Geschrieben von am 9.09.2014 in EKiR | 51 Kommentare

Kirche Jesu Christi in einer pluralen und säkularen Gesellschaft sein

Kirche Jesu Christi in einer pluralen und säkularen Gesellschaft sein

Die Haushaltskonsolidierung, zu der wir als Kirchenleitung nun einen Vorschlag gemacht haben, wird zu Veränderungen innerhalb unserer Evangelischen Kirche im Rheinland führen. Zunächst geht es um Finanzen, auf landeskirchlicher Ebene müssen wir erhebliche schmerzliche Einsparungen vornehmen, aber es geht auch um die inhaltliche Ausrichtung unserer Kirche: Wie wollen wir in unserer pluralen und säkularen Gesellschaft Kirche Jesu Christi sein?

Orientierung gibt uns dabei unsere Kirchenordnung, die Verkündigung des Wortes Gottes und die Verwaltung der Sakramente stehen am Anfang des ersten Artikels, davon abgeleitet werden die wichtigsten Aufgaben und Dienste aufgezählt.

Diese werden von den drei Ebenen unserer Kirche wahrgenommen, von den Gemeinden, den Kirchenkreisen und der Landeskirche. Auf allen Ebenen haben wir einen gemeinsamen Auftrag. Es geht darum, welche Aufgaben die Landeskirche wahrnehmen soll und in welchem Umfang dies geschehen soll. Darüber wird unsere Landessynode zu beschließen haben. Einige Teilaufgaben werden wir aufgeben müssen, bei anderen werden wir Schwerpunkte anders setzen wollen, in wenigen Bereichen wagen wir auch, Neues zu beginnen.

Diese inhaltliche Ausrichtung ist eine Gestaltungsaufgabe der Landessynode, zu der die Kirchenleitung mit dieser Vorlage einen Vorschlag gemacht. Haushaltskonsolidierung ist notwendig, aber wir brauchen auch eine Vision von Kirche. Die fünfte Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung  der EKD zeigt allzu deutlich, dass bei evangelischen Kirchenmitgliedern in der Gesamtheit die Verbundenheit mit der Kirche und die religiöse Sprachfähigkeit kontinuierlich abnehmen. Ein zentraler Grund hierfür liegt in der abnehmenden Breitenwirkung der religiösen Sozialisation, je jünger die Befragten sind, umso seltener geben sie an, religiös erzogen worden zu sein, so die Untersuchung.

Gleichzeitig steigt die Zahl derjenigen leicht, die sich mit ihrer Kirche sehr oder ziemlich verbunden fühlen. So lässt sich auch der Titel der Studie „Engagement und Indifferenz“ verstehen. Der Traditionsabbruch bei religiöser Erziehung führt zu einer sinkenden Verbundenheit mit der Kirche und zu einer Indifferenz, während diejenigen, die wir als Kirche erreichen, engagiert und höher verbunden sind als früher.

Vor diesem Hintergrund stellt sich mir die Frage, welche Kirche wir uns wünschen. Wollen wir die kleine Zahl hoch engagierter Christinnen und Christen pflegen und die Breitenwirkung aufgeben oder haben wir den Anspruch, über die hoch Verbundenen hinaus alle Menschen anzusprechen und auch mit unseren Angeboten um die Indifferenten zu werben?

In der rheinischen Kirche haben wir uns bewusst entschlossen, missionarisch Volkskirche zu sein, d.h. uns nicht auf Kerngemeinden zurückzuziehen, sondern den Anspruch zu haben, in die Breite zu wirken. Deshalb müssen wir fragen, mit welchen Angeboten wir auf welcher Ebene am besten Menschen erreichen. Für die Landeskirche heißt dies: Wo können, wo müssen wir uns auf landeskirchlicher Ebene engagieren? Was müssen wir aufgeben, da unsere Mittel nicht mehr für alles reichen, was wünschenswert wäre? Wo können wir auf landeskirchlicher Ebene in die Fläche wirken, mit welchen Angeboten Multiplikatorinnen und Multiplikatoren erreichen, um so auch in Kirchenkreise und Gemeinden zu wirken?

Wir sind in einem Diskussionsprozess, gemeinsam müssen wir als Landeskirche diesen Weg finden, dazu haben wir als Kirchenleitung nun unseren Vorschlag gemacht.

Die Vorlage ist ein Gesamtvorschlag, so dass ich nicht einzelne Punkte als Beispiel herausgreifen möchte. Damit Sie unseren Beratungsprozess nachvollziehen können, haben wir unsere Kriterien in der Vorlage dargelegt, der Ständige Theologische Ausschuss wurde um Begleitung gebeten, da die Vorschläge inhaltlich und theologisch Weichen stellen.

Ich bin mir bewusst, wir reden nicht nur über Finanzen und eine inhaltliche Ausrichtung unserer Arbeit, unsere Vorschläge zur Haushaltskonsolidierung betreffen auch Mitarbeitende, die mit hohem Engagement ihre Aufgaben versehen. Wie in vorangegangenen Anpassungs- und Sparprozessen werden wir alles dafür tun, den Stellenabbau sozialverträglich zu gestalten.

Die Vorlage zur Haushaltskonsolidierung wird nun in den Ständigen Ausschüssen beraten, gleichzeitig lädt die Kirchenleitung an vier Orten zum Gespräch ein.

Aus diesen Rückmeldungen wird die Kirchenleitung dann eine Vorlage erstellen, über die die Landessynode im Januar 2015 berät und beschließt.


51 Kommentare

  1. Sehr geehrter Herr Rekowski,

    auch ich kenne das Haus der Stille seit vielen Jahren, wie viele der Menschen, die hier im Blog schreiben.

    Ich durfte im Haus der Stille erfahren, wie Seelsorge wörtlich genommen und behutsam praktiziert wird. Daher ist es für mich unverständlich, dass das Haus der Stille geschlossen werden soll.

    Das Haus der Stille ist ein Alleinstellungsmerkmal der EKiR. Andere Häuser der Stille sind für mich keine Alternative und bieten nicht diese Einheit aus theologischem/seelsorgerlichem Konzept, den vor Ort tätigen Menschen und landschaftlicher Umgebung. Diese Einheit muß erhalten bleiben.

    Für mich persönlich kommt die Schließung des Hauses der Stille dem Verlust meiner spirituellen Heimat gleich. Dies kann nicht im Sinne einer Kirche sein, die von sich schreibt: „Sie stärkt ihre Mitglieder für ein christliches Leben.“

    Mögen sich Ihnen andere Wege auftun, Ihre Sparziele zu erreichen, ohne Ihren wertvollen Schatz und Ort der Stille aufgeben zu müssen.

    Mit freundlichen Grüßen
    A. Krüner

  2. Sehr geehrter Herr Rekowski,
    Ich habe durch die Mail des Fördervereins des Haus der Stille davon erfahren, das beabsichtigt ist, das Haus zu schließen. Ich fände es wäre ein großer Verlust, wenn dies geschehen würde. Abgesehen von den Verlusten der Arbeitsplätze im Haus würde das fehlen der Angebote ein großes Loch hinterlassen. Ich selber bin schon zweimal dort gewesen und habe ein Kursangebot genutzt, welches mir persönlich sehr gut getan hat. Ferner habe ich auch schon das Refugium genutzt. Ich kenne keine vergleichbare Einrichtung und fände es sehr schade wenn diese Möglichkeit in Zukunft nicht mehr existieren würde. Verständlich ist es das auch die evangelische Kirche auf die geringer werden finanziellen Mittel reagieren muß, aber wäre es nicht denkbar diesen wunderschönen Ort der Stille,Besinnung und Erhohlung dadurch zu erhalten indem man die Kursgebühren entsprechend erhöhen würde?
    In der Hoffnung das dies geschehen wird verbleibe ich
    mit freundlichen Grüßen
    Peter Baruch

  3. Sehr geehrter Herr Präses Rekowski,
    Viele Menschen haben sich hier und an anderer Stelle bereits zu dem Thema der angedachten Schließung des ‚Haus der Stille‘ in Rengsdorf geäußert. Und durchweg wurde deutlich, wie wichtig die Arbeit dort ist und auch wie unersetzlich. Und sicherlich ist aus all den Kommentaren auch zu entnehmen, wie sehr die außergewöhnliche Arbeit dort auch dadurch ermöglicht wird, wie besonders dieser Ort ist. Und all das habe auch ich so erlebt und kann mich den Kommentaren nur aus tiefstem Herzen anschliessen. Ich war mehrfach als Einzelgast im Refugium des Hauses und habe in der Stille, dem Raum für Meditation und Einkehr und auch durch die seelsorgliche Begleitung die Möglichkeit erhalten, mich in schwierigen und herausfordernden Situationen in meinem Leben zu orientieren. Es wäre ein sehr großer und nicht zu ersetzender Verlust, dieses Haus zu schließen. Mit der Bitte darum, diesen Vorschlag noch einmal zu überdenken sende ich herzliche Grüße und Gottes Segen.

  4. Sehr geehrter Herr Präses,

    ich bin Studentin der Evangelischen Theologie und möchte später Pfarrerin in der Evangelischen Kirche im Rheinland werden.
    Es macht mir Spaß, mich in meinem Studium mit wissenschaftlichen Theorien und der aktuellen Forschung auseinanderzusetzen. Dennoch halte ich es für wichtig, gleichzeitig immer auch das Ziel des Ganzen, meinen späteren Beruf und damit den Grund, wofür ich so lange studiere, nicht aus den Augen zu verlieren. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass das zwischen der ganzen Theorie, die es zu lernen gilt, manchmal nicht ganz einfach ist.
    Aus diesem Grund ist es mich und für meine Kommilitonen unerlässlich, auch Orte zu haben, an denen wir selber etwas von Gott erfahren können. Wo wir sehen und erleben können, wie das Leben mit Gott im Alltag aussieht, um uns selbst besser zu verstehen und vor allem im späteren Beruf anderen Menschen weiterhelfen zu können.
    Ich habe bereits von vielen Menschen erfahren, dass das Haus der Stille so ein Ort ist.
    Dabei spielt die besondere Atmosphäre und die Abgeschiedenheit des Hauses eine sehr große Rolle, die sich so in Wuppertal (zumal dort die KiHo direkt nebenan ist…) mit Sicherheit nicht „einrichten“ lässt.
    Ich bitte deshalb darum, die Arbeit des Hauses der Stille nicht nach Wuppertal zu verlegen.

  5. Sehr geehrter Herr Rekowski,

    grundsätzlich ist es sicher richtig, dass die EKiR-Leitung einen ausgeglichenen Haushalt anstrebt und Vorschläge erarbeitet, wie dieses Ziel erreicht werden kann.
    Dabei sollte m.E. bei diesem Bemühen deutlich werden, welche Aufgabenfelder zukünftig noch von der EKiR bearbeitet und welche Aufgaben dort nicht nicht mehr gesehen werden.
    Dies ist für mich aus dem vorliegenden Streichungs- bzw. Kürzungsplan nur bedingt erkennbar.
    Konsequent wäre es zu beschließen, dass z.B. die im „Haus der Stille“ geleistete Arbeit nicht mehr als Aufgabe der Landeskirche gesehen wird.
    Statt dies jedoch deutlich zu machen, erfolgt der Vorschlag, „die Arbeit des Hauses der Stille – mit gekürztem Budget – in das Theologische Zentrum nach Wuppertal zu verlegen“, der m.E. bei Umsetzung zu dem (offenbar gewollten?) Ergebnis führen wird.
    Dieser Vorschlag – und vor allen Dingen dessen Begründung – offenbart eine erschreckende Unkenntnis über die im „Haus der Stille“ geleistete Arbeit, die m.E. nur im Zusammenklingen von qualifiziertem und engagiertem Personal, dem „Traumgrundstück“ mit dem passenden Gebäudebestand – mit auch äußerlicher Ruhe – und unter dem dort sicht- und spürbaren Segen Gottes steht.
    Dies stelle ich als häufiger Gast des Hauses – seit über 20 Jahren -, der dies in fast jedem besuchten Kurs so erfahren hat, fest.
    Daher plädiere ich dafür, Möglichkeiten zu suchen, die die Weiterführung der Arbeit im „Haus der Stille“ in Rengsdorf möglich machen.
    Ich bitte darum und vertraue darauf, dass Gottes Geist die Synode bei ihrer Beschlussfassung leiten wird.

