Geschrieben von am 23.01.2016 in Aktuell | 12 Kommentare

Schaffen wir einen differenzierten Blick? – Es sind Menschen wie Sie und ich

Schaffen wir einen differenzierten Blick? – Es sind Menschen wie Sie und ich

Es ist frostig im Deutschland dieser Tage. Nicht nur das Wetter ist rauer geworden. Auch das gesellschaftliche Klima bewegt sich um den Nullpunkt: Verallgemeinerungen greifen in den letzten Wochen verstärkt um sich: Manch einer weiß sehr genau, wo „die Polizei“ sich raushält, wo und wie sie versagt. Und zunehmend werden Menschen auch nach Herkunftsländern sortiert, eingeordnet, beurteilt und verurteilt. „Die Nordafrikaner“, „die aus den Maghreb-Staaten“, werden nun kollektiv unter Generalverdacht gestellt. Sexualisierte Gewalt und Taschendiebstahl scheinen sich jetzt leicht zuordnen zu lassen. Das erscheint auf den ersten Blick klar zu sein. Aber es lohnt der zweite Blick.

Mit den Flüchtlingen und Aufnahmesuchenden, die wir in den vergangenen Wochen und Monaten bei uns aufgenommen haben, sind keine besseren Menschen zu uns gekommen. Aber wen wundert das wirklich? Es sind doch Menschen wie Sie und ich. In dieser Personengruppe sind genauso alle Haltungen, Einstellungen und Verhaltensweisen vertreten wie in jeder Kirchengemeinde, in jedem Sportverein oder im Kreis der Leserinnen und Leser dieser Zeitung. Überall gibt es „so’ne und solche“, wie man bei uns im Bergischen sagt: Es gibt katholische Steuerbetrüger und evangelische Ehebrecher ebenso wie atheistische Autodiebe und muslimische Sexualstraftäter. Wer also hat eigentlich dieser Tage das Recht das hohe Ross zu satteln?

Ich bin Christ und Pfarrer. Da wird es niemanden sonderlich überraschen, dass ich einen Blick in die Bibel für einen sinnvollen und keineswegs altmodischen Weg halte, mich und meine Sicht auf die Dinge zu justieren. In diesem alten und doch so modernen Buch lese ich beim Propheten Micha: „Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der HERR von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.“ Ich finde, das tut dem Zusammenleben gut: sich zu erinnern, was gut ist und was böse; sich von der Nächstenliebe nicht abbringen zu lassen und mit Maß und Verstand auch mich und die Welt zu sehen. Das heißt für mich demütig zu sein. Und mir fallen neben mir selbst derzeit eine Menge Menschen ein, die sich das Prophetenwort gesagt sein lassen sollten, ehe sie vollmundig in Fernsehkameras verallgemeinern oder in sozialen Netzwerken pöbeln. Mich interessiert derzeit vor allem: Schaffen wir den zweiten, den differenzierten Blick? Dann ist sehr viel mehr geschafft.


12 Kommentare

  1. Sehr geehrter Herr Rekowski,
    Kirche und Staat sind in Deutschland getrennt. Deshalb sollten Sie sich aus diesen weltlichen Belangen raushalten.
    […]

    =====
    Anmerkung der Redaktion:
    Liebe Frau Herling,
    wir haben Ihren langen Kommentar gelesen, ihn aber nicht freigeschaltet, da Wortwahl und auch der von Ihnen verlinkte Videolink Menschen verunglimpft. Gerne können Sie Kritik üben und Sorgen äußern, aber der Umgang hier im Blog soll von Respekt gegenüber allen Menschen geprägt sein.

  2. Ich habe durchaus Probleme, nicht unbedingt mit dem Text im Blog oben, aber dennoch mit einigen Aussagen der Evangelischen Kirche(n) und ihrer Mitglieder.
    Es gibt so etwas wie ein Helfersyndrom, und es scheint auch nachgewiesen, dass Opiatausschüttungen des eigenen Körpers stattfinden können, wenn sich ein Mensch in vermeintlich oder wirklich guten Taten in Serie ergeht. Das hat entwicklungsgeschichtlich sicher gute Gründe, und ist auch nicht primär ein Argument dagegen, sich für seine Mitmenschen, auch im christlichen Sinne, einzusetzen.

