Geschrieben von am 17.12.2015 in Video | 1 Kommentar

Zu diesen Bildern höre ich die altbekannte Weihnachtsgeschichte neu

Alle Jahre wieder – so beginnt ein Weihnachtslied. Weihnachten ist ein Fest der Traditionen, in den meisten Familien gibt es individuelle Weihnachtsbräuche. Bei uns zu Hause wurde am Heiligabend viel gesungen und meine Eltern hatten immer Gäste eingeladen, die den Abend sonst hätten alleine verbringen müssen. Nun blicke ich zu Weihnachten im Kerzenschein in die leuchtenden Augen meiner eigenen Kinder. Dieses Jahr werde ich aber auch die Kinder vor Augen haben, die nicht bei ihren Familien Weihnachten feiern können, weil sie ihr Zuhause verloren haben und auf der Flucht sind.

 
In unseren Kirchen hören wir jedes Jahr die Weihnachtsgeschichte, seit Kindertagen ist sie mir so vertraut, dass ich sie fast auswendig kann.

Auch wenn es dieselben Worte sind wie in jedem Jahr, so höre ich dieses Jahr die Weihnachtsgeschichte vor der aktuellen Flüchtlingskrise neu. Im Lukasevangelium suchen Maria und Josef Herberge für sich – und das Kind, das sie erwarten; bei uns in Deutschland und in Europa suchen Menschen Zuflucht und Herberge aus Kriegs- und Krisengebieten.

 
Gott wird Mensch – so der Kern der Weihnachtsbotschaft, das heißt aber auch, dass uns im Mitmenschen Gott begegnet. Weihnachten können wir nicht feiern, ohne an die Menschen zu denken, die bei uns Zuflucht suchen.

 
In den Geschichten der Flüchtlinge spiegelt sich daher die Weihnachtsgeschichte wider. Für die heutige Weihnachtsfeier im Landeskirchenamt haben wir in diesem Videoclip den Text der Weihnachtsgeschichte über die aktuellen Bilder von Flucht und Vertreibung, aber auch von Hilfe und Mitgefühl gelegt.

 
Dieses Video geht mir unter die Haut, für mich gewinnt der biblische Text so Aktualität, die Bibel spricht direkt zu uns. Ich gebe zu, manche der Bilder sind verstörend, aber sie entstammen nur den Nachrichtensendungen, wie wir sie täglich sehen.

 
Am Ende der Weihnachtsgeschichte rufen die Engel den Hirten zu: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden!“

Bei all den schlimmen Bildern zur Flüchtlingskrise gibt es aber auch Hoffnungsbilder im Video, ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die zupacken; Kinder, die lächeln, weil sie Zuflucht gefunden haben; Menschen, die wieder frei atmen können, weil sie nun in Sicherheit sind.

 
Mit diesen Bildern schließt das Video, sie geben mir Hoffnung und einen Grund, Weihnachten zu feiern. In unseren Gemeinden engagieren sich Menschen für Flüchtlinge, wir tun das, weil Gott uns in unseren Mitmenschen begegnet.

 
Ich wünsche Ihnen frohe Weihnachten auch in diesem Jahr und lassen Sie uns gemeinsam dafür arbeiten und beten, dass Friede auf Erden werde.


1 Kommentar

  1. Ich bin stolz darauf Lebacher Bürger zu sein. Wir haben mit der Landeswohnsiedlung eine der größten „Krippen“ in Südwestdeutschland.

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