  6. Sehr geehrter Herr Präses
    Als Gast und als Kursleiterin habe ich das Haus der Stille immer als einmaligen Ort für Ruhe ,für Besinnung und Begegnung erlebt.Begegnung braucht Achtsamkeit, Respekt und Wahrnehmung und führt schließlich zu einer Begegnung mit dem Unnennbaren, mit Gott.Immer habe ich durch das qualifizierte Angebot von Meditation und den vielfältigen Kursen Unterstützung und Begleitung auf meinem Weg gefunden.Ein Haus der Stille! Wohin sollen wir gehen,wenn Sie das Haus schließen, verehrter Herr Präses? Wohin meine Kursteilnehmer schicken? Ich bin in der Erwachsenen Bildung tätig.- Ich bitte Sie Ihre Entscheidung noch einmal zu überdenken! Gerade in der heutigen Zeit der Kirchenaustritte ist die „Einkehr“ besonders wichtig. Und „Einkehr“ benötigt „Stille“!
    Gott zum Gruß Sigrid Dahm

  7. Sehr geehrter Herr Präses Rekowski,

    über die Jahre hinweg durfte ich vor allem in gemeinsamer Arbeit im Presbyterium die wunderbare Atmosphäre im Haus der Stille erleben. Wie viele andere habe auch ich davon einen sehr persönlichen Nutzen gehabt. Darüber hinaus haben mich die Kurse des Hauses aber auch veranlasst, mich in meiner Arbeit als Hauptschullehrer darauf einzulassen, mit den Schülerinnen und Schülern aus Klasse 9 Meditationphasen durchzuführen, die diese jungen Menschen in eine sonst kaum wahrnehmbare Stille führten.
    Das Feedback der Veranstaltungen war überaus positiv. Zum Teil mit vielen Problemen belastete Jungen und Mädchen erlebten durch die Anleitung eines Lehrers eine Phase der Besinnung, die unmittelbar in einen von höherer Ausgeglichenheit geprägten Schulalltag mündete. Ausgangspunkt für diese Maßnahme waren die Besuche im Haus der Stille und die eigene Erfahrung, wie gut das Zurückziehen und Besinnen tut.
    Schüler und Schülerinnen einer 9. Klasse zeigen wenig Präsenz im kirchlichen Umfeld. Dennoch kann man sie auf verschiedene Art und Weise Gott näher bringen. Das Haus der Stille ist einer der Pfeiler hierfür.
    Das Schließen der Einrichtung wäre auch ein Verlust für die Gruppe von Menschen, die Hilfe braucht, ihren eigenen Weg zu finden, einen, wie meine Schulerfahrung mich lehrt, stilleren Weg.
    Vielen Dank für die Möglichkeit mich auf diesem Weg zu äußern.

  8. Sehr geehrter Präses,
    Bitte verlegen Sie das Haus der Stille nicht nach Wuppertal, da ich sonst die einzige Institution in der evangelischen Kirche verliere, in der ich mich in dieser Kirche zu Hause fühle.
    In der Begründung heißt es: In Anbetracht des zu erreichenden Einsparziels und der relativ geringen Wirkung der Arbeit über den Kreis der hochverbundenen Kirchenmitglieder hinaus ist eine Fortführung der Arbeit unter veränderten Bedingungen im ThZW eine sinnvolle Lösung.
    Das stimmt nach meiner Erfahrung nicht. Ich bin zwar christlich aufgewachsen, aber dann konnte ich mit den üblichen Gottesdiensten, Gebetsformen etc. nichts mehr anfangen. Ich habe nach einer anderen Form der Spiritualität gesucht und bin schließlich bei buddhistischen Lehren gelandet und habe so Meditation kennengelernt. Eine Unzufriedenheit blieb, denn ich war doch getauft und Christin, bis mich jemand auf das Haus der Stille aufmerksam gemacht hat. Bei meinem ersten Kurs dort habe ich in der evangelischen Kirche zum ersten Mal wieder Menschen getroffen, mit denen ich mich über meine Glaubenserfahrungen in der Mediation wirklich austauschen konnte. Seit Jahren konnte ich zum ersten Mal wieder etwas mit einem Gottesdienst anfangen, weil er so eine ganz andere Form hatte. Ich war endlich wieder zu Recht Mitglied in dieser Kirche, habe mich in einer evangelischen Gemeinschaft heimisch gefühlt. Ohne das Haus der Stille wäre ich sicher über kurz oder lang aus der Kirche ausgetreten. Jetzt bin ich wieder bekennende Christin. Zu einer christlichen Spiritualität, die von den Erfahrungen der Kontemplation getragen ist, kann ich von ganzem Herzen ja sagen.
    Ich weiß aus zahlreichen Begegnungen, dass es vielen Menschen so geht wie mir, Menschen, die der konventionellen Kirche alles andere als nah stehen, Menschen, die nach einer anderen Form der Spiritualität suchen. Und dann hole ich immer das Programm des Hauses der Stille raus und erlebe leuchtende Augen und Überraschung, dass es ein solches Programm in der evangelischen Kirche gibt. Manche fahren vielleicht nie dorthin, aber allein zu wissen, dass sie es könnten, schafft eine Verbindung zur Kirche.
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich die Arbeit in Wuppertal fortführen lässt. Die Abgeschiedenheit, die umgebende Natur und die Atmosphäre des Hauses tragen entscheidend dazu bei, dass die „Begegnung“ mit Gott möglich wird.
    Einsparungen beim Unterhalt des Hauses müssen sicher sein (z.B. höhere Kurskosten außer in sozialen Härtefällen), ich denke da würden sich im Dialog mit dem Haus und dem Freundeskreis sicher Lösungen finden lassen.
    Aber bitte schließen sie das Haus nicht, damit andere Christen nicht wie ich den Umweg über den Buddhismus gehen müssen oder keine evtl. Weg zurück finden, wenn sie eine meditative geprägte Spiritualität suchen.

  9. Sehr geehrter Herr Präses,

    Ich möchte Sie und die Kirchenleitung sehr herzlich bitten, den Vorschlag, das Haus der Stille zu verkaufen,
    noch einmal zu überdenken.
    Für mich ist das Haus der Stille über fast 20 Jahre im Pfarramt zu einem Ort ganz besonderer geistlicher Erfahrung geworden.
    Nirgendwo sonst habe ich Menschen getroffen, die sich so nach eigenen spirituellen Erfahrungen gesehnt und sich
    solchen Erfahrungen so geöffnet haben.
    Dabei waren die Wochen im Schweigen immer auch Wochen
    einer ganz intensiven stillschweigenden Gemeinschaft
    und gegenseitiger Unterstützung.

    Viele kamen sehr erschöpft aus ihren Alltagsanforderungen
    hier an oder auch belastet mit schwierigen Konflikten oder voller Sehnsucht nach innerer Nähe und Verbundenheit mit Gott. Und es war immer wieder sehr bewegend, mitzuerleben, wie viel Trost, Ermutigung und neue Begeisterung in diesen Tagen erfahren wurde.
    Für mich selbst waren es fast immer Tage, die mich so tief mit Gott verbunden haben, dass ich monatelang aus diesen Erfahrungen Kraft für meine Arbeit schöpfen konnte.

    Als etwas Besonderes habe ich auch die Gemeinschaft von
    „Profis“ und „Laien“, hoch Engagierten und vorsichtig
    Suchenden erlebt.

    Das Besondere am Haus der Stille ist dabei nicht nur das
    Angebot, sondern auch das schöne alte Haus mit seiner
    besonderen Atmosphäre, die ganz besonders liebevoll
    gestalteten Zimmer und der Mediationsraum mit der Kapelle.
    Auch die Verbundenheit mit den Mitarbeitenden in der Küche und im Garten ist durch die tägliche Mitarbeit
    der Gäste eine ganz besonders schöne und kostbare Erfahrung. Der wunderschöne Garten und der Westerwald
    mit seinen stillen Tälern, aber auch die Streuobstwiesen
    mit den alten Apfelbäumen lassen darüber hinaus die
    Vielfalt und Schönheit der Schöpfung so intensiv erleben,
    dass fast alle Gäste diese beruhigende und heilende
    Umgebung wirklich lieben.

    Nicht nur für mich ist das Haus der Stille ein ganz
    besonderer Ort mit einer einmaligen Athmosphäre.
    Ein Verkauf wäre für mich ein unersetzlicher Verlust.
    Eine Verlegung nach Wuppertal könnte die besondere Athmosphäre dieses Hauses, zu der ja gerade auch die
    dort Beschäftigten so sehr beitragen, sicher nicht
    ersetzen.
    Für viele ginge ein Zuhause in unserer Kirche verloren.
    Für mich ein Stück vom Herzen meiner Kirche.

    Mit freundlichen Grüßen
    Joachim Kegel

  10. Ich kenne weder das Haus, noch bin ich evangelisch. Ich habe einmal an einem Seminarwochenende zu Meister Eckhardt in Wuppertal teilgenommen und war beeindruckt. Seitdem bekomme ich den Newsletter des Arbeitskreises Meditation und möchte ganz grundsätzlich Stellung nehmen:
    Wir haben uns eine sehr laute Welt kreiert, wir Menschen.
    Dabei ist die Stille leider zurückgedrängt worden. Die Stille in der man inne-halten kann, zu sich kommen, zu Kräften kommen, sich ordnen, Frieden erfahren … angesichts einer lauten Welt voller Kriege (im Großen wie im Kleinen) halte ich Orte der Stille für existenziell. Auf allen Ebenen. Wenn Christen für Frieden einstehen wollen und ihn fördern … dann gehören diese Orte unbedingt dazu.

  11. Lieber Herr Präses Rekowski,
    heute möchte ich mich als betroffene Mitarbeiterin des FFFZ Hotel und Tagungshauses zu Wort melden. Am 01.10.2014 durfte ich mein 20 jähriges Dienstjubiläum feiern. Das heißt, dass ich 20 Jahre meines Lebens, in guten und auch schlechten Zeiten, dem Hause sehr verbunden war (und weiterhin bin), fast wie in einer Ehe. Nicht nur für mich, als allein erziehende Mutter zweier Schulkinder, stellt sich die Frage was die Zukunft bringt. Ich persönlich habe Existenzängste! Muss ich doch meine kleine Familie alleine ernähren. Ich will hier sicher nicht auf die Tränendrüse drücken, bitte entschuldigen Sie, wenn das so rüberkommt. Aber das FFFZ ist seit zwanzig Jahren ein fester Bestandteil meines Lebens, wo werde ich landen, wenn es geschlossen wird? Wird es einen Sozialplan geben, der auch das Wort “SOZIAL” verdient? Ich bin zwar mit 47 Jahren noch nicht übermäßig alt, dennoch wird es in der Hotelbranche schwierig werden, sieht man doch in den Hotels meist nur junge Damen bis max. 30 Jahren an der Rezeption, und ganz ehrlich, die Verdienstmöglichkeiten sind eher schlecht…
    Bitte vergessen Sie bei all der Finanzpolitik nicht die Schicksale der betroffenen Mitarbeiter. Wir leisten gute Arbeit, die Umsätze steigern sich von Jahr zu Jahr, unsere Gäste sind hoch zufrieden, auch die Landeskirche kommt äußerst gerne ins Haus. Soll das alles umsonst sein???
    Ich bete für eine positive Entscheidung der Synode.
    Die Hoffnung stirbt zuletzt.

  12. Sehr geehrter Präses Rekowski,

    als Pfarrer, der seine Ausbildung zum Spiritual und Geistlichen Begleiter nicht im Haus der Stille absolviert hat und der dieses Haus nie von innen gesehen hat, möchte ich für die Erhaltung des Hauses plädieren. Wenn das Haus der Stille schließt oder der Standort verlegt und die Arbeit kostengünstiger fortgeführt wird, verliert die Evangelische Kirche im Rheinland erkennbar an geistlichem Profil.
    Geistliche Zentren und Häuser der Stille haben eine über die Region hinaus ausstrahlende Bedeutung und Wirkung. Erst vor wenigen Jahren hat das Haus der Stille der hessischen Landeskirche in Greifenstein, das auch im Westerwald liegt, geschlossen. In der strukturschwachen Region Westerwald ist unser Haus der Stille bestens platziert.
    Das gilt auch, wenn sie sich die Gesamtverteilung von christlichen Meditationshäusern auf der Landkarte der EKD anschauen. Das sind Leuchttürme von der die EKD-Freiheitsschrift gesprochen hat.
    Bitte setzen sie sich dafür ein, dass die Kirche Jesu Christi in einer pluralen Gesellschaft Häuser und Personal vorhält, die zu einer vielfältigen christlichen Spiritualität beitragen und diese in einem geschützten Raum einüben. Bitte unterschätzen sie nicht, wie wertvoll Häuser der Stille für die eigene Glaubensbildung und für die Weitergabe von Glaubenserfahrungen sind.

    Gott befohlen
    Ihr
    Joachim Wehrenbrecht

  13. Sehr geehrter Herr Präses,

    tief getroffen hat mich die Nachricht von der möglichen Schließung des Hauses der Stille in Rengsdorf. Seit mehr als 15 Jahren fahre ich regelmäßig an diesen Ort der Einkehr, weil ich nur hier zu mir selbst kommen, meine Sorgen ablegen und mich Gott gegenüber öffnen kann. Dazu verhelfen mir einmal die weite der Landschaft, aber vor allen Dingen dieses Haus, in dessen Räume Gottes Geist lebt und wirkt. Diese Räume strahlen eine geistliche Kraft aus, sie „atmen“. Das lässt sich nicht nach Wuppertal „umsiedeln“. Es wäre für immer verloren!
    Ich bin über die Jahre, nicht zuletzt durch die seelsorgerliche Begleitung, auf meinem Weg des Glaubens gereift. Ich habe mich entwickeln dürfen (ein großes Geschenk) und wäre heute nicht die, die ich bin. Meine Erfahrungen auf dem Glaubensweg wirken weit in meinen Alltag hinein. Sie sind mir Wegweisung und geben mir Kraft, Halt und Orientierung für mein Leben. Und davon profitieren auch meine Mitmenschen. Ohne die Aufenthalte im Haus der Stille wäre es nicht möglich gewesen.
    In der Arbeit dieses Hauses geht es weniger um die Vermittlung theologischen Wissens, sondern vielmehr wird hier der Grund bereitet für einen geistlichen, inneren, ganz persönlichen Weg zu Gott und seiner Schöpfung. Und das kann m.E. nur in einer Atmosphäre der Stille und Achtsamkeit geschehen, wie es das Haus der Stille in Rengsdorf bietet.
    Ich bin kein „hochverbundenes“ (was immer das auch heißen mag) Kirchenmitglied, sondern ein ganz „normales“ Gemeindeglied. Ich arbeite ehrenamtlich in einer Frauengruppe. (ehemals Frauenhilfe) und ohne meine geistlichen Erfahrungen durch die qualifizierten Kursleiter/Innen und Dozenten im Haus der Stille würde mir in Zukunft diese Arbeit nicht gelingen.
    Das Haus der Stille in Rengsdorf ist mir, und vielen anderen suchenden Menschen, sehr wichtig geworden, bitte entziehen Sie, sehr geehrter Herr Präses, uns nicht diesen geistlichen Ort der Einkehr und Gotteserfahrung!
    Ich bitte Sie von Herzen, den Sparbeschluß noch einmal zu überdenken, die Landeskirche verlöre einen kostbaren, nicht wiederzubringenden Schatz!

