Den Glauben teilen

5. April 2013 von Manfred Rekowski

Vielfach machen Menschen in persönlichen Begegnungen   Erfahrungen mit dem christlichen Glauben. In einigen Morgenandachten im März habe ich von einigen Beispielen erzählt. In Begegnungen und im Kontakt lernen Menschen den christlichen Glauben kennen, finden Interesse oder finden ihn fragwürdig.

Auf der anderen Seite sind aber auch für immer mehr Menschen primär die Medien der Ort, wo Ihnen christliche Verkündigung begegnet. Deshalb freue ich mich, dass viele existentielle Fragen, der christliche Glaube und die Kirche immer auch auf sehr unterschiedliche Weise Thema im Radio, im Fernsehen und im Internet sind. Eine Kirche, die missionarisch Volkskirche sein will, muss auch diese Gelegenheiten nutzen. Das sieht in 1Live anders als im Privatfunk und in WDR 4 anders als in WDR 2 aus. Facebook bietet andere Möglichkeiten als ein Zeitungsinterview und ein Fernsehgottesdienst entfaltet eine andere Wirkung als das Wort zum Sonntag.

Unsere Kirche hat gelernt, hier zu einem kompetenten Mitspieler zu werden, der nicht nur auf eigene Kompetenzen setzt, sondern sich auch von Fachleuten aus den Redaktionen, den Funkhäusern und den Nutzerinnen der Sozialen Netzwerke etwas sagen lässt. Die Reaktionen der Hörerinnen, Leser und User zeigen: wir finden Gehör und Beachtung. Ihre Kritik, Ihre Rückmeldungen und Ihr Widerspruch tragen auch dazu bei, dass wir uns besser verständlich machen und Themen aufgreifen, die dran sind. Dabei ist mir bewusst: Gerade im Internet sind wir auf einem großen Marktplatz, wir sind ein Anbieter unter anderen. Manchmal müssen wir uns noch mental darauf einstellen, aber es ist für uns in der Kirchengeschichte nichts Neues,  Paulus hat auch auf dem Aeropag das Evangelium verkündet.

Facebook-Posts lassen sich schnell teilen.
Facebook-Posts lassen sich schnell teilen.

Ob vor Ort oder in sozialen Netzwerken, wichtig ist, dass Verkündigung persönlich ist. Für mich stellt sich die Frage, wie gelingt es uns, Glauben weiterzugeben? Jeder Christenmensch kann mitmachen, den Glauben ins Gespräch zu bringen. Im Alltag vor Ort – und manchmal ist es nur ein Klick, wenn man einen Inhalt auf Facebook teilt.

Ihr Manfred Rekowski

7 Antworten auf „Den Glauben teilen“

  1. Noch einmal möchte ich mich zum Thema „Glauben teilen“ äußern.

    Seit meinem letzten Kommentar zu diesem Thema bin ich ein wenig in meinem Glauben gewachsen. Ich spüre, dass mein Glauben an Gott und Jesus Christus sich zu einer immer stärker werdenden Kraft entwickelt hat. Diese Kraftquelle ist für mich zu einem unschätzbaren Wert geworden. Darum möchte ich diese Quelle auch nicht unbedacht „in das Rampenlicht“ stellen.

    Dennoch wünsche ich allen Menschen, dass sie den Glauben an Gott annehmen werden. Denn Gott is es, der mit uns Menschen etwas teilen möchte!

    Alles auf der Welt ist vergänglich, aber Gott bleibt ewig bestehen. Auf Gott ist eben Verlass!

  2. Lieber Herr Rekowski,
    beim Durchklicken auf dieser Seite komme ich gerne Ihrer Aufforderung nach mich im Blog einzubringen.

    Trotzdem halte ich es für nicht ganz einfach meinen Glauben mitzuteilen. Allerdings ist mir schon einige Male passiert, dass ich von Äußerungen meiner Mitmenschen fasziniert gewesen bin. Etwas wie Ausstrahlung begleitet solche Begegnungen. Wow!

    Ich glaube, dass solche Begegnungen so eindrucksvoll auf andere Menschen wirken, weil sie von einem tiefen Vertrauen zu Jesus Christus geprägt sind. Es ist ähnlich wie mit dem Lesen in der Bibel. Im richtigen Moment fällt einem die passende Textstelle ins Auge.

    Der Wunsch mich ganz in dieses Vertrauen fallen zu lassen, hat für mich auch etwas mit Glauben teilen zu tun. Doch sind dafür im alltäglichen Leben oft nicht die Rahmenbedingungne vorhanden. Unsere dem Konkurrenzdenken verhaftete Gesellschaft ist in vielerlei Hinsicht nicht offen Glauben zuzulassen, geschweige denn ihn zu teilen.

    Darum bin ich froh, dass Sie als Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland Zeichen zu setzen wünschen. Durch Sie ist mir die Kirche auch wieder ein Stück näher gekommen. Dafür an dieser Stelle herzlichen Dank!