    Meine Bedenken entstehen aus der derzeitigen Aktivitätenlage, so wie sie kommuniziert wird. „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ heißt es so schön und richtig. Liebe deinen Nächsten mit Blindheit, das ist da einbegriffen. Und diese Betriebsblindheit vermisse ich deutlich. Man klopft sich auf die Schulter für die Aufnahme eines Menschen aus Eritrea, freut sich, wenn leerstehende Gebäude der Kirche einem nutzbringenden Zweck zugeführt werden („endlich“).

    Wenn wir etwas von Jesus lernen können, ist es eben auch, man denke an den Samariter, sozusagen betriebsblind zu sein, dafür wem man hilft. Hallo, es gab auch schon vor der Flüchtlingskrise Millionen Menschen in Deutschland an und unter der Armutsgrenze. Der eine oder andere, die ich hier alle explizit ausschließen möchte, haben sich tatsächlich schon immer genau mit der gleichen Vehemenz engagiert, wie im Moment. Der Großteil, um mal Klartext zu reden, allerdings nicht. Es war eben nicht ’sexy‘ deutschen Obdachlosen eine regelmäßige Bleibe anzubieten; mit und für allein erziehende arbeitslose Mütter jeden Abend zu kochen, u.s.w. Nun jedoch, auf einer kollektiven Wolke der Hilfsbereitschaft schwebend, und auch im Mainstream en vogue, tut man genau das, was man vorher halbherzig (bitte, siehe oben, im Durchschnitt) tat, mit der glühenden Begeisterung als ‚christlich‘.
    Nein, das nehme ich der Mehrheit nicht ab. Jesus hat an keiner Stelle vorgeschlagen, in Zeiten kollektiver Euphorie gebündelte Hilfsbereitschaft auf einen irgendwie klassifizierbaren Teil der Menschheit anzuwenden.

    Die deutschen Kirchen waren immer grundsätzlich staatstragend, haben sich nur in gewundener Form gegen den vorherrschenden Kapitalismus ausgesprochen, Almosen hier, Brot Für Die Welt dort.
    Ich bin alt genug, mich zu erinnern, wie vehement gegen die ‚unchristlichen‘ Kommunisten im Osten angewettert wurde. Seltsamerweise wird der Islam, der eine Umgestaltung nicht nur der religiösen, sondern auch staatlichen Werte für alle Menschen und alle Staaten dieser Welt als Religionsauftrag (Koran, Hadith) des gläubigen Muslims definiert (wenn auch nicht als einen der 5 Grundpfeiler), als ‚freundschaftliche Religion‘ im Sinne des Buches Moses angesehen.

    Mit freundlichen Grüssen,

    Uwe Dippel

  3. Lieber Gerhard Niemeyer,
    ziemlich überrascht tut es mir heute leid, dass ich mich gestern offensichtlich nicht so ausgedrückt habe, dass meine Übereinstimmung mit Ihren Darstellungen deutlich wurde.
    Ich bin ebenfalls gerne in „unserer“ Kirche, schätze besonders diesen blog und auch die Stellungnahmen der Kirchenleitung in den Medien.

    „….. Flüchtlinge sind nicht kriminell, weil sie Flüchtlinge sind“. Das sehe ich auch so. Da hatte ich sie verstanden.

    „Aber zu verschweigen, dass mit einer Million Menschen eben auch kriminelle Menschen ins Land kommen, ist unseriös.“ Ich will garnichts verschweigen.

    „Jetzt ist nur die Frage, wie wir mit diesen kriminellen Elementen, die alle Flüchtlinge diskreditieren, umgehen.“
    An dieser Stelle schlage ich jedoch gerne einen anderen Blickwinkel vor:
    Den Umgang mit „kriminellen Elementen“ überlasse ich gerne zunächst unserer Saatsmacht. Das können die.

    Von dieser Sorge befreit, kann ich mich den eigentlichen Fragen zu den Flüchtlingsthemen zuwenden.

    Wenn ich jetzt auch die Sorge zur Finanzierbarkeit der Flüchtlingsversorgung abgebe, die ich glücklicherweise in Deutschland gut aufgehoben weiß, dann stehe ich plötzlich den Menschen gegenüber, die gerade dem Krieg entronnen sind.