  14. Sehr geehrter Präses,

    geschockt wurde ich von der Mitteilung, dass die Kirchenleitung vorschlägt, das Haus der Stille in Rengsdorf zu schließen.
    Ein Argument ist, dass das Haus nur einen kleinen Wirkungskreis hat und nur von hochverbundenen Kirchenmitgliedern wahrgenommen wird.

    Seit 5 Jahren (ich bin jetzt 40) fahre ich regelmäßig zu Seminaren ins Haus der Stille, ca. 1-2 x im Jahr. Dort bin ich vielen Menschen begegnet, die sich wie ich ehrenamtlich in der Ev. Kirche engagieren, ebenso Hauptamtlichen.
    Und vielen Menschen, die auf der Suche sind. Menschen, die noch nie einer Kirche angehört haben oder die vor vielen Jahren ausgetreten sind und auf ihrer Suche- nach Gott- im Haus der Stille einen Ort entdeckt haben, an dem sie sich Gott und der Kirche (wieder) annähern können.

    Das Haus ist also nicht nur eine Einrichtung für einen „Inneren Zirkel“ der Kirche, einige „Eingeweihte“, sondern ein Ort an dem Haupt- und Ehrenamtliche der Kirche eine Möglichkeit zur Einkehr haben, aber auch kirchen- und gottesferne Menschen sich wieder annähern können.

    Wenn die Evangelische Kirche im Rheinland das Haus der Stille schließt, geben wir unumkehrbar eine Einrichtung auf, in der unter der Leitung von Frau Kamininsky herausragende theologische und seelsorgerische Arbeit geleistet wird. Wir schließen eine Einrichtung, die in dieser Form einmalig ist und um die uns andere Landeskirchen beneiden.

    Die Arbeit im Haus der Stille kann nicht in Wuppertal „fortgeführt“ werden. Einkehr benötigt Stille, Abkehr vom Alltag, Abgeschiedenheit- einen Gang in die „Wüste“ – dies wird in Rengsdorf möglich durch die Räume, Atmosphäre, die Umgebung. Dies kann nicht in Wuppertal fortgesetzt werden, sondern ist nach der Schließung unwiederbringlich verloren.

    Und diese Schließung wird eine schmerzliche Lücke in das geistlichen Angebot der rheinischen Landeskirche schlagen, die nicht wieder geschlossen werden kann.

    Befremdlich finde ich, dass so plötzlich eine Komplettschließung vorgeschlagen wird, nachdem im Frühjahr laut Mitteilung von Frau Kaminsky noch signalisiert worden war, wie wichtig der Landeskirche die Einrichtung ist und über Sparmöglichkeiten verhandelt wurde.

    Zudem wurde in den letzten Jahren das Haus mit nicht unerheblichen finanziellem Aufwand umgebaut, um den aktuellen Anforderungen des Brandschutzes gerecht zu werden?! Und jetzt soll es geschlossen werden?

    Warum wird nicht erst geprüft, wie noch weiter gespart werden kann und dazu das Gespräch mit dem Haus und auch dem Freundeskreises des Hauses gesucht?

    Ich bitte Sie, dies dringend nachzuholen und den Vorschlag zur Schließung zurückzunehmen.

  15. Sehr geehrter Herr Präses,
    wenn ich das richtig verstanden habe, darf ich mich auch zu den „hochverbundenen“ Mitgliedern der Kirche zählen. Leider habe ich am 29. September bereits einen anderen Termin, deshalb meine Anmerkungen auf diesem Wege.

    Mit dem „hochverbunden“ sind wir bei den von Ihnen benutzten Begrifflichkeiten. Es ist wie in vielen anderen Bereichen auch. Man kann mit Begriffen vieles übertünchen.

    Der erste Kommentar (10.Sept.2014) von Herrn Berghaus hat es klar formuliert: Von sinkenden Steuereinnahmen sollte man angesichts der hohen Einnahmen in 2013 und der noch besseren Erwartungen in 2014 nicht sprechen.

    Andere Kommentatoren haben nachgezogen.

    Frage: Ist das angekommen? Ich habe nichts gelesen, dass Sie Herr Präses oder die Kirchenleitung allgemein sich zu dieser Feststellung geäußert haben.

    Offensichtlich ist es nicht angekommen. In der NRZ unter http://www.derwesten.de/nrz/politik/rheinische-landeskirche-muss-weiter-sparen-id9804238.html
    ist zu lesen, das aufgrund der vermehrten Kirchenaustritte die Kirchensteuer-Einnahmen zurückgehen. Das mit den Kirchenaustritten stimmt leider. Das mit den Einnahmen nicht.

    Eine weitere Begrifflichkeit: Sie, Herr Präses, nennen es verharmlosend „mit leichtem Gepäck unterwegs sein“; ich nenne es „vom Spardiktat aufgezwungene Aufgabe von Ressourcen“. Und da es eben um ein Spar-DIKTAT geht, ist eine von sachlichen Überlegungen getragene Entscheidung nicht möglich. Die Wirtschaftsbertungsgesellschaften machen die Vorgaben. Und dann muß gespart werden, koste es was es wolle.

    Die Mitglieder der Kirche sind jetzt keine gläubigen Christen mehr, sie sind Kunden und Konsumenten. Die Sprache der Ökonomen hat also auch in der Kirche Jesu Christi Einzug gehalten.

    Dazu passt, dass einer sozialen Einrichtung, die Menschen in den verschiedensten Feldern unterstützen soll und will, das kaufmännische Buchungssystem (mit hohen Einführungskosten und noch nicht überschaubaren Folgekosten) übergestülpt wird.

    Allein in 2013 hat die EkiR 620 Millionen Euro eingenommen. Sollte es da nicht möglich sein, 24 Millionen zu kompensieren? Ohne wichtige Arbeitsfelder in Frage zu stellen?

    Bleibt zu hoffen, dass hinter den dicken ökonomischen Brettern, die von den ach so wichtigen Wirtschaftsberatern aufgebaut werden, die Kirche Jesu Christi nicht ganz verschwindet.

    Zusatz:
    Heute morgen habe ich in der NRZ die Aussage vom Chef des Essener Uni-Klinikums gelesen:
    „Die Medizin ist den Patienten verpflichtet. Kein Patient darf zu kurz kommen, keine notwendige Behandlung unterbleiben, kein Hilfegesuch abgewiesen werden. Wir müssen wirtschaftlich arbeiten, aber wir haben zuerst einen gesellschaftlichen, mitmenschlichen Auftrag, nicht nur ökonomische Ziele. „

    Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

  16. „In Anbetracht des zu erreichenden Einsparziels und der relativ geringen Wirkung der Arbeit über den Kreis der hochverbundenen Kirchenmitglieder hinaus ist eine Fortführung der Arbeit unter veränderten Bedingungen im ThZW eine sinnvolle Lösung.“

    So steht es auf Seite 24/25 der Vorschläge zur Haushaltskonsilidierung.
    Ich frage mich, wie man die Wirkung der Arbeit messen kann. Und ich habe keine Ahnung, was hochverbundene Kirchenmitglieder sind.
    Kann ein Pfarrer/ eine Pfarrerin die Wirkung seiner/ihrer Predigt auf die Gottesdienstbesucher messen? Ich denke, in den allerwenigsten Fällen wird er/sie erfahren, wenn die Predigt jemanden sehr berührt hat und das Auswirkungen haben wird auf diesen Menschen und in der Folge auch auf sein Umfeld.
    Und genauso sehe ich das mit der Arbeit, die im Haus der Stille getan wird. Ich bin überzeugt, dass die Wirkung dieser Arbeit nicht auf die Menschen beschränkt bleibt, die dorthin als Gäste kommen, sondern dass diese Menschen so verändert nach Hause fahren, dass ihre Mitmenschen davon profitieren.
    Ich bin auch überzeugt davon, dass sich die Arbeit nicht einfach nach Wuppertal verlegen lässt, jedenfalls nicht in der Art und Weise, wie sie zur Zeit getan wird. „Veränderte Bedingungen“ heißt für mich nicht: die bisherige Arbeit fortführen, nur eben unter anderen Bedingungen, sondern: die eine Arbeit beenden und eine andere beginnen. Wenn das wirklich so geschehen sollte, dann raubt die Landeskirche sich selbst einen großen Schatz.

  17. Sehr geehrter Herr Präses,
    als regelmäßige Besucherin der kulturellen Veranstaltungen sowie der Stockumer Vesper im FFFZ, habe ich das Angebot dieses kirchlichen Hauses sehr schätzen gelernt. Aus meiner Sicht hat das FFFZ in Düsseldorf und im direkten Umfeld kein vergleichbares Pendant. Deshalb erschüttert mich umso mehr, aus den Medien zu erfahren, dass die Kirchenleitung als eine der Sparmaßnahmen, die Schließung des FFFZ beabsichtigt. Damit würde sie aber nicht nur ein Juwel der landeskirchlichen Arbeit aufgeben, sondern auch einen Ort, an dem die Chance in vorbildlicher Weise umgesetzt wird, Menschen wieder an die Kirche heranzuführen. Und genau diese Weise, wie sich das FFFZ, seine Arbeit und seine Angestellten präsentieren, ist die, wie heute modern missioniert werden kann.

  18. @Andreas Miksch

    Guter Kommentar! Nur eine kurze Bemerkung: Finanzielle Mittel sind da, auch, um Einrichtungen wie das Haus der Stille aufrechterhalten zu können. Sie werden nur an anderer Stelle – Sie erwähnten schon NKF, ich ergänze Verwaltungsstrukturreform und Pensionsrücklagen – unverhältnismäßig hoch investiert, teilweise freiwillig gezwungenermaßen (Stichwort: erweiterter Solidarpakt: http://kirchenbunt.de/erweiterter-solidarpakt-das-original/).

    Uns wird immer vorgehalten, dass diese Generation nicht auf Kosten zukünftiger Generationen haushalten dürften. Aber der umgekehrte Weg, wie ihn die Landeskirche derzeit beschreitet, kann ja wohl auch nicht richtig sein! Oder dürfen wir auf Kosten dieser Generation die Zukunft (was ist das, wie sieht die aus?) absichern?

    Neben einer runderneuerten Prioritätensetzung (weniger Verwaltung, weniger TopDown-Strategien, mehr Eigenverantwortung für die Gemeinden und Kompetenzen vor Ort) müssen wir darüber reden, wie wir durch Investitionen in die Gegenwart die Zukunft der Kirche sichern! Was wir jetzt kaputt machen, werden wir in Zukunft nicht mehr aufbauen können.

  19. Sehr geehrter Herr Rekowski, sehr geehrter Herr Baucks,

    da ich in Bonn nicht dabei sein konnte und auch heute nicht in Witzhelden, nun auf diesem Wege:

    1. Landeskirchliche Umlage

    Es ist gut zu hören, dass die Kirchenleitung nur mit den Möglichkeiten und Mitteln haushalten will, die ihr zur Verfügung stehen und nicht die Gemeinden zusätzlich belasten will. ABER: die Arbeit z.B. von Akademie und Haus der Stille geschieht auch subsidiär für die Gemeinden. Wenn die Lage sich nun so schlecht entwickelt und diese und jene Arbeit für notwendig und erhaltenswert betrachtet würde, müssten wir von Seiten der Gemeinden helfend einspringen. ABER: die Einführung des NKF kostet uns außer Nerven auch viel Geld, das wir nun leider und in Zukunft nicht mehr haben, haben werden. Sie mögen nun entgegnen, dass dies die Landessynode (und damit die Vertretungen aus den Gemeinde) so beschlossen hat. Ja, aber Sie wissen auch, dass dies geschah nach der Weise „halb zog sie ihn, halb sank er hin“. Erlauben Sie mir diese Unmutsäußerung. Ich finde, dass wir gerade Geld verplempern und es nun für „das Wesentliche“ fehlt.

