Die Lage der Flüchtlinge in Idomeni erschüttert mich sehr

7. April 2016 von Manfred Rekowski

Wir sind hier im Flüchlingslager  in Idomeni. Wir dürfen nicht gleichgültig werden, die Lebensbedingungen der Menschen hier erschüttern mich sehr. Wir sind in Griechenland zu einem Solidaritätsbesuch bei der Griechischen Evangelischen Kirche, um unsere Unterstützung der Flüchtlingsarbeit deutlich zu machen.

Wenn Sie sich an der Hilfe für Flüchtlinge in Griechenland beteiligen wollen, können Sie es mit einer Online-Spende tun, selbstverständlich wird eine Spendenbescheinigung ausgestellt, eine Banküberweisung ist auch möglich auf unser Spendenkonto (IBAN DE 56 3506 0190 0000 0241 20 , BIC GENO DE D1 DKD).

14 Antworten auf „Die Lage der Flüchtlinge in Idomeni erschüttert mich sehr“

  1. Die Sozialpsychologie der Universität Osnabrück macht eine Umfrage zur Einschätzung der Entwicklung der Flüchtlingssituation. Jede Meinung ist gefragt!

    „Wir wollen von Deutschen wissen: Was denken Sie, wie wird die Flüchtlingssituation in Deutschland Ende 2016 aussehen?

    In politischen und medialen Debatten äußern sich Experten und Expertinnen verschiedener Disziplinen unterschiedlich zur Zukunft der Flüchtlingssituation. In unserer Umfrage interessiert uns jedoch die Meinung der deutschen Bevölkerung. Wir möchten gerne von Ihnen wissen, wie Sie persönlich die Entwicklung der Flüchtlingssituation zum Ende des aktuellen Jahres einschätzen.

    Die Teilnahme dauert ca. 20 Minuten. Ihre Angaben werden selbstverständlich anonym behandelt. Unter allen Teilnehmenden werden BestChoice -Universalgutscheine im Gesamtwert von 250€ verlost.

    Hier geht es zur Umfrage: http://ww3.unipark.de/uc/AG_Sozialpsychologie/07cd/

    Arbeitsgruppe Sozialpsychologie der Universität Osnabrück“

  2. Lieber Herr Pfarrer Pohl,

    ich freue mich sehr über Ihre Antwort und Ihre ausgestreckte Hand.

    Und mit Ihnen bete ich Ihr Gebet und unterstreiche:
    „Wir wollen das Gute -“ und finde dazu den Lehrtext zur heutigen Losung:

    Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Barmherzigkeit und Gott allen Trostes. (2.Korinther 1,3)

    und bitte Gott um Vergebung im Einzelfall zu Ihrem Halbsatz
    „- und sehen, wie aus dem, was gut gemeint ist, mitunter Verkehrtes wächst.“

  3. Lieber Herr Weßler,
    Ihr Gebet bete ich gerne mit.
    Mir selbst liegt von der Form her jedoch ein Sündenbekenntnis näher. Der, der es betet, stellt sich mit unter die Schuld und mit unter die erbetene Vergebung. Auch macht es bescheidener, was moralische Forderungen an andere angeht. Einen Gebetvorschlag möchte ich hier nur skizzieren, weil für mich das Gebet eigentlich nicht Sprachform in einer inhaltlichen Debatte sein sollte.

    Wir haben Werte. Sie treffen auf die Wirklichkeit. Erbarme dich.
    Wir wollen für die Menschen da sein, die uns brauchen – und spüren zugleich unsere Grenzen.
    Wir wollen das Gute – und sehen, wie aus dem, was gut gemeint ist, mitunter Verkehrtes wächst.
    Wir wollen rein da stehen – und sind doch in Schuld verstrickt. Erbarme dich.

  4. Sehr geehrter Herr Pfarrer Pohl,

    in Klammern konzentrieren Sie: „(und durch menschliches Handeln offensichtlich auch nicht versöhnbaren) Welt“, was ich garnicht so sehe und allenfalls erst teilen kann, wenn uns die Ideen ausgehen.

