. Die Ehe als Schöpfungsordnung, die Ehe von Natur aus eingeprägt und die Ehe als Sakrament sind drei verschiedene Dinge. Die Ehe von Mann und Frau ist von Gott eingerichtet zur Weitergabe des Lebens und als Grundlage für die Familie. Das ist etwas Anderes als „von Natur aus eingeprägt“. Denn diese Sicht könnte auch ein Heide vertreten. Martin Luther hat die Ehe als von Gott eingerichtet und zugleich als weltlich Ding angesehen. Sie ist kein Sakrament, weil sie nicht von Christus eingesetzt wurde.
    Die Hochschätzung der Ehe von Mann und Frau wird im Alten Testament daran deutlich, dass das Verhältnis von Gott mit seinem Volk mit einer Ehe und die Abkehr seines Volkes von Gott mit einem Ehebruch verglichen wird. Und im Neuen Testament ist die hingebende Liebe Christi Vorbild für das Verhältnis von Mann und Frau in der Ehe.
    Natürlich hat sich unsere Gesellschaft verändert. Aber gerade darum sollte die Kirche umso mehr auf Gottes Wort vertrauen und zu der christlichen Lebensform der Ehe von Mann und Frau mit dem Ziel der Weitergabe des Lebens stehen. Machen wir es den Menschen in unserem Land nicht zu einfach, wenn wir andere Lebensformen absegnen?

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