    2. Evangelische Akademie

    In Ihrem Video-Statement, lieber Herr Baucks, habe ich zwar Aussagen zum PTI gehört (in Verbindung mit dem Haus der Begegnung) aber keine zur Akademie. Der schriftlichen Vorlage entnehme ich , dass eine Art ambulante Akademie gedacht ist, vielleicht mit Reise-Dozenten (wie bei den frühen methodistischen Predigern zu Pferde?). Im Ernst: was soll das werden? Das Grundmoment evangelischer Akademiearbeit als „drittem Ort“ wird aufgegeben. Hier gilt wie beim Haus der Stille: diese Arbeit lebt auch vom Ort. Darum, weil wir Orte und Räume brauchen, wurden auch Kirchen gebaut, obwohl ich natürlich auch im Stadtpark beten und singen kann. Also: es ist kein Geld da. Wurde schon über Stiftungen nachgedacht? Alle großen politischen und gesellschaftlichen Organisationen in dieser Republik betreiben Bildungsarbeit auf Akademieniveau zumeist in Form von Stiftungen.
    Und dann auch das: wenn eine Liegenschaft aufgegeben wird und so Finanzmittel eingespart werden sollen, dann kostet die Arbeit an anderer Stelle, z.B. durch Anmietung, auch etwas – wo wird das kalkuliert und dargestellt? Ich sehe da keine kostenneutrale Lösung.

    3. Freiwilligendienste

    Den schriftlichen Unterlagen entnehme ich, dass die Arbeit des Freiwilligen Friedensdienstes ausgelagert werden soll. Gerade ist diese Arbeitstelle von Bonn in den Hackhauser Hof verlegt worden, die bisher damit verbundene landeskirchliche Pfarrstelle ist aufgehoben worden. Das heißt, es wurden bereits an dieser Stelle Sparmaßnahmen vorgenommen. Nun wird vorgeschlagen, diese Arbeit entweder der Diakonie RWL (die Erfahrung mit FSJ usw. hat) oder der VEM (die Freiwillige in unsere Schwesterkirchen in Afrika uns Asien entsendet)anzuvertrauen. Die Diakonie hat aber m.E. keine Erfahrung mit der Erfordernissen der Auslandseinsätze, die VEM hat keine regulären Kontakte in die Gastgeberländer des FFD z.B. in Europa und Nord- und Südamerika.
    Am Ende bedeutet das geplante „Outsourcing“, das die Freiwilligenprogramme eingestellt werden und unsere Kontakte nach Lateinamerika aber auch zu den Einsatzorten bei der UCC in den USA einschlafen werden…?
    Aus eigener Anschauung (als Vater von Freiwilligen) weiß ich von dem großen Nutzen und Sinn des FFD. Ein Ende dieser Arbeit, die auch Bildungsarbeit mit jungen Menschen (die nicht per se „hochverbunden“sind) ist, wäre, ja ich bemühe mich es ruhig zu formulieren, bedauerlich.

    4. Gegeneinander ausspielen?

    Meine letzte Bemerkung macht m.E. gerade deutlich, dass das Hantieren mit Begriffen wie „hochverbunden“ auf der einen Seite und der „Jugend“ (als Zukunft der Kirche)auf der anderen Seite nicht hilfreich ist(abgesehen davon, dass die Beschreibung soziokultureller Milieus fachwissenschaftlich auch nicht mehr das Neueste ist) .
    Werden hier Menschen gegeneinander ausgespielt ?
    Oder welche Konflikte scheinen hier durch?

    5. Was weg ist…

    … ist weg. Und wenn wir etwas schließen, fragt irgendwann auch keiner mehr danach und nach dem „evangelischen Beitrag“.
    Keiner wartet auf uns. Die Welt ist bunt und vielgestaltig. Was braucht es die „evangelische Stimme“?!
    Oder doch?
    Die Diagnose lautet nach Auskunft der Ärzte:
    die Patientin „Landeskirche“ ist schwer erkrankt. Eine haushalterische Sepsis macht eine Beinamputation notwendig. Nur: was kommt danach? Wie sieht die Reha aus? Welche Prothesen helfen ihr zur Mobilität?
    Auch das muß vor dem Eingriff bedacht werden. Alles andere wäre ein satter Kunstfehler.

    Mit freundlichem Gruß
    A.Miksch

  20. Sehr geehrter Herr Rekowski,

    was ich an der EKiR mag, ist die Vielfalt der Einrichtungen, Gemeinden und Menschen in ihren unterschiedlichen religiösen Ausrichtungen. Die EKiR ist darum für mich eine Kirche der Toleranz. Als Pfarrer in einer Berufsschule bildet KO 1,3 („Sie [die EKiR] stärkt ihre Mitglieder für ein christliches Leben, ermutigt sie, ihre unterschiedlichen Gaben einzubringen und fördert das.“) ein entscheidendes Fundament meiner Arbeit: das Bekenntnis zum Zusammenleben verschiedener Gruppen in einer Kirche. Das Haus der Stille, seine Arbeit und die durch diese Einrichtung repräsentierte spirituelle Ausrichtung bilden für mich und davon nicht zu trennen für meine Arbeit eine weitere unverzichtbare Grundlage. Ich spreche mich darum für den Erhalt des Hauses der Stille in Rengsdorf aus, weil es die spirituelle Vielfalt unserer Kirche maßgeblich mitgestaltet und prägt und darum das Zusammenleben der verschiedenen Gruppierungen fördert. Hier kann ich folgendes lernen: Ich sehe mein eigenes Leben an und staune über die Spuren Gottes darin, und sehe voller Respekt und Toleranz, dass es andere Leben gibt, mit eigenen Wegen, auf denen ein anderer Gottes Spuren in seinem Leben entdeckt. Diese Arbeit braucht einen besonderen Ort, der die Möglichkeit bietet, ledig zu sein von anderen, bestimmt genauso interessanten Angeboten, wie sie z.B. ein Theologisches Zentrum in Wuppertal zu bieten hat. Weil ich mich auf das eine konzentriere und es Ruhe braucht, mit den Ohren des Herzens zu hören, darum braucht es auch einen Ort, der nichts anderes bietet als die Möglichkeit, dieser Spur in meinem Leben nachzugehen.

    Ich erachte es als sehr wichtig, dass wir die Vorschläge zur Haushaltskonsolidierung ausführlich und vor allem mit Respekt diskutieren. Herr Jochen Gruch lässt diesen Respekt mit seinem Beitrag im Blog leider vermissen. Er bezeichnet die Einrichtung des Hauses der Stille als „überflüssig wie ein Kropf“. Ich empfinde das als Beleidigung! „Eine Theologie, die nicht im Alltag entsteht, taugt nichts für den Alltag“, schreibt Herr Gruch weiter. Gut und richtig. Wer schon mal im Haus der Stille war, hat wahrscheinlich erlebt, dass die Orientierung an der Alltagserfahrung eine Grundkonstante in der Arbeit dort bildet. So gesehen, vielen Dank, Herr Gruch für die Steilvorlage für Freundinnen und Freunde der Arbeit des Hauses der Stille, die mit Sicherheit eine tragende Einrichtung der Religiosität anderer nicht als Kropf bezeichnen würden.

    Für eine lebendige Vielfalt unserer Kirche, für das Haus der Stille in Rengsdorf. Für Respekt und Toleranz.

  21. Es liegt mir sehr am Herzen, dass das Haus der Stille, so wie es ist, erhalten bleibt: in seiner Abgeschiedenheit und Stille, seiner Möglichkeit zur Meditation, wie auch der Möglichkeit sich ungestört in der Natur zu bewegen.
    Ich besuchte es im letzten Herbst zum ersten Mal, weil ich den Abstand zu meiner Familie und Gemeinde brauchte. Was ich dort tief im meinem Inneren erfahren habe, erfüllt mich noch heute. Im Vertrauen auf neue Wege, wechselte ich die Konfession und begann meine Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in der evangelischen Gemeinde.
    Diesen Ort besuchen prozentual gesehen vielleicht nicht viele Menschen. Diejenigen, die dorthin kommen, können dort jedoch etwas finden, was sie vielfach weiter geben können.

  22. @Theresa Skubitzki – Da lädt die Kirchenleitung zu einem Gespräch ein, woraufhin sich tatsächlich auch kritische Stimmen erheben und schon wird von einer „Kampagne“ gesprochen. Das ist traurig, passt aber in die allgemeine Atmosphäre, die derzeit in unserer Kirche herrscht, in der Ansichten, die nicht dem Mainstream entsprechen, schnell abgebügelt werden.

    Dass die Kirchenleitung ihre Sparpläne rechtzeitig vor einer Entscheidung durch die Synode offen legt und diskutiert, ist nicht lobenswert, sondern ist – wie hier schon angemerkt wurde – eine Selbstverständlichkeit. Schließlich geht es um meinen Kirchensteuerbeitrag, der über meine Kirchengemeinde den Weg nach Düsseldorf gefunden hat, über den entschieden wird. Man kann nur hoffen, dass das Angebot auch ehrlich gemeint ist – die bisherigen Erfahrungen und Berichterstattungen erwecken eher den Eindruck einer Alibiveranstaltung.

    Also: Abwarten und weiterhin kräftig Rückmeldung geben. Wenn Kritik oder andere Ansichten nicht mehr erlaubt sind oder nicht mehr gehört und im Herzen bewegt werden, dann brauchen wir uns um die Zukunft unserer Kirche wahrlich keine Sorgen mehr zu machen – die hat sie dann nämlich nicht mehr.

  23. Bitte schließen Sie das Haus der Stille in Rengsdorf nicht! Sie würden damit vielen Menschen einen Ort nehmen, an dem Sie Gott erfahren und zu Gott finden.

  24. Ich war bei der gestrigen Diskussion und möchte der Kirchenleitung herzlich für die offenen Worte danken. Einsparungen sind notwendig um als Kirche überleben zu können und sichtbar zu bleiben. Die vielen Briefe zum Haus der Stille, ich nehme sie so hin und kann meinen Eindruck nicht verheimlichen, dass so eine Pro-Kampagne auch gezielt in die Welt gesetzt wurde. Ich kenne auch andere Stimmen, meine eigene z.B., die mit dem Haus und ihrem Programm andere Erfahrungen gemacht haben. Daher Herr Präses: Kurs halten!

  25. Sehr geehrter Herr Präses,
    zunächst einmal: Ich bin sehr froh darüber, daß die Kirchenleitung sich entschlossen hat, die Diskussionen über den Umbau der Landeskirche soweit wie möglich öffentlich zu führen. In einer presbyterial-synodalen Kirche hätte dies eigentlich längst selbstverständlich sein sollen.
    Aber nun bekommen Sie ja auch die schwierigeren Seiten dieser Vorgehensweise zu spüren. Am Montag in Bonn waren die Anhäger des Amos-Comeniums-Gymnasiums sehr stark vertreten, und hier in diesem Blog gilt das für die Anhänger des Hauses der Stille. Wem eine Sache sehr wichtig ist, der läßt sich eben auch mobilisieren, und dann kann schnell ein falscher Eindruck entstehen. Denn wem eine Sache egal ist, der äußert sich bestenfalls wenn er gefragt wird.
    Ich gehöre zum eher grobschlächtigen Flügel der Reformierten, ich stehe Henri Arnaud näher als Gerhard Tersteegen. Eine Theologie die nicht im Alltag entsteht, taugt auch nicht für den Alltag. In meinen Augen sind Einrichtungen wie das Haus der Stille überflüssig wie ein Kropf. Und ich weiß, daß ich mit dieser Meinung nicht alleine stehe. Auch für jede andere Einrichtung der Landeskirche ließen sich entschiedene Anhänger, Desinteressierte und entschiedene Gegner finden. Aber nicht alle äußern sich.
    Daher meine Bitte: Berücksichtigen Sie alle Äußerungen, und wägen sie ab.

  26. Sehr geehrter Herr Rekowski,
    die Männerarbeit braucht ein Zentrum! Was in der jetzigen Situation die wenigen Mitarbeitenden für eine Breitenwirkung erzielen – auch im Blick auf die Vernetzung und Motivierung von kreiskirchklchen Ehrenamtlichen – ist mit einer Refentenstelle meines Erachtens nicht zu machen.
    Es stimmt ja: Der größte Teil der Männerarbeit findet vor Ort statt. Aber als Kirchenkreisbeauftragter für Männerarbeit habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass es übergemeindliche professionell beworbene Angebote braucht, wie sie vom Zentrum für Männerarbeit angeboten oder koodiniert werden. Gerade im Gespräch mit Männern, die überlegen, was Ihnen die Kirche bietet, war ich immer froh, auf diese Angebote hinweisen zu können.
    Der Schaden dieses Kürzungsvorschlages wäre ungleich höher als die angestrebte (vergleichsweise geringe) Einsparung.