    Sind diejenigen mit der „Einsicht“ „unvermeidlicher“ „Sachzwänge“ nicht gerade diejenigen, die noch keinem Flüchtling die Hand geschüttelt haben?

    Der Schmerz kommt ja nicht aus der Mitverantwortlichkeit an den Umständen, sondern aus dem Konflikt mit den eigenen Werten. Sollen wir zuerst an den Werten abmindern? Ich denke: Nein !

  5. Herr, wir bitten Dich für alle Großväter unserer Gemeinde, die sorgenvoll auf die Zukunft der Enkel und Enkelinnen sehen, gib Ihnen Zuversicht in der Enkel Stärke.

    Herr, wir bitten Dich für alle Großväter unter den Flüchtlingen, die ihre Familien hungern sehen, gib ihnen Zuversicht in der Enkel Stärke.

    Herr, wir bitten Dich für alle Frauen und Mütter unserer Gemeinde, dass sie die Kraft und Güte finden, zusätzlich den Flüchtlingen zu helfen.

    Herr, wir bitten Dich für alle Frauen und Mütter unter den Flüchtlingen, dass sie die Kraft und Stärke finden, mit der besonderen Notsituation fertig zu werden.

    Herr, wir bitten Dich für alle Männer und Väter unserer Gemeinde, dass sie bei all ihrem Tun stets ihre Kraft und Tatkraft finden.

    Herr, wir bitten Dich für alle Männer und Väter unter den Flüchtlingen, dass sie mit ihren Gefühlen leben und ihren Handlungsspielraum wieder finden können.

    Herr, wir bitten Dich für die Kinder aller, dass sie wie Kinder miteinander spielen dürfen.

  6. Stets verursacht es Schmerz, wenn Menschen erkennen, dass andere unter etwas leiden, das sie mit verursachen. Das gilt im Großen wie im Kleinen. Immer suchen Menschen in solchen Fällen nach Alternativen. Mitunter jedoch ist die Einsicht unvermeidlich, dass es nicht anders geht.
    Die Frage ist, wie die Kirche mit solchen Sachzwängen und dem damit verbundenen Schmerz umgeht. Versucht sie, mit dem durchaus authentisch vorgetragenen Hinweis auf die eigene Betroffenheit Anschluss an eine von ihr vertretene Forderung nach dem Besseren, moralisch gar Unanfechtbaren, herzustellen? Oder ist sie bereit, den Schmerz über Unvermeidliches zu teilen, sich mit unter die Schuld zu stellen und – das wäre dann ihre ureigene Aufgabe – gemeinsam mit den Menschen, die ihr anvertraut sind, für Versöhnung in einer noch nicht versöhnten (und durch menschliches Handeln offensichtlich auch nicht versöhnbaren) Welt zu beten.
    Vielleicht sollte sie eines nicht ohne das andere tun. Dann käme letzteres im öffentlichen Auftreten meiner Kirche im Moment jedoch zu kurz.

  7. Das Mindeste wäre doch dafür zu sorgen dass vom Diakonischen Werk und anderen international tätigen Hilfwerken ein Zeltcamp mit entsprechender Infrastruktur aufgebautb wird, um den Menschen noch mehr Elend zu ersparen. Dafürs sollten sich meiner meinung nach die Kirchenführer einsatzen!

  8. „Adel verpflichtet!“ sagten manche Monarchen vor mehreren hundert Jahren, als sie sich von Raubrittern unterscheiden wollten.
    „Eigentum verpflichtet!“ hieß es, als es nicht mehr Adelige sondern Eigner von Industriefirmen vor mehr als hundert Jahren waren, die sich von Raubrittern unterscheiden wollten.
    Vor 50 Jahren gab es die Wirtschafts- und Sozialethik, was Deutschland so attraktiv macht für alle Menschen.
    Heute geht das Kapital voran auf dem Weg der Globalisierung und es braucht die Whistleblower, damit die Moral überhaupt Kenntnis davon bekommt.

