18. Januar 2018 von Manfred Rekowski

Die Organspende kann ein Ausdruck der Nächstenliebe sein.
Präses Manfred Rekowski



Organspende war heute Thema im nordrhein-westfälischen Landtag. Mehr dazu auch auf der Homepage unserer Landeskirche.

2 Antworten auf „“

  1. Organspende ist wichtig. Und wer dahinter steht, sollte unbedingt einen Organspendeausweis ausfüllen, mit seinen Angehörigen drüber sprechen und mit sich führen.

    All das ändert aber nichts daran, dass die Aufklärung darüber, wie eine Organspende abläuft, immer noch völlig unzureichend ist. Und noch schlimmer ist es im Blick auf die Gewebespende, zu der man üblicherweise auf dem Spendeausweis auch seine Zustimmung gibt.

    Wo findet man ehrlich dargestellt, welche Knochen, Sehnen usw. einem entnommen werden, wie viel Haut, wie das aufbereitet und wo es gelagert wird, und wo es wie verwendet wird?
    Wo findet man nachvollziehbare Kriterien, ob man Organe oder Gewebe spenden oder nicht spenden möchte?
    Solange darum nach wie vor ein Geheimnis gemacht wird, wird ein Grummeln im Bauch bleiben.

    Organspende lebt vom Vertrauen in die, die einem einem die Organe entnehmen und bearbeiten könnten. Und dieses Vertrauen erwirbt man sich nur durch Offenheit. Da hat sich in den letzten Jahren viel getan. Aber immer noch nicht genug.

    Und darum würde ich mir wünschen, dass sie meine Landeskirche nicht nur an die potentiellen Spender wendet, sondern auch an den Gesetzgeber und Krankenkassen und an die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung mit der Aufforderung, für jedes Organ und jedes Gewebe umfassend alle Informationen bereitzustellen, die für eine Entscheidung nötig sein könnten.
    Überall redet man vom „aufgeklärten Patienten“. Vor jeder OP muss man einen mindestens vierseitigen Aufklärungsbogen unterschreiben. Und für die Organspende reicht ein Flyer von der Größe einer Postkarte, und davon ist die Hälfte der Organspendeausweis?

    Warum findet man all die Details zur Organspende vor allem bei Organspendegegnern?

    Warum entsteht dadurch der Eindruck, es könnte etwas zu verbergen geben?

    Am weitesten auf diesem Weg der Vertrauensbildung sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der DSO – aber die sind für Informationen etwa im Internet usw. nicht mehr zuständig.

  2. Ein wirklich wichtiges Thema, das in den öffentlichen Raum gehört. Ich wünsche mir aber auch, dass die Diskussion die evangelischen Frauenverbände und evangelische Frauenarbeit in Deutschland innerhalb des Dachverbandes efid im Vorfeld der Novelierung des Gesetzes geführt hat und das sich in der Aktion Organspende-entscheide- ich (mit gleichnamiger Homepage) wahrgenommen wird. Es gibt einen alternativen Ausweise, der Prozessbegleitung und Seelsorge inkludiert und der die Entscheidung für eine Spende nicht nur auf den Akt der Nächstenliebe reduziert.

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