  27. Sehr geehrter Herr Präses Rekowski!

    Als Gemeindepfarrerin, geistliche Begleiterin,Kursleiterin und auch immer wieder Gast im Haus der Stille habe ich mit tiefer Erschütterung von den Plänen der Landeskirche hinsichtlich Rengsdorf gelesen. In meiner eigenen Arbeit dort darf ich immer wieder erleben, dass Menschen, die sich innerlich von der Kirche, von ihrer Gemeinde entfernt haben oder sogar ausgetreten sind, die keinen Zugang mehr zu Gott finden, dort wieder mit Ihm in Kontakt und Beziehung treten. Nicht selten führt sie das dann zu Hause wieder in ihre Kirchengemeinde – oder sogar zum Wiedereintritt! Sie schreiben, es gehe Ihnen bei allen Sparmaßnahmen auch um die inhaltliche Ausrichtung unserer Kirche, wie wollen wir in unserer pluralen und säkularen Gesellschaft Kirche Jesu Christi sein?…die EKiR sei eine missionorische Volkskirche, habe den Anspruch, in die Breite zu wirken…
    Genau das tut sie durch die Arbeit im Haus der Stille: Menschen finden zu einer tiefen, nachhaltigen Gottesbeziehung, die auch so manches Defizit der kirchlichen Arbeit vor Ort erträgt! Mehr noch, Menschen werden ermutigt, ihre Gemeinden vor Ort so mitzugestalten, dass auch für andere das Wirken des Heiligen Geistes, das Wachsen des Reiches Gottes spürbar und erfahrbar wird. Ist das nicht die beste und nachhaltigste Weise von Mission??!
    Persönlich muss ich hinzufügen, dass ich während meiner theologischen Ausbildung, während Studium, Vikariat, Probedienstzeit und auch im Pfarramt immer wieder als Gast im Haus der Stille gewesen bin. Dort habe ich – bei aller Wertschätzung einer fundierten wissenschaftlichen Ausbildung – mindestens (!!) genau so viel und Wesentliches gelernt für mein Pfarramt wie an der Universität und im Predigerseminar!!! Dabei war und ist es gerade entscheidend, dass das Haus eben nicht, auch nicht räumlich, in die anderen kirchlichen Aus- und Fortbildungsorte eingegliedert ist. Es muss an diesem anderen Ort sein!! Das Haus der Stille in Rengsdorf ist für mich geistliche Heimat, Zuhause im tiefsten Sinne – und ich weiß und lese aus vielen anderen Kommentaren und aus der Kursarbeit, dass es vielen Menschen genau so geht. Wenn das Haus nach Wuppertal verlegt, die Arbeit in den dortigen Betrieb eingegliedert und damit nach und nach ausgehöhlt wird, werden nicht nur meine geistlichen Wurzeln in dieser Kirche abgeschnitten.
    Ich möchte weiterhin für meine Kirche werben, Menschen für die Liebe Gottes begeistern, die sie darin erleben können – aber wenn diese meine Kirche, die EKiR, einen Ort geistlicher Quellen und spirituellen Wachstums aufgrund von Finanznot preisgibt und zerstört, fällt es mir zunehmend schwer, hinter dieser Kirche zu stehen. Gerade jetzt, in einer Zeit, in der wir uns und unseren Presbyterien zumuten, sich hauptsächlich mit Finanz- und Verwaltungsfragen zu befassen, ist ein solcher abgeschiedener Ort des Auftankens und der geistlichen Neubesinnung unerlässlich!! Ich habe schon Einkehrtagungen für Presbyterien im Haus der Stille geleitet – und war überwältigt, wie fruchtbar diese für den Gemeindeaufbau sind!
    Mein Vorschlag: Könnten diejenigen, die maßgeblich über die Zukunft des Haus der Stille entscheiden, nicht vorher ein Wochenende dort verbringen? Ich bin mir sicher, sie könnten dann mir und vielen anderen nachfühlen, welche Tragweite die Schließung dieses Hauses hätte!!
    Ich wünsche Ihnen und allen an diesen sicher schweren und kräftezehrenden Entscheidungen Beteiligten Gottes Geist, seinen Segen, seine Kraft und seinen Beistand – und ich werde Gott darum sowohl allein als auch im Gottesdienst bitten!

    In der Hoffnung auf eine gute Zukunft für unsere Kirche
    Pfarrerin Juliane Opiolla

  28. Sehr geehrte Kirchenleitung,
    dass ich mich heute erst zu Wort melde, liegt daran, dass ich erst heute nachmittag von einem Kurs aus dem Haus der Stille zurückkam. Geistliche Begleitung in der Gruppe – Danke liebe Fr. Kaminski, liebe Hausgemeinschaft, für diese brilliante Arbeit und das trotz des Schocks der vielleicht drohenden Veränderungen.

    NOch bevor ich Freitag zu dem Kurs startete, ereilte mich die schockierende Nachricht und ich saß Kopfschüttelnd vor dieser mail und dachte, nein, das kann nicht wahr sein, nein, an dieser Stelle zu sparen, das geht einfach nicht.
    Ich kenne das Haus der Stille seit ca 1997, also schon eine ganze Zeit. Ich wurde in dieses Haus geführt, bevor die „Katastrophen“ meines Lebens begannen. Ohne dieses Haus wäre ich heute nicht hier, wo ich bin, nicht in meinem Leben, nicht in meinem Glauben, herzlichen Dank !!! Nein, dieses Haus kann und darf einfach nicht geschlossen/verlegt werden.
    Das, was ich dort erlebe, kann ich in einer Kirchengemeinde, auch der allerbesten, nicht erleben und erfahren. Stille Tage, Exerzitien über mehrere Tage, das geht nicht in der Kirchengemeinde, auch nicht in einem großen Tagungshaus, hierfür ist eine Atmosphäre der Würdigung, der Ruhe, der Nähe, wie sie nur in einer kleineren Einrichtung erlebbar gemacht werden kann, erforderlich.
    Ich bin als Hausärztin tätig, mir kam der Vergleich: ambulant und stationär. Für einen großen Teil meiner Patienten ist die ambulante Betreuung gut und richtig. Für einen weitaus geringeren Anteil ist es aber erforderlich, aus den üblichen Zusammenhängen herausgenommen zu werden, Distanz zur näheren Umgebung (ich meine das nicht nur räumlich)zu bekommen, um gewisse Leiden zu kurieren, bzw. behandeln zu lassen, gewisse Dinge wahr zu nehmen, die sonst nicht gesehen werden und eine sog. hochfrequente Therapie erfolgen kann, wie sie ambulant nie möglich ist.
    Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, das Haus der Stille ist selbstverständlich keine Therapieeinrichtung, aber: ist es nicht in manchen Lebensphasen erforderlich, Glauben, Spiritualität fernab der Hausgemeinde, hochfrequent zu erleben? Es käme niemand auf die Idee, das einzige „Krankenhaus“ abzuschaffen, um in meinem Vergleich zu bleiben. Auch, wenn es gemessen an der Allgemeinbevölkerung und der „ambulanten Behandlungen“, nur von einem Bruchteil der Menschen benötigt/genutzt wird. ABER: es wird benötigt!!
    Und es kann nicht einfach verlegt werden…
    Es ist mir vollkommen klar, sparen ist nicht einfach und ich würdige Ihre „schwere“ Arbeit.
    Trotzdem: ohne Haus der Stille werde ich für diese wichtigen Zeiten in meinem Leben, Stille, Exerzitien abwandern müssen, nach Gandenthal? auf den Schwanberg? Sonstwo hin? Nicht vorstellbar, auch wenn ich damit die anderen Einrichtungen keineswegs abwerten möchte, aber es ginge mir ein großes Stück geistliche und inzwischen auch menschliche Heimat verloren. Nicht vorstellbar, nein geehrte Kirchenleitung, ich bin voller Zuversicht, dass Sie andere Lösungen finden. Übrigens: Kennen SIE schon das Haus der Stille? Vielleicht einen Besuch wert.

    Zum Abschluß noch eine Anmerkung: Das Haus genießt eine „hohe Wertschätzung“ und das Angebot wird auf „keiner anderen landeskirchlichen Ebene angeboten“ daraus ziehe ich den Schluß: es muss erhalten bleiben,

    Bei dem Satz „relativ geringe Wirkung der Arbeit über den Kreis der hochverbundenen Kirchenmitglieder hinaus…“ blieb mir fast der Atem stehen – abgesehen davon, dass es mir bislang nicht klar war, ein hochverbundenes Kirchenmitglied zu sein (was ist das?)- finde ich diese Formulierung für alle Menschen, die jemals irgendeine Arbeit im Haus der Stille getan haben, ziemlich kränkend, oder? Außerdem, wie messen Sie die Wirkung? Und ist das nicht ein Widerspruch zu der „hohen Wertschätzung“?

    Sehr geehrte Kirchenleitung, lassen Sie sich davon überzeugen: Rheinische Landeskirche ohne Haus der Stille – das geht einfach nicht.

    Und: ich finde es super, dass Sie sich der Diskussion stellen und die Kirchenmitglieder nicht einfach vor vollendete Tatsachen stellen.

    Voller Zuversicht Dr. Elke Rapp

  29. Sehr geehrter Präses Rekowski,
    ich mache es kurz:
    – Die Verlegung der Arbeit des Hauses der Stille ins ThzW Wuppertal kommt der Einstellung dieser Arbeit gleich.
    – Das Haus der Stille sollte nicht geschlossen, sondern noch mehr zu einem der Markenzeichen unserer Kirche werden.
    – Eine Reduzierung des Zuschusses der Landeskirche zur Arbeit in Rengsdorf könnte sicher erreicht werden, wenn dies unbedingt erforderlich ist. Das Potential an Gestaltungskraft und Engagment dort ist enorm!
    – Dies schreibe ich nicht als emotianal hoch Verbundener, sondern als Pragmatiker!

    Herzliche Grüße

  30. Sehr geehrter Herr Präses,

    vielen Dank für die Informationsveranstaltung gestern in Bonn!
    Mein Fazit: Verlieren Sie wegen der vielen Kritik der Anwesenden (größtenteils auch Betroffene) nicht die absolute Notwendigkeit der Haushaltskonsolidierung aus den Augen. Nur mit einer gesunden finanziellen Basis hat die Evangelische Kirche auch eine Zukunft.

  31. Werter Herr Rekowski, werte Geschwister in Christus,

    ich möchte an dieser Stelle, als eindeutig nicht „hochverbundenes Kirchenmitglied“ schlicht meine persönliche Verbindung zum Haus der Stille schildern ,- und ich tue dies in tief empfundener Dankbarkeit:
    Das HdS hat es geschafft, mir bereits beim zweiten Ankommen das Gefühl des Nach-Hause-Kommens zu geben. Und dieses Gefühl erlebe ich mit jeder Ankunft neu. Mir wurde – und dies für mich seit dem Kennenlernen in 2013(erst!) – ein zweites Zuhause geschenkt! In einer Zeit tiefer Trauer und großer Veränderungen wurde meinem Leben hier neuer Mut, Hoffnung, Vertrauen in das Leben und Vertrauen auf Gott gegeben, – und letztendlich zu einer spirituellen Weiterentwicklung verholfen, die ich nicht missen möchte. Dass hierzu das Gesamtkonzept dieses Hauses beigetragen hat, kann ich nicht genug betonen: Damit meine ich – neben den wunderbaren KursleiterInnen – das Miteinander mit den ebenso wunderbaren Menschen in Küche und Hausverwaltung, gelebt durch die tägliche, zum Konzept gehörende, Gästearbeit und noch einmal besonders ausgeprägt erfahren bei der Workretraite, in der ich dem Haus ein klein wenig „zurückgeben“ durfte (aber nichtsdestotrotz BESCHENKT zurückfuhr)!
    PLUS: das Haus /die Häuser mit ihren vielfältigen wunderbar geschmackvoll und schlicht gestalteten Wohlfühlräumen, PLUS: dem großen Garten, in dem es sich leben läßt, in dem die Seele baumeln und der Leib schaukeln (ja, es gibt eine Schaukel!) darf, in dem das Leben im Begehen des Labyrinthes gegangen und gespürt werden kann. Der befreiende, die Bibel dem spirituell Suchenden dieser unserer heutigen Zeit wirklich erschließende und die Seele erreichende theologische Ansatz sei an dieser Stelle auch dankbar erwähnt.
    DIES ALLES IN EINHEIT MACHT DAS HAUS DER STILLE AUS!
    Bitte erhalten Sie es allen, die hier bis heute beschenkt wurden und vielen weiteren, die hier hoffentlich noch Beschenkung erfahren dürfen. In dieser Welt werden solche Plätze immer nötiger.

  32. Ich bitte um Entmythologisierung folgender Märchen:

    1. Die zurückgehenden Kirchenmitgliederzahlen verursachen zwangsläufig einen Rückgang der Kirchensteuereinnahmen. Fakt ist: Die Kirchenmitgliederzahl hat nur mittelbaren Einfluss auf die Kirchensteuereinnahmen, die abhängig von der Beschäftigtenzahl innerhalb der Kirchenmitglieder ist. Die ist derzeit aber so hoch, dass die Kirchensteuereinnahmen steigen (siehe 2.).

    2. Die Kirchensteuereinnahmen gehen zurück. Fakt ist: Die Kirchensteuereinnahmen steigen wie seit langem nicht mehr!

    Wir haben in der EKiR kein Einnahme-, sondern ein Ausgabenproblem. Das ist teils hausgemacht (NKF, das intern derzeit mit 110 Mio Euro veranschlagt wird) und Verwaltungsstrukturreform (die mehr kostet, als vorgesehen), teils durch den von der EKD initiierten „erweiterten Solidarpakt“, der erhebliche finanzielle Mittel für die Versorgungskasse bindet.

    Es ist traurig, dass gute und wichtige kirchliche Arbeit vor Ort unter fragwürdigen Entscheidungen der Landeskirche leiden muss.

  33. Sehr geehrter Herr Präses, werte Kirchenleitung,

    wie schon an anderer Stelle zu lesen, ist Ihnen zu danken für die Transparenz dieses „Gesund-(?)sparungsprozesses“. Da auch mein Anliegen das „Haus der Stille“ ist, das einzige Einkehr- und Meditationszentrum unserer Landeskirche, gibt die Aussage, dass die Maßnahmen und Vorschläge „natürlich nicht alternativlos sind“, Anlass zur Hoffnung. Noch mehr die Mitteilung, dass der Ständige Theologische Ausschuss den Prozess in besonderer Weise aus theologischer und ekklesiologischer Perspektive begleitet. An diesen Ausschuss direkt geht meine Bitte, das – aus meiner Sicht unrealistische – Vorhaben, die Arbeit des Hauses der Stille in modifizierter Form im ThZW fortzuführen, einmal genau in den Blick zu nehmen.