    Ich finde es schön und wichtig, wenn bei allen Entwicklungen die Kirche den Bezug zu den Werten des „christlichen Abendlandes“ hoch hält.

    Was würde Jesus sagen ?

    Ich denke, er würde sich zum Anwalt der Ärmsten machen.
    Da sind ganz sicher auch viele Kinder dabei.

    Als Christ in Jesu Nachfolge will ich natürlich nicht überfordert sein. Und die ganze Welt kann ich nicht heilen. Aber meinen Footprint in Ökologie und Ökonomie, den kann ich beeinflussen, ganz entgegen der Ideologie: „Geiz ist geil!“

    Ja, Deutschland könnte allein viel, viel, viel mehr Flüchtlinge verkraften, als die 160.000 Menschen, die die Politik vor einem halben Jahr auf ganz Europa verteilte, weit ab jeder Realität, fast zynisch.
    Da bin ich mir sicher.

  9. Es freut mich, dass der Präses einen Besuch bei der Griechisch-Evangelischen Kirche gemacht hat. Die Geschichte dieser Kirche und ihr lebendiges Engagement für Schutzsuchende hat mich bei einem Besuch dort vor einigen Jahren besonders in der Gemeinde Mylotopos, wo die Frauenarbeit im GAW das Zufluchtshaus „Dorkas“ unterstützt hat,sehr beeindruckt. Diese Gemeinde ist jetzt auch stark in Idomeni engagiert und im Haus „Dorkas“ leben Flüchtlinge. Es ist gut und wichtig, dass wir von diesen kleinen Diasporakirchen lernen.

  10. @Melanie
    Ich dachte eigentlich mein Vergleich wäre verständlich. Es geht darum, daß es immer noch was Besseres gibt. Aber hat man ein Anrecht darauf, es mit verschiedenen Methoden einzufordern? Nein, meist muss man sich begnügen. Ich hab gerade im Kopf, wie anderswo Menschen verhungern. Aber diese Leute in Indomeni wollen nicht in trockene griechische Unterkünfte mit Verpflegung und mediz. Versorgung, obwohl es ihren Kindern miserabel geht?
    Ich verstehe nicht, warum die Flüchtlinge nicht auch länger in solchen Flüchtlingsheimen leben können, denn die meisten bleiben am liebsten sowieso unter sich. Bei uns nebenan im Asylbewerberheim ist das jedenfalls so.
    Und eins hast du auch nicht berücksichtigt. Die Flüchtlinge WOLLEN nicht in der EU aufgeteilt werden. Die bleiben nicht in irgendeinem EU Land, denn sie wollen meist nach Deutschland und Schweden!
    Sind die Grenzen wieder auf, schwupps sind sie alle hier, denn in D gibt es auch für abgelehnte Asylbewerber noch Geld.
    Im Moment geht es aber erst mal um Idomeni. Tatsache ist, daß dort eine Menge Zeit und Geld von Helfern investiert wird, um das Lager zu unterstützen.
    Diese Mittel und Mühe sollten sie lieber in die offiziellen Aufnahmelager in GR stecken, um es dort schöner und annehmbar zu machen!
    Ich bin mir nicht sicher, wo in diesem Fall meine Pflicht als Christ anfängt und endet. Sollen wir wirklich JEDEN in D aufnehmen, der sich stur an den Grenzen in den Schlamm setzt? Auch wenn er woanders Hilfe angeboten bekommt? Haben wir für ALLE Geld, Zeit und Platz? Wie weit reicht denn euer gespendetes Geld, wenn ihr auch noch die Wirtschaftsflüchtlinge aufnehmen wollt?
    Soso, die Schuld liegt also bei den Amis und den Europäern, weil sie die gut funktionierende Wirtschaft in den Armutsländern zerschlagen haben? Komischerweise geht es verschiedenen Ländern in Afrika erst so richtig schlecht, seit die Kolonialisten/ausländische Grossgrundbesitzer vertrieben und enteignet wurden, mancherorts wünscht man sie sich zurück. Die Afrikaner kriegen das also auch alleine kaputt. An den Kriegen untereinander, der Korruption und am enormen Bevölkerungswachstum dort fühle ich mich als Europäer eigentlich auch nicht schuldig.
    Übrigens werden dann wohl hier in Zukunft mehr Gebete vom Turm gerufen als von der Kanzel, das ist auch klar…