    Und wenn ich jetzt noch in meinem Heimatort abschätze, dass rund 1% der Bevölkerung sich intensiv ehrenamtlich um die rund 2,5% Flüchtlinge kümmern, dann gewinne ich viel Zuversicht.
    Davon gebe ich gerne ab an diejenigen, die in den Medien ausschließlich Futter für ihre Sorgen finden.

    Und wenn vielleicht nach einem halben Jahr die Sprache reicht, dann fangen wir mit der Integration an und können die Flüchtlinge fragen, mit welchen Ideen wohl Frieden in ihrer Heimat einziehen kann ?

    Und in ein paar Jahren vielleicht fahren wir in ihre Heimat in Urlaub und brauchen gar kein Hotel ?

    Das wäre dann Globalisierung, wie ich sie schätze.

  4. Lieber Ulrich Weßler,
    vielen Dank für Ihre Reaktion. Offensichtlich haben Sie einiges an meinen Ausführungen nicht verstanden und ich nehme gerne Gelegenheit, einige Fakten klar zu stellen.

    Schon den ersten Satz Ihrer Replik kann ich so nicht stehen lassen. Im alten Artikel 16 GG hat die Versammlung unter dem Eindruck von 12 Jahre tausendjähriges Reichen formuliert „Politisch Verfolgte genießen Asylrecht.“ Punkt.

    Als dann 1993 der Artikel 16a in das Grundgesetz eingefügt wurde, wurde dieser Satz bis zur Unkenntlichkeit relativiert. Die damalige Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts, Frau Prof. Dr. Limbach hat ihre Meinung dem damaligen Bundesinnenminister Schäuble ihre Meinung in einer Fernsehdiskussion ins Gesicht geschleudert: „Seit der Artikel 16a ins Grundgesetz eingefügt wurde, gibt es in Deutschland faktisch kein Asylrecht mehr“. Dem ist nichts hinzuzufügen.

    Sie bestreiten, dass Flüchtlinge etwas mit Kriminellen zu tun haben. Sie haben recht und genau das habe ich gesagt. „….. Flüchtlinge sind nicht kriminell, weil sie Flüchtlinge sind“.
    Aber zu verschweigen, dass mit einer Million Menschen eben auch kriminelle Menschen ins Land kommen, ist unseriös. Jetzt ist nur die Frage, wie wir mit diesen kriminellen Elementen, die alle Flüchlinge diskreditieren, umgehen.
    Wenn sie verhaftet werden, läßt die Justiz sie nach zwei oder drei Stunden frei. Sie gehen grinsend aus dem Polizei- oder Justizgebäude, drehen der Polizei eine lange Nase und machen dort weiter, wo sie aufgehört haben. Ob das so richtig ist?

    Sie unterstellen mir die Aussage, es läge am Flüchtlingsrecht, wenn heute Kriminelle ins Land einreisen. Das habe ich nicht gesagt und es ist auch kompletter Unsinn. Was genau Sie mit dem allgemeinen Begriff „Flüchtlingsrecht“ meinen, ist nicht unbedingt nachvollziehbar. Damit kann alles und gar nichts gemeint sein.

    Das BAMF hat sich nach dem Ausländerrecht (hier explizit das Asylverfahrensgesetz) zu richten und zu entscheiden. Weiterhin hat der Gesetzgeber einige Staaten zu sogenannten „sicheren Herkunftsstaaten“ erklärt. Diese von Pro Asyl, vom UNHCR und vielen anderen Organisationen abgelehnte gesetzliche Regelung führt dann zu den Diskussionen über [angeblich] unberechtigte Asylanträge.

    Tatsache ist, dass die sicheren Herkunftsstaaten gar nicht so sicher sind. Es gibt Diskriminierung von Minderheiten (so bekommen zum Beispiel neu geborene Kinder keine Geburtsurkunden und werden dadurch automatisch stigmatisiert) und es gibt eklatante Verletzungen von Menschenrechten.

    „Lauthals diskutiert“ wird der sogenannte Missbrauch von AfD, Pegida und wie die ganzen Chaoten am rechten Rand alle heißen. Wollen Sie mich in diese Ecke stellen?