  3. zu wichtigen ereignissen in der gesellschaft vermisse ich: veränderungen in der familienstrukur, U3-kindererziehung, bundespräsident ( ex-pfarrer, verh., mit lebensgefährtin lebend ) ein vorbild? fortsezung des lezten kommentares

  4. herr bernd kehren hat ausgesprochen, mir schon lange auf der seele liegt. möchte ich (an ms erkrankt) sonntags einen gottesdienst im radio verfolgen, lässt mich der ewig gleiche gesang und das orgelspiel davon absehen – fröhlich und einladend klingt anders ! ichvermisse überhaupt die präsens der kirche in den medien. auch stellungname

  5. Lieber Herr Rekowski,

    danke für diese Gedanken! Als Verein christlicher Medienschaffender (www.cfnet.de) haben wir uns lokal die Frage gestellt: Gibt es GOTT IN KÖLN?

    Die Geschichten von Menschen zu diesem Thema sammeln wir fortlaufend auf http://www.gottinkoeln.de.

    Ohne die bedenkenswerten Hinweise von Bernd Kehren zu schmälern -ich bin davon überzeugt, dass die Ortsgemeinde DIE Hoffnung für alle Probleme sein kann und sollte- empfinden wir es wichtig, vor allem auch dort zu sein, wo sich Menschen in ihrem Alltag bewegen. Relevant bleibt die Frage, wie die Brücke in eine Ortsgemeinde gebaut werden kann, in der nicht zwingend die gleiche Realität wie in den Beiträgen in den Medien vorhanden ist. Fangen wir am besten bei uns selbst an.

    Machen Sie weiter so – wir freuen uns auf viele weitere Impulse von Ihnen & jedem Mitglied der EKiR!

    Christopher Cuhls für das GOTT IN KÖLN Team

  6. Lieber Herr Rekowski,

    in den Medien haben wir gelernt, die christliche Botschaft so auszudrücken, dass sie zu den Hörerinnen und Hörern passt, die den entsprechenden Sender einschalten.

    Aber wie sieht es beim Gottesdienst aus, unserem wichtigsten Medium? Die meisten Gemeinden haben sich auch nach dem Erscheinen des neuen Gottesdienstbuches im Jahr 2000 entschieden, mit ihrer alten Agende so weiterzumachen wie zuvor.

    Und wir als TheologInnen oder PresbyterInnen sind so kirchlich sozialisiert, dass uns nicht auffällt, dass wir damit vor allem WDR-3-Hörgewohnheiten bedienen (Hörerreichweite: 1,5%) und faktisch Menschen mit anderen Hörgewohnheiten ausschließen (Hörerreichweite WDR 2: 19,6 %, 1LIVE: 23,1 %, WDR4: 14,3 %).

    Für welchen Personenkreis gestalten wir mit unseren langen (Predigt-) Redebeiträgen und der klassischen (Orgel-) Musik unsere Gottesdienste?

    Mal ganz ehrlich: Es gibt – wenn man nicht eine der Ausnahmegemeinden erwischt hat – fast nichts konservativeres als einen evangelischen Gottesdienst. 52mal im Jahr dasselbe „Halleluja“, 52mal dasselbe „Allein Gott in der Höh‘ sei Ehr“ – 52mal dasselbe „Kyrie“! So als hätten wir nicht den Auftrag, die Sprache und die Musik der Gegenwart gleichberechtigt mit der traditionellen Sprache in unseren Gottesdiensten zum Klingen zu bringen – und allein im Gesangbuch jeweils mindestens ein Dutzend Alternativen zu Halleluja oder Gloria, deren Texte und Melodien ungenutzt bleiben; hinzu kommen unzählige auf Kirchentagen entwickelte Varianten.

    Letztens war im Radio ein Gottesdienst mit Saxophon, moderner Sprache, moderner Musik auch in den liturgischen Teilen des Gottesdienstes: Er hat mir einfach gut getan.

    Ist uns Kirchenmenschen bewusst, wie viele Menschen wir aus unseren Gottesdiensten schon lange vertrieben haben und immer weiter vertreiben, weil wir unsere Gottesdienste feiern, als wären wir „Museumswärter für Liturgie des 15. bis 19. Jahrhunderts?“
    Hin und wieder feiere ich auch solche Gottesdienste gerne. Aber ich mag nicht immer Orgel, und mir wird immer bewusster, wie sehr mir die Gottesdienste im „WDR-2-Stil“ fehlen und meinen Kindern die im „1Live-Stil“.

    Aber das zu ändern wird viel schwerer als ein Klick auf den „Teilen“-Button.

    Alles Gute zu Ihrem Präses-Amt
    Bernd Kehren

    P.S.: Ich habe von einer anglikanischen Bekannten als Ostergruß einen Link in die „saekularen“ Niederlande bekommen, wie dort ökumenisch und öffentlich mitten zwischen den Regierungsgebäuden in Den Haag die Passion gefeiert werden kann. Ich verstehe leider kein Niederländisch, aber die Bilder und die Musik sprechen eine ganz eigene Sprache…

    http://www.thepassion.nl und dann unter „Videos2013“

    Warum so etwas nicht auch hier bei uns? Und warum nicht im ganz Kleinen auch vor Ort?

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