    Vielleicht hatten Mitglieder des Ausschusses bereits selber die Gelegenheit, dieses Haus als Kraftort zum Auftanken, als spirituelle Oase, als Ruhepol in unserer hektischen Alltagswelt erleben zu dürfen. Dann wissen Sie, wie auch Frau Bertram als Mitarbeitende des Hauses richtig geschrieben hat, dass ein Aufenthalt dort immer aus dem Zusammenwirken von Kursinhalten u n d der kraftspendenen umgebenden Natur u n d der wertschätzenden, liebevollen Versorgung/Betreuung der Gäste durch die Mitarbeitenden des Hauses, eben durch diesen besonderen Geist zu mehr als nur einer kleinen Auszeit wird. Dieser Geist wird sich nur schwerlich nach Wuppertal transferieren lassen.

    Weiterhin halte ich es für eine Fehleinschätzung, der Arbeit des Hauses eine nur „geringe Wirkung über den Kreis der hochverbundenen Kirchenmitglieder hinaus“ zu attestieren. Bei allen von mir erlebten Aufenthalten, insbesondere auch bei den „ora et labora“-Wochen, habe ich die Spezies „hochverbundene Kirchenmitglieder“ (als Presbyterin zähle ich wohl dazu) meist alleine vertreten. Überwiegend durfte ich die Gemeinschaft mit kirchenfernen oder sich wieder annähernden und suchenden, aber auch mit von „der Kirche“ aus den unterschiedlichsten Gründen enttäuschten Geschwistern erleben. Wie wunderbar, wenn dann stets diese Zeit als Geschenk erlebt wird, als Erfahrung, von der zu erzählen zum Auftrag wird. All diese Menschen (und auch die „hochverbundenen Kirchenmitglieder“) reisen als Multiplikatoren nachhause und die Wirkung dessen kann gar nicht hoch genug ein-(und wert-)geschätzt werden. Ob ähnliche Strahlkraft sich im Seminar- und Hochschulbetrieb in Wuppertal entfaltet, möchte ich bezweifeln, ebenso, ob die oben genannte Gästemischung sich als eher Nicht- bis Niedrigverbundene dorthin auf den Weg machen würde.

    Ich bitte Sie herzlich bzw. gehe davon aus, dass Sie gründlichst abwägen, ob unsere Landeskirche, eine der größten Deutschlands, auf einen solchen Ort wie das Haus der Stille verzichten kann. Für die gewisse Un-logik der folgenden Verknüpfung bitte ich um Nachsicht, sie ist aber gewollt: Die Ersparnis, die laut Tabelle durch die Verlagerung der Arbeit nach Wuppertal und Verwertung der Rengsdorfer Liegenschaft erwartet wird, beträgt EUR 320.000.–. Das sind genau 0,53 % der unvorstellbaren Summe, die für die Umstellung der Buchhaltung auf das NKF prognostiziert sind. Damit jedoch wurde meines Wissens bis dato niemand be-geistert, sondern im Gegenteil auf lange Sicht extreme Mehrbelastung für alle damit befassten haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden auf den Weg gebracht. Ich bin sicher, dass auch davon viele das Haus der Stille als spirituelle Tankstelle nutzen. Für mich trifft dies unbedingt zu, denn seit NKF bleibt in den Sitzungen unserer Gemeindeleitung für Spiritualität und geistliche Stärkung schlicht und einfach keine Zeit mehr.

    Herzliche Grüße und Gottes Segen für all Ihre Aufgaben,
    Heidrun Bahls

  34. Sehr geehrter Herr Präses,

    Mit entsetzten muss ich feststellen, eine OASE IN DER WÜSTE – KIRCHE, das Haus der Stille in Rengsdorf, soll geschlossen werden!
    Ich möchte mich inhaltlich den Vorkommentaren anschließen u. füge meine persönliche Erfahrung zur Daseinsberechtigung an Ort u. Stelle des Hauses hinzu:

    In einer Glaubens u. Krisensituation durfte ich den Geist des Hauses empfangen. In meiner Kirchengemeinde suchte ich vergebens nach theologischer Beratung u. Begleitung. Rückblickend hat mir das eigentlich schon immer gefehlt. Ich hatte grundsätzliche Fragen. Ich hatte keinen Ort an dem ich mein `christliches – evangelisches Profil` entwickeln u. leben konnte. Erst das Leben, Wirken u. Arbeiten im Haus der Stille hat mir eine Tür geöffnet, um in meinem Glauben wachsen zu dürfen. – Nie zuvor habe ich mit so liebenswerten Menschen über den Glauben, das Leben und ethische Fragen geredet u. diskutiert. Die tägliche Auseinandersetzung mit Spiritualität und gelebtem Glauben haben mich ständig hinterfragt u. im Leben gefestigt. Zu einem Menschen gemacht, der Rede und Antwort stehen lernen will, und über die Hoffnung, die in mir ist. Der Weg, eine Sprache für meinen Glauben zu finden, hat mich zur Annahme meiner Krankheit geführt u. einen neuen Glauben geschenkt. Es war/ ist auch ein Ankommen, bei dem, was wirklich wichtig ist im Leben. Ich behaupte: Das Haus der Stille ist absolut kein „STILLES“ Haus!

    GEISTLICHES WACHSTUM ist für Christen essentiell, nicht optional! Er ist ein Prozess, der begleitet werden muss, vor allem durch Kirche – Missionsauftrag! Es ist auf keinen Fall einfach ein Ereignis – Kirchengemeinden. Es schließt alle Übungen, Erfahrungen u. Beziehungen ein, die Menschen helfen, intensiv u. nahe bei Jesus zu leben um sich so zu verändern, wie er es will u. braucht. Gottes Arbeit!

    Mich begleitete das Haus der Stille soweit, dass ich die Berufung empfing, die Diakonenausbildung zu absolvieren. Anderen Menschen genauso zu helfen u. zu begleiten, wie ich es erleben durfte, ist mein Ziel.

    Institution Kirche…..nach dem ich aber nun von ihren Sparmaßnahmen gehört u. den Vorschlag zur Hauskonsolidierung gelesen habe, bekomme ich langsam angst, nicht mehr mit Gott in der Kirche in Kontakt zu treten, sondern nur noch – außerhalb, denn beschützt fühle ich mich auf einmal überall mehr, als in der Kirche.
    Die Kirche gerät noch mehr in Schwierigkeiten, wenn die Leitung sich immer mehr auf ihre natürlichen Möglichkeiten verlässt, anstatt auf Gottes übernatürliches Wirken baut. Mein Erlebnis war u. ist ein Wirken Gottes im u. durch das Haus der Stille!
    Ich stimme ihnen zu, dass eingespart werden muss. aber bitte doch dann verglichen an Lehren u. Werten der Kirche! Glaube an Gott – Glaube an die Kirche, der Abgrund – die Distanz dazwischen wird immer größer.
    Herr Rekowski, ich bitte ich sie inständig den inhaltlichen WERT des Hauses, nicht nur für den Menschen, sondern auch für die KIRCHE zu überdenken. So, bewegt sich Kirche – KEINESFALLS – aufwärts! Auch gerade in einer Zeit rückläufiger Kirchensteuerzahlungen als Zeichen zunehmender Kirchenaustritte ist dieses HANDELN für mich nicht nachvollziehbar, Es ist doch schon länger als seit gestern bekannt, dass Gelder fehlen.
    Warum überlegt man sich nicht erst einmal ein neues einigermaßen wirtschaftliches Konzept um zu überleben? Fragt an der Basis – d.h. die Leitung, die Kursteilnehmer, die Gäste oder sogar die Mitarbeiter im Haus – nach Lösungsvorschlägen, um somit eine neue Konzeption zu entwickeln?

    In dieser Zeit fällt es sehr schwer noch einen Funken Hoffnung und Glaube zu behalten. Ich wünsche ihnen viel Kraft und Stärke bei den Beschlüssen und u. dem Haus der Stille, das der Glaube in dieser schweren Zeit sich nicht verliert.
    Trotz allem oder gerade deswegen werde ich mich nicht entmutigen lassen u. morgen nach meinem Dienst im Haus der Stille wieder zur Diakonenausbildung fahren, um mich mit Gottes Wort auseinander zu setzten.

  35. Vielen Dank für die Rückmeldungen hier im Blog, heute findet in Bonn die erste Veranstaltung „Kirchenleitung im Gespräch“ statt. Wir werden alle Rückmeldungen sammeln und auswerten, um der Landessynode nach Beratung der Ständigen Ausschüsse eine Vorlage zu machen. Die Landessynode wird dann im Januar 2015 entscheiden.

  36. Sehr geehrter Herr Präses,

    Mit großer Bestürzung und Unverständnis habe ich von der Möglichkeit der Schließung des Hauses der Stille in Rengsdorf gehört.
    Ich selbst besuche regelmäßig seit 15 Jahren diesen wunderbaren Ort der Einkehr, ich habe hier Heilung und eine Quelle geistlichen Wachstums für mich gefunden und darüber hinaus neue und wohltuende Möglichkeiten des Zugangs zu Gott für Leib, Seele und Geist erfahren, die ich nie wieder missen möchte.
    Doch nicht nur ich erlebe die Aufenthalte hier als geistliche Quelle, sondern viele Menschen, die ich hier kennengelernt habe oder die ich mit dem Haus bekannt gemacht habe, kommen inzwischen regelmäßig hierher.
    So hat sich mein persönliches Ziel , an diesem Ort aufzutanken und geistlich zu wachsen zu einem gemeinsamen Ziel für mich und meine Freunde und Bekannten ausgeweitet- einmal dadurch, dass diese nun auch regelmäßig hierher kommen, zum andern durch die Gründung diverser Hauskreise in den Heimatgemeinden, die die spirituellen und geistlichen Impulse, die wir im Haus der Stille empfangen haben, weitertragen. Wenn das nicht dem Missionsauftrag von Jesus entspricht, nämlich Empfangen und weitergeben und Vernetzen , eben gelebte Gemeinschaft und Nächstenliebe, dann weiß ich wirklich nicht, was die Kirche eigentlich für Schwerpunkte setzen will, wenn nicht solche, dass diese Quellenorte wie das Haus der Stille unbedingt erhalten werden müssen!
    Ich hoffe sehr und bete , dass Gott diesen Ort erhalten möge und dass er Sie in allen Entscheidungen segne,herzliche Grüße Viola Balthes

  37. Sehr geehrter Herr Präses,
    als Mitarbeiterin im Haus der Stille erlebe ich täglich, wie wichtig dieses Haus für viele Menschen ist.
    „Ich bin so dankbar für dieses Haus“ oder „Dieser Ort hat mir geholfen, wieder zum Glauben zu finden“ sind nur zwei beispielhafte Aussagen von Gästen, die dies widerspiegeln.
    Hierher kann jeder kommen der sucht, der neu oder wieder zu Gott finden möchte.
    Wie kann dies als in dieser Form nicht erhaltenswert angesehen werden?
    Gerade in unserer Zeit, in der die Menschen oftmals ausgebrannt und überfordert sind, ist ein solcher Ort zum Auftanken – und das halte ich nicht für übertrieben – lebensnotwendig.
    Hier geschieht Seelsorge in reinster Form.
    Zu dieser Form gehört das Haus als Gesamtpaket, d.h. die liebevoll gepflegte Anlage und die herrliche Lage geben der inhaltlichen Arbeit den passenden Rahmen.
    Es ist schön, dass die Arbeit des Hauses eine „hohe Wertschätzung“ genießt, aber traurig, dass nur „eine geringe Wirkung der Arbeit über den Kreis der hochverbundenen Kirchenmitglieder hinaus“ angenommen wird.
    Ich sehe und erlebe es anders.
    Hier wird Glaube gelebt, erfahrbar gemacht, hier wird Halt gegeben, aufgetankt und weitergebildet. Und dies nutzen nicht nur „hochverbundene Kirchenmitglieder“ sondern auch viele Suchende, Zweifelnde und sich neu zum Glauben Hinwendende.
    Die Wirkungen daraus gehen weit über das Haus der Stille hinaus.
    Ich denke eine Schließung des Hauses der Stille bewirkt eine nicht unerhebliche Schädigung der Evangelischen Kirche im Rheinland.
    Bitte überdenken Sie diese Entscheidung nochmals.