    Zum Schluss noch ein Wort, das ich im Zusammenhang mit Menschen gar nicht mag „Kollateralschaden“. Das ist einfach nur zynisch.

    Und ja. „Ihre“ oder besser gesagt „Unsere“ Kirche tritt für Flüchtlinge aller Couleur ein. Und ich bin froh, ein Teil davon zu sein.

  5. Deutschland hat ja seit Kriegsende ein ausgefuchstes Flüchtlings- und Asylrecht (aus gutem Grund und aus tiefer Überzeugung), das alle naslang einem weiteren „Optimierungsversuch“ unterliegt.

    Dass wir immer wieder darüber reden müssen, dass es im Einzelfall nicht unberechtigt ausgenutzt wird, ist eine Diskussion.
    Dass wir aber aktuell lauthals darüber debattieren, dass es am Flüchtlingsrecht läge, wenn heute Kriminelle nach Deutschland kommen, die sowieso und immer schon den Weg zu uns suchten, das ist eine unzulässige Vermischung.

    Kein Flüchtling hat etwas davon, wenn hinter oder vor ihm ein Krimineller in der Schlange ansteht, ganz im Gegenteil. Er kommt aus ganz anderem Grund.

    Wenn der Kriminelle ein Schlupfloch findet, dann hatte er Glück. Verantwortlich sind unsere Sicherheitssysteme.

    Und wenn diese Sicherheitssysteme im politischen Auftrag dann lieber alle Fremden abwehren sollen, damit kein Krimineller durchkommt, dann ist der Kolateralschaden größer als das beabsichtigte Ziel.

    Insofern, Herr Niemeyer, bestreite ich, dass Flüchtlinge etwas mit Kriminellen zu tun haben. Allein die örtliche und zeitliche Ähnlichkeit in den Vordergrund zu stellen, ist schon das Ergebnis einer unerträglichen medialen Vorverurteilung.
    Ich wünsche mir, dass wenigsten „meine“ Kirche immer wieder darauf hinweist – unüberhörbar – in den öffentlich-rechtlichen Medien.

  6. Lieber Herr Pohl,
    Zitat „[Der Blick muss] auch auf die Menschen geworfen werden, die die gegenwärtige politische Entwicklung mit Sorge betrachten“ Zitatende
    Welche politische Entwicklung meinen Sie, die mit Sorge zu betrachten ist? Für mich ist es die überproportional erstarkende rechte Szene wie AfD, Pegida und die sogenannten „Bürgerwehren“. Aber auch die gar nicht so „sicheren Herkunftsstaaten“ oder die Dublin-Regelungen.
    Viele populistische Patentschwätzer (und dazu gehören leider in verstärktem Maße auch Politiker)beginnen ihre Sätze „man darf niemand unter Generalverdacht stellen, aber …….“ Ich bin kein Nazi weil ich Deutscher bin und die Flüchtlinge sind nicht kriminell, weil sie Flüchtlinge sind. In Deutschland gibt es Nazis und mit den Flüchtlingen kommen kriminelle Elemente (sicherlich auch gezielt) ins Land. Wer wollte das bestreiten. Und das werde ich sagen, ohne mich zu entschuldigen.
    Die Debattenkultur in den elektronischen Netzwerken (wo diese sozial sind, hat mir noch keiner sagen können) ist nicht erst seit kurzer Zeit desolat. Das war, von einigen wenigen guten Aktionen abgesehen, noch nie anders.
    Den seelsorgerlichen Aufrag hatten die Kirchen (die Gemeinden sind die Basis der Kirchen) doch wohl schon immer. Richtig ist, dass die Pfarrerinnen und Pfarrer die jeweils aktuellen Aspekte in den Blick nehmen müssen. Die derzeitigen Ströhmungen unter einem (kirchlichen) Dach zu bündeln, ist allerdings nicht einfach. Wenn überhaupt möglich. Aber Sie haben recht. Den Versuch muss man jedenfalls machen.