  38. Muss denn Qualität dem Sparzwang geopfert werden?
    Ist sie nicht mehr „zeitgemäß“?

    Die Evangelische Akademie im Rheinland im „Haus der Begegnung“ (Heiderhof, Bonn-Bad Godesberg) ist seit 10 Jahren nach ihrem Umzug aus Mülheim a.d. Ruhr mit ihrem Tagungsangebot ein Ort regen Austauschs von Menschen aus verschiedenen Bereichen der Gesellschaft. Wenn ich mir das 2. Halbjahresprogramm 2014 ansehe, fällt sofort auf, dass es bei der Themenauswahl nicht nur um aktuelle, politisch-gesellschaftlich diskutierte Anliegen und Probleme und das evangelisch-christliche Selbstverständnis im Umgang mit diesen Themen geht, z.B. „Deutschlands Rolle in der Welt“ (Außenpolitik), „Abhören, überwachen, spionieren“ (Daten- und Persönlichkeitsschutz), Krise in der Ukraine, sondern es werden gerade auch sozial- und medizinethische Probleme (z.B. einer veränderten Arbeitswelt, Demenz), die Zukunft unserer Welt (Wirtschaft,Umwelt), Fragen des Verhältnisses von Leben und Tod (aus dem Blick verschiedener Wissenschaften) sowie historische Themen (1914/2014: Ausbruch des 1. Weltkriegs) und selbstverständlich Fragen des christlichen Glaubens in heutiger Zeit (mit Bibelarbeiten) erörtert. Dazu hat sich die Akademie in Kooperation durch ihre Forschungs- und Darstellungsbemühung des Verhältnisses von Naturwissenschaften und Theologie einen herausragenden Namen gemacht (s. http://www.theologie-naturwissenschaften.de). Dieses wohltuende breit und vielfältig aufgestellte Themenspektrum spiegelt doch genau unsere gesellschaftliche Wirklichkeit und ist den fachlichen Spezialgebieten der Studienleiter/Studienleiterinnen bzw. den eingeladenen Fachreferenten und Fachreferentinnen geschuldet, die nur durch (zeit)intensive Beschäftigung mit solchen Themen bei den Tagungsteilnehmern und -teilnehmerinnen Gedanken und Gespräche anregen können, um weiter in die Gesellschaft hineinzuwirken. Die aktive und profunde Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Akademie auf verschiednenen Kanälen (z.B. Präsenz in der Tagespresse, Internet-Auftritt und soziale Medien, Schriftenreihe, Blogs) legt davon ein beredtes Zeugnis ab. Die Beschäftigung mit diesen Themen und Planung der Tagungen braucht einfach einen gewissen Vorlauf. Auf die so erreichte Qualität der Erschließung von teils vielschichtigen Sachverhalten und Einstellungen in einer immer komplexer werdenden Gesellschaft und Welt, die eben nicht sofort – als „Statements“ oft verkürzend – zu verwerten sind, auf diese Art der Akademiearbeit möchte ich – und viele andere Menschen auch, die der Akademie verbunden sind – im Bonner Raum, dem Süden NRW’s nicht verzichten. Daraus ergeben sich für mich folgende grundsätzliche Fragen an die Kirchenleitung:

    1) Kann diese Qualität der Akademiearbeit an einem anderen Ort mindestens erhalten bleiben, wenn sich nicht nur der Ort, sondern auch das Konzept verändern soll?
    2) Welches neue Tagungskonzept wird angestrebt? Was heißt „zukunftsorientiert“? Wer entwickelt es?
    3) Wo bleibt die evangelische Kirche in der rheinischen Fläche? (Bei Standortveränderung nach Düsseldorf/Wuppertal), wobei das Gebiet der EKiR vom Niederrhein bis Saarland reicht und Bonn just dabei die „Mitte“ ist?
    4) Können das aufgebaute Referentennetz und die fachlichen Kontakte bei Ortswechsel der Akademie erhalten bleiben (z.B. die Verbindung zur Bonner Universitätsklinik)?
    5) Warum wird die Weiterarbeit der Evangelische Akademie im Bonner Umfeld durch einen Umzug verhindert, wenn sie doch den internationalen Ruf der Stadt Bonn nach dem Regierungsumzug als Forschungs-, Wissenschafts- und UN-Stadt durch ihr Wirken und ihre Bildungsarbeit ebenfalls bereichert und vorzüglich in dieses Profil hineinpasst?
    6) Warum wird sich bei einem möglichen zukünftigen Ortswechsel die Evangelische Akademie innerhalb von 10 Jahren wieder komplett konzeptionell und personell fast ganz neu aufstellen müssen?
    7) Sind wirklich alle, werden wirklich alle Möglichkeiten zum Verbleib der Akademie im Bonner Raum – am alten/an neuen Orten – eruiert und geprüft worden?
    8) Was geschieht bei Standortveränderung mit den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Akademie?

    Besten Dank und freundliche Grüße,

    Dorothea A. Zügner, Wachtberg

  39. Lieber Herr Rekowski,

    insgesamt wünsche ich mir sehnlichst einen liebevolleren, den Menschen zugewandteren Umgang mit unserer Kirche. Seit spätestens 2006 ist auch die EKiR einer Kälteströmung ausgesetzt. Damals wurde z.B. eine ganze Theologengeneration abgehängt und ins berufliche Nirwana verschoben. Das allgemeine Frösteln ist darauf zurückzuführen, das wesentliche Entscheidungen anhand von Finanzgrößen getroffen werden. Hierbei spielen offensichtlich Vorgaben der EKD eine entscheidende Rolle – Stichwort „erweiterter Solidarpakt“. Eine Kirche, die sich in ihrer strukturellen Umgestaltung eben nicht vorrangig am „Wort Gottes“, an der Barmer Theologischen Erklärung und an den Menschen, sondern am Geld orientiert, wirkt kalt, demotiviert ihre Beschäftigten und verliert bei ihren Mitgliedern an Bindungskraft.

    Die Weichenstellung zu einer verschärften Finanzorientierung wurde vor knapp einem Jahr auf der Sondersynode in Hilden vorgenommen. Das „strukturelle“ Haushaltsdefizit des landeskirchlichen Haushaltshalts basierte auf damals schon überholten Planzahlen, die von einem Netto-Kirchensteueraufkommen von 575 Mio. € für 2013 ausging. Heute wissen wir, dass das tatsächliche Ergebnis deutlich darüber, nämlich bei etwa 620 Mio. € liegt. Alle bisher vorliegenden Zahlen deuten darauf hin, dass das Ergebnis von 2014 noch besser sein wird. Abgesehen von der Frage, welchen Umfang das Defizit anhand dieser realen Zahlen hat, erstaunt es sehr, dass die tatsächliche Finanzentwicklung offenbar keinerlei Einfluss auf das Volumen der Einsparungen hat.

    Dass die einseitige Finanzorientierung Fehler nach sich zieht, geht aus folgenden Punkten hervor.

    1. Mit Abstand die meisten Federn lassen müssen die Schulen und die kirchliche Bildungsarbeit. Gerade Ihre Argumentation im Blog – „Traditionsbruch bei religiöser Erziehung“ – würde hier eigentlich größere Anstrengungen, keineswegs aber Rückzüge nahelegen.

    2. Die Konzentration von Einrichtungen unserer Kirche in Wuppertal hat Schattenseiten. Es wurde bereits darauf hingewiesen, dass die Arbeit des „Hauses der Stille“, wenn sie in einem großen Tagungszentrum angesiedelt ist, in ihrem Charakter verändert würde. Sollten Ihre Pläne umgesetzt und zudem noch das „Haus der Begegnung“ in Bonn aufgegeben werden, gibt es keine größere Einrichtung der Landeskirche mehr auf dem Gebiet oder auch nur in der Nähe der südrheinischen Kirchenkreise.

    3. Mit am Ärgerlichsten ist für mich, dass in Ihrer Vorlage das Stichwort „Inklusion“ für Einsparungen missbraucht wird. Was der Politik immer vorgeworfen wird, setzen Sie entschlossen um, indem sie die Blinden- und die Gehörlosenseelsorge preisgeben und in Zukunft mit einer Stelle für Inklusion auskommen wollen. Aus fachlicher Sicht ist das ziemlich Unmöglich!

    Sie sprechen von Haushaltskonsolidierung und verschärfen die bisherigen Sparbemühungen drastisch, obwohl die Einnahmen aus Kirchensteuermitteln seit 2005 um 26% gestiegen sind, was den Verteilbetrag betrifft. Geht es nicht tatsächlich darum, die im „erweiterten Solidarpakt“ der EKD festgelegten Standards vor allem im Blick auf die Versorgungssicherung möglichst rasch und möglichst umfassend zu erfüllen? So groß die Herausforderung durch zukünftige Versorgungsansprüche aus sein mag, ist dies wirklich die entscheidende Zukunftsfrage unserer Kirche?

    Karl Barth schreibt in „Christengemeinde und Bürgergemeinde“ im Blick auf die Kirche: „Allem Volk zu dienen ist Sinn ihrer Existenz“. Ich habe Sehnsucht nach einer Kirche durchaus solider Haushalterschaft, die an den Anfangspunkt ihrer Umbauprozesse nicht die Finanzfrage, schon gar nicht fragwürdige Langfristprognosen stellt, sondern die konsequent wieder die Menschen in den Blick nimmt und danach fragt, was diese brauchen. Zum Ausgangspunkt: das in 1. Korinther 13 formulierte paulinische „… und hätte der Liebe nicht“ könnte zukünftigen Reformprozessen bei Beherzigung reformatorische Kraft geben.

  40. Sehr geehrter Präses,
    auch ich gehöre zu den Menschen, die seit vielen Jahren regelmäßig zu Gast im Haus der Stille in Rengsdorf sind.
    Diese Haus ist wertvoll und ich habe Jahr für Jahr sehr viel Kraft geschöpft, zur Ruhe gefunden und Gottes Nähe spüren dürfen.
    Dieses Haus zu schließen würde bedeuten, vielen Menschen eine geistliche und spirituelle Heimat zu nehmen!
    Mit freundlichem Gruß
    Martina Supplie-Kötz

  41. Hallo liebe Schwestern und Brüder,
    in den Ruhrnachrichten konnte ich lesen, dass unsere Kirche vom Land NRW ca. 22 Millionen Euro in diesem Jahr erhält. In erster Linie für die Bezahlung von der obersten Leitung. Ich finde es skandalöse das im Gegenzug Einrichtungen von den gut Betuchten auf die Schließungsliste gebracht werden, Löhne für die Mitarbeitenden verspätet gezahlt werden undundund. Bald schauen die Karstadt-Mitarbeiter mitleidig auf uns.

  42. Sehr geehrter Herr Präses,

    mit Entsetzen und Unfassbarkeit habe ich von den Plänen erfahren, das Haus der Stille in Rengsdorf zu schließen und in einer Art Tagungsform dem ThWZ anzuschließen. Die Arbeit, die im Haus der Stille geleistet wird, die Qualität an geistlichem Input, der Möglichkeit wirklich „zu sich und zu Gott“ zu kommen, persönliche Standortbestimmung zu betreiben und dadurch sowohl für sich selbts als auch für die Gemeinde und Gesellschaft Kraft, Mut und Grundlage zum Handeln und manchmal zur notwendigen Veränderung zu finden, ist mit Gold nicht aufzuwiegen. Das Haus der Stille in Rengsdorf ist ein homogenes Gesamntkonzept, und dieses zur zerschlagen und dann zu versuchen, Teile dieser Arbeit bröckchenweise in einen Tagungsbetrieb umzuformen, halte ich für einen fatalen Fehler, der diese in unserer Zeit so unglaublich wichtigen Arbeit absterben lassen wird. Ja, sozialen Engagement der Kirche ist wichtig; ja, es muß gespart werden – aber es kann nicht sein, dass die Kirche dabei einen ihrer Kernaufträge über die „Missionarische Volkskirche“ hinaus aus den Augen verliert: Sorge zu tragen sowohl den verschiedensten Gemeindemitglieder gegenüber als auch den Menschen, die der institutionalisierten Kirche zwar fern stehen, sich dennoch aber nach einem Ort der Begegnung mit Gott und Hilfestellung auf dem geistlichen Weg wünschen. Als langjähriger Gast im Haus der Stille kann ich nur immer wieder unterstreichen, wie kostbar und wertvoll die Zeit dort immer ist. Ich bin in einer eigenen Lebens- und Glaubenskrise im Haus der Stille aufgefangen worden und habe dort wieder meine Weg zu Gott und auch der Kirche zurück gefunden – durch liebevolle Annahme, Zuhören, dem Angebot verbindlicher geistlicher Tagesstrukturen, Gesprächen etc., eingebettet in die mehr als dienstorientierte Gemeinschaft der Angestellten und letzten Endes auch diesem wunderschönen Ort der Ruhe, der die Seele weit und bereit macht. Das Haus der Stille ist zu meiner zweiten Heimat geworden, und dies nicht nur für mich, sondern auch für viele andere Menschen, die sich immer wieder dort Rüstzeit für sich und ihren Alltag holen. Hier zu spare, wäre meiner Meinung nach an der völlig falschen Stelle angesetzt. Ihre Aussage, dass es nur „relativ geringe Wirkung für einige hochverbundene Kirchenmitglieder“ hat, kann ich ganz und gar nicht unterschreiben. Vielleicht passiert die Wirkung dieser Arbeit eben mehr ‚im Stillen‘ aber dafür umso nachhaltiger, nicht messbar in Daten, Zahlen und Statistiken, aber dafür im Herzblut, inneren Stärke und geistlichen Verbindlichkeit der Menschen, die dann wieder in ihren Alltag gehen und dort ihren Dienst tun.
    Ich bitte Sie daher inständig, das Haus der Stille zu erhalten und eine so wichtige und über Jahre gewachsene und letztendlich auch gesegnete Arbeit nicht zu zerschlagen.

  43. Sehr geehrter Herr Präses,
    bestürzt habe ich heute in Ihrem Blog gelesen, dass das Haus der Stille in Rengsdorf geschlossen werden soll. Dieses wunderbare Haus, das offen ist für Menschen mit all Ihren Problemen, Ängsten und Krisen oder Menschen die wieder Zugang zum Glauben und zu Gott finden möchten und dabei Hilfe benötigen und auch bekommen.
    Dies ist doch gerade in der heutigen Zeit der Kirchenaustritte und auch Desinteresse am Glauben und Kirche, ein Weg an die Basis und zu den Menschen. Es ist sicher richtig Sparmaßnahmen zu ergreifen, aber muss dafür dass Haus in Rengsdorf geschlossen und nach Wuppertal verlegt werden.
    Hin zu den Menschen ist für mich ein gutes Motto und sie da begleiten wo sie schon sind. Wenn dies durch einen Aufenthalt im Haus der Stille geschieht, dann sind wieder Menschen in und bei der Kirche. Das ist doch etwas Wunderbares. Gerade die Abgeschiedenheit und fern vom Arbeitsplatz oder Institutionen, fällt es den Menschen leichter von seinen Sorgen, Nöten oder auch Glaubensfragen zu sprechen – sich zu öffnen -. Schön, dass es dieses Haus gibt und ich wünsche mir, dass es erhalten bleibt. Danke dafür.
    Für Ihre Beratungen und Beschlüsse wünsche ich Ihnen Gottes
    Segen.

  44. Sehr geehrter Herr Präses,
    für Ihr Bemühen um Haushaltskonsolidierung der EKiR und für die Transparenz des Prozesses durch Veröffentlichung der neuen Sparvorschläge danken wir Ihnen herzlich.
    Die geplante Schließung des Hauses der Stille und die geplante „Fortführung der Arbeit unter veränderten Bedingungen im ThWZ“ haben uns geschockt und veranlasst, diesen Kommentar zu verfassen. Die Vorstellung, dass die Arbeit dieses Hauses in Rengsdorf aus seiner jetzigen Gesamtkonzeption (die Ausstrahlung der Räume, besonders der Meditationsraum im Refugium, die Mitarbeitenden und die Anlage) quasi chirurgisch entfernt und in Wuppertal in ein „Zentrum für gemeindenahe Dienste“ implantiert werden könnte, ist für uns, die wir dieses Haus als Gäste, als Lernende in Geistlicher Begleitung und als Kursleiter seit Anbeginn kennen, in keiner Weise nachvollziehbar. Diese „Operation am offenen Herzen“ scheint am grünen Tisch erdacht und nimmt in Kauf, dass das Herz darüber stirbt. Das Haus der Stille ist das, was unsere Landeskirche allzu lange nicht hatte und was sie substantiell braucht: ein geistliches Zentrum. Es ist der Ort, wo längst nicht nur „hochverbundene Kirchenmitglieder“, sondern auch viele Suchende und Distanzierte wieder Schritte zur Kirche hin wagen, neue Kraft schöpfen und zur Quelle des Lebens finden. Und das wirkt nicht nur in die Tiefe, sondern auch in die Breite.
    Dies ist unsere Erfahrung in vielen seelsorgerlichen Einzelgesprächen als Kursbegleitende.
    Es ist der Ort, an dem kirchlich Mitarbeitende und Pfarrer/innen Zuflucht finden, bevor sie physisch und psychisch ausbrennen. Das Haus der Stille hat uns als Menschen in verschiedensten Situationen Halt gegeben. Wir könnten beide unsere Arbeit als Pfarrer nicht so beständig ausüben, wenn es diesen Ort nicht gäbe.
    Solch eine landeskirchliche Einrichtung, der in den Vorschlägen der Kirchenleitung zur Haushaltskonsolidierung attestiert wird, dass sie „eine hohe Wertschätzung“ genießt und in dieser Form auf landeskirchlicher Ebene singulär ist, die „rechnet sich nicht“, weil “nicht kostendeckend“? Uns ist klar, dass gespart werden muss. Doch bei jeder Einsparung muss gefragt werden: „Was ist uns diese Arbeit wert?“ Das, was in Rengsdorf geschieht, ist genauso wenig „berechenbar“ wie viele Dienste in der Kirche. Gibt es denn gar keine Ideen, wie dieses geistliche Zentrum erhalten werden kann? Wäre nicht eine Kooperation mit der Ev.Kirche in Hessen und Nassau denkbar, die jetzt ihr Haus der Stille in Elgershausen schließt? Und was empfinden die Menschen im Südteil unsere Landeskirche, wenn wieder eine wichtige Einrichtung nach Wuppertal abwandert? Wir wissen nicht, ob die Entscheidungsträger die wohltuende Atmosphäre im Haus der Stille für sich selbst z.B. bei Stillen Tagen entdeckt haben. Noch wäre Zeit, ein mögliches Erfahrungsvakuum zu füllen. Wir bitten alle Landessynodalen herzlich und eindringlich darum, diesen wertvollen Ort der „Respiritualisierung“ (P.M.Zulehner), wo Menschen Abstand suchen und Stille finden können, zu erhalten. Denn der Schaden wäre zu groß.

  45. Sehr geehrter Herr Präses,
    „Kirche in einer pluralen und säkularen Gesellschaft sein“ … ich teile Ihre Auffassung, dass genau das unsere Aufgabe ist. Die Frage ist allerdings, was man unter einer solchen Gesellschaft versteht, denn je nach der Sicht der Säkularisierung werden die Formen einer möglichen Präsenz von Kirche unterschiedlich gesehen werden. Ich persönlich schätze sehr die Untersuchung des Philosophen Charles Taylor ‚Ein säkulares Zeitalter‘. Nach dieser Sicht unserer säkularen Gesellschaft läge ein Kirchesein in dieser gerade in Stärkung der Aspekte, die Erfahrungen ermöglichen, die vielleicht auch abseits der institutionellen Routine liegen. Von Pèguy stammt der Satz ‚tout commence en mystique et finit en politique‘. In diesem Sinn täte Kirche in einer säkularen Gesellschaft eine Stärkung des Elementes ‚mystique‘ als wiederbelebendes Element gut. Von daher scheinen mir die Überlegungen zur Aufgabe des Hauses der Stille mehr als kontraproduktiv für ein Kirchesein in einer säkularen Gesellschaft.

  46. Sehr geehrter Herr Präses,

    Ich kann hier nicht beschreiben, wie kostbar mir die Arbeit des Haus der Stille in den letzten Jahren gewesen ist.
    Als ehrenamtliche Mitarbeiterin in meiner Gemeinde habe ich das Haus der Stille wie ein geistliches Trainingszentrum erlebt, das mich nicht nur für meinen persönlichen Glauben ermutigte, sondern auch dazu beitrug, mich mit anhaltendem Engagement in meiner Gemeinde vor Ort einzusetzen.
    Diese Arbeit in einen generellen Tagungsbetrieb einzugliedern würde einen großen Verlust der Qualität dieser Arbeit bedeuten.
    Ich teile die Beurteilung nicht, dass diese Arbeit eine „relativ geringe Wirkung für einige hochverbundene Kirchenmitglieder“ hat.
    In den Kursen, die ich besuchte, bekam ich immer wieder mit, dass diese Kirchenmitglieder das im Haus der Stille Empfangene in großer Treue wiederum in ihre Kirchengemeinden austeilten, als Pfarrer und Pfarrerinnen oder auch als ehrenamtlich Mitarbeitende.
    Ich bin davon überzeugt, dass die Kirche hier an der falschen Stelle spart und bitte darum diese Entscheidung erneut zu überdenken.

  47. Sehr geehrter Herr Präses,
    grundsätzlich begrüße ich es, dass auch die Landeskirche über Einsparungen nachdenken und realisieren muss. Das gilt in der Regel für jede Kirchengemeinde, die schweren Herzens Aufgaben reduzieren oder sich auch davon trennen muss, weil die Finanzen es erfordern.
    Aber das ist ein Prozess, den ich als Ehrenamtler aus der Wirtschaft nur zu gut kenne und der auch dazu führt, dass alte und verkrustete Strukturen endlich aufgebrochen werden. Ohne diese Veränderungsprozesse werden Organisationen träge und unfähig, sich frühzeitig auf neue Situationen einzustellen.
    Doch nun zu meinem eigentlichen Punkt: Jedes Unternehmen sollte bei Veränderungsprozessen nicht nur auf Kostensenkung schauen sondern auch prüfen, ob nicht die Einnahmenseite verbessert werden kann. Wenn ich heute z. B. im Generalanzeiger Bonn zu unserem Thema lese, dass nur ein Drittel der Mitglieder der Ev. Kirche im Rheinland auch Kirchensteuer zahlt, weil sie auch Einkommensteuer zahlen, dann frage ich mich, ob nicht ein jährlicher „Solidaritätsbeitrag“ der Nichtzahler angedacht werden könnte. Bei nur 20 Euro p.a. wären das bereits 36 Mio. Euro, die die Kirche einnehmen könnte. Oder warum lassen wir uns die Aufwendungen für die Unfallseelsorge, die auch von Nicht-Kirchemitgliedern in Anspruch genommen wird vom Staat erstatten.
    Das sind nur zwei Denkanstöße, die vielleicht auch weiter ausgearbeitet werden könnten. …
    Vielleicht können Sie auf der Veranstaltung in Bonn am 15. September auch zu diesen Gedanken etwas anmerken.

  48. Hallo habe aus der Presse entnommen das die ev Kirche bis zu 20 Millionen einsparen möchte.Darunter sollte auch das Haus der Stille in Rengsdorf geschlossen werden ,was ich ziemlich schade finde. Ich habe dort immer eine gute Zeit verbracht,wenn ich nicht mehr weiter wußte fuhr ich dort hin und alles sah anders aus dort hab ich wieder zu Gott gefunden.Dieses Haus sollte für alle erhalten bleiben.

  49. Sehr geehrter Herr Präses,

    Sie schreiben, dass die Kirchenordnung „Orientierung“ gäbe – welchen Grad von Verbindlichkeit bedeutet das konkret? Wie stellen Sie sich z.B. die „lautere“ Verkündigung des Wortes Gottes und die „rechte“ Verwaltung der Sakramente vor (Artikel 1)? Was ist „lauter“, was ist „recht“? Wie machen Sie das im Moment?

    Sie schreiben, die Pflege einer kleinen Zahl hoch engagierter Christinnen sei unverträglich mit Breitenwirkung. Tatsächlich? Bei Jesus, der doch „seine Kirche baut und erhält“ war es jedenfalls anders. Wieviele Anhänger hatte er bei seinem Tod? Wollte er seine Wirksamkeit nicht auf Israel beschränken?

    Sie stellen die Frage, „welche Kirche wir uns wünschen“? Heißt das, momentan sind „wir“ keine (richtige) Kirche? Ich hätte nicht gedacht, so kurz nach meiner Konfirmation mich ernsthaft fragen zu müssen, ob ich Mitglied einer Kirche bin oder einer Organisation, die erst Kirche sein will oder vielleicht auch nicht.

    Jedenfalls habe ich von meinem Unterricht her noch im Ohr: „Wir verwerfen die falsche Lehre, als könne die Kirche in menschlicher Selbstherrlichkeit das Wort und Werk des Herrn in den Dienst irgendwelcher eigenmächtig gewählter Wünsche, Zwecke und Pläne stellen.“

  50. Verehrter Präses, lieber Herr Rekowski !

    Heute stand auch im „Kölner Anzeiger“ ein Artikel zu den landeskirchlichen Sparvorhaben, mit Akzent auf Schulen und Arbeitslosenfonds – von diesen 6 Millionen Euro bis zu den für 2018 angepeilten 20 Millionen braucht es freilich noch weitere Sparprojekte. Darum bin ich sehr gespannt, was bei den Infoveranstaltungen „Kirchenleitung im Gespräch“ an Details aus dem 40-seitigen Papier (Link siehe oben) sonst noch mitgeteilt wird.

    Von „sinkenden Kirchensteuereinnahmen“ sollte allerdings nach dem Allzeithoch 2013 und noch besseren Erwartungen für dieses Jahr nicht mehr geredet werden! Die EKD-Prognose der „einfachen Formel“ bestätigt sich hinsichtlich des allmählichen Rückgangs der Kirchenmitgliederzahl, nicht aber bei den Finanzen. Fast ein Viertel der rheinischen Kirchensteuern wird zur Kapitalstockbildung für kommende Pensionszahlungen verwendet, und trotzdem kommen die Gemeinden noch einigergermaßen zurecht mit dem Restgeld. Das wäre in meinen Augen eher Grund zur Freude und Dankbarkeit als zum Jammern!

    „Engagement und Indifferenz“ belegt eine leichte prozentuale Zunahme bei den hoch engagierten und (!) bei den gar nicht interessierten Gemeindegliedern. Dennoch bleibt es bei der überwältigenden Mehrheit (70 %) der „Distanzierten“, deren Austrittsneigung sogar noch gesunken ist. Ich interpretiere, dass die für die meisten Leute entscheidende Arbeit auf Gemeindeebene eigentlich gar nicht so schlecht sein kann – die Leute bleiben ihrer Kirche treu, auch wenn sie selbst nicht hingehen!

    „Missionarisch Volkskirche sein“ halte ich für ein gutes und fürs evangelische Rheinland durchaus passendes Leitbild. Religiöse Bildung ist wichtig, im kirchlichen Binnenbereich ebenso wie im schulischen Religionsunterricht. Einladend mit anderen (z.B. mit Konfessionslosen oder Muslimen) vom eigenen Glauben zu sprechen muss vielerorts erst wieder neu gelernt und erprobt werden. Aber auch in der Öffentlichkeit sollte die evangelische Stimme zu brennenden Fragen unserer Zeit vernehmbar sein – hier sind Kirchenkreise, Landeskirchen und EKD gefordert Flagge zu zeigen.

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