  7. Verehrter Pfarrer Pohl,

    vor Kälte zitterd hocke ich seit ein paar Tagen in der Ecke, in die mich Ihre Zeilen verweisen.
    Auf die Frage, ob wir einen zweiten womöglich persönlichen Blick auf die Flüchtlinge werfen wollen, antworten Sie nicht mit „Nein!“, aber stellen gleichbedeutend die Vorbedingung, dass wir zuerst die Stimmen der sorgenvollen Fremdenängstlichkeit in unseren Reihen trösten sollen, so als hätte ich keine.
    Nie scheute ich diese Mühe. Mit jeder halben Stunde, die ich den mir bekannten Flüchtlingen schenke, bin ich eine weitere halbe Stunde daran, meinen Mitchristen zu erklären, warum ich das freudig tue.

    Es ist immer zu jeder Zeit die Aufgabe „meiner“ Kirche, Seelsorge zu tun. Aber Sie verwenden diesen Hinweis als aufschiebenden Grund, dass meine Gastfreundschaft Grenzen haben möge. Das ist nicht fair. Ich bin ja schließlich selbst Mitglied Ihrer Gemeinde.

  8. Sehr geehrter Pfarrer Pohl,
    vielleicht bringt schon eine Frage weiter ?

    Was ist die „gegenwärtige politische Entwicklung“ ?

    Wenn Sie in 15 Zeilen 3-mal von „Sorge“ schreiben, dann geht es um Gefühle.
    Dazu hilft Offenheit und Ehrlichkeit, aber nicht Medienkonsum, der zu beklagen ist, finde ich !

    Und wenn wir „… im Gebet für eine gerechte … Gesellschaft zusammenbleiben“, geht es dann um Deutschland ?

    Was würde Jesus sagen ?

  9. Sehr geehrter Herr Präses – lieber Bruder Rekowski, Sie plädieren für den zweiten, differenzierten Blick. Ich stimme zu. Doch muss dieser auch auf die Menschen geworfen werden, die die gegenwärtige politische Entwicklung mit Sorge betrachten. Worte wie Generalverdacht geben die Bandbreite der aufrichtigen Besorgnis auch vieler Gemeindeglieder nur unzureichend wieder.
    Noch nie habe ich unsere Gesellschaft so aufgeregt und in sich gespalten erlebt, wie in den letzten Monaten. Der zunehmende Verlust der Dabattenkultur in den sozialen Netzwerken, den Sie beklagen, ist ein Beleg dafür. Im Moment empfinde ich es so, dass Kirchen und Gemeinden in unserer Gesellscahft einen seelsorgerlichen Auftrag haben. Er besteht darin, es Menschen mit gegensätzlichen politischen Überzeugungen zu ermöglichen, unter dem Evangelium und im Gebet für eine gerechte und gerne auch bunte Gesellschaft zusammenzubleiben.

  10. Die Antwort lautet: Ja!

  11. Dies ist ein Test, ob Kommentare vor Veröffentlichung geprüfte werden.

  12. Ja, ganz gewiss !

    Der 7-jährige Flüchtlingsjunge kam dieser Tage in die deutsche Grundschule, und ich erinnere mich deutlich, wieviel ich selbst neu lernen musste, als ich mit gut 8 Jahren Anfang der Siebziger vom anderen Ende der Welt in´s Rheinland übersiedelte. Auch meine Eltern mussten die 60er Jahre nachholen.
    Die Eltern des Flüchtlingsjungen kommen heute garnicht in ihr Herkunftsland zurück. Sie haben stattdessen nur ein smartphone zur Verbindung mit ihrer Heimat.
    Garnicht zu vergleichen ist auch der tragische Grund für ihre Flucht. Nur Respekt und Geduld können meine ersten Reaktionen sein.
    Und bei allen (Verständigungs)-schwierigkeiten brauche ich nur dem Jungen zuzusehen, wie er im Alltag auch schon viele Gelegenheiten findet, zu lachen und fröhlich zu sein.
    Und wir im Rheinland haben ja sogar eine eigene 5. Jahreszeit für die Freude.
    Wir schaffen das !

    Und wenn mir dieser Tage das Gleichnis vom barmherzigen
    Samariter immer wieder einfällt, dann entdecke ich, dass neben dem Samariter auch noch der Herbergsvater eine wesentliche Rolle spielte bei der Heilung des Geschundenen.

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