  11. Es ist wichtig, das viele verschiedene glaubwürdige Menschen sich vor Ort ein Bild von der Lage machen und uns berichten.

    Zu den vorherigen Kommentaren: Es geht hier nicht darum, das diese Menschen ein schöneres Haus haben wollen als ihr Nachbar. Es geht auch nicht darum, das sie mal ihr Essen nicht mögen. Es kann keiner verlangen, dass diese Menschen jahrelang in Zeltlagern oder Massenunterkünften leben sollen. Man kann doch ein Flüchtlilngscamp nicht mit einem Haus vergleichen.

    Wer sich die Zustände in Aufnahmelagern in Griechenland ansieht (die im ürbigen auch überfüllt sind), der kann nicht allen Ernstes erwarten, dass die Menschen dahin umsiedeln und dort die nächsten Jahre verbringen. Denn so lange wird es dauern, bis der Krieg in Syrien beendet ist. Oder die Situation in Afghanistan. Von der Situation der sogenannten „Wirtschaftsflüchtlinge“, die aus ihren Ländern wollen, weil die Europäer und Amerikaner ihre Heimatländer ausgebeutet haben und die Wirtschaft zerstört haben bzw. der Klimawandel zuschlägt, wollen wir nicht reden. Wenn ich an letztes Jahr denke und an die Berichte aus Griechenland, dann ist mir klar, das die Sitation für die Griechen nicht so ist, das wir sie mit der Aufnahme und Versorgung der Menschen alleine lassen können. Das wir von der restlichen EU ebenfalls verlangen müssen, dass sie Menschen aufnehmen und versorgen, ist ein anderes Thema.

    Wir sind gerade als Christen in der Verantwortung für diese Menschen.

  12. Mich erschüttert das auch sehr, vor allem wegen der Kinder.
    Aaaaber, ich würde auch lieber im schönen grossen Haus meines Nachbars wohnen, statt in meinem kleinen unsanierten Reihenhaus. Wenn ich mich mit meinen Kindern stur dort vor die Haustüre in den Schlamm setze, die Strasse sperre und Eintritt fordere, muss er mich doch irgendwann reinlassen und aufnehmen? Verpflegung sollte natürlich nach meinem Geschmack sein, ich esse nicht alles.
    Ist das nicht mein Menschenrecht und Christenpflicht des Nachbarn?

    Warum gehen diese Menschen mit ihren bedauernswerten Kindern nicht in die Lager in Griechenland? Es gibt dort genug zu essen und Sicherheit. Wieso sollen alle in D integriert und ausgebildet werden, was die meisten sowieso nIcht richtig wollen? Irgendwann ist der Krieg zuende, dann geht es doch wieder zurück in die Heimat, wo man den muslimischen Glauben viel besser leben kann, als unter uns Ungläubigen…

    Das Elend in Idomeni wäre schon längst zuende und alle in ordentlichen Asyllagern, wenn es nicht solche gutmeinenden Helfer und Spender gäbe, welche das Elend unterstützen und am Laufen halten…

  13. Die Evangelische Kirche im Rheinland hat seit Mitte März schon mehr als 60.000 Euro an Kollekten und Spenden gerade für die Flüchtlingshilfe in Griechenland (und speziell in Idomeni) gesammelt, lieber Herr Niemeyer. Wenn Sie so wie wir beten aber auch mehr tun mögen, geht es ganz einfach online: http://www.ekir.de/url/efb

  14. Besuch in Idomeni

    Fazit: Schlimme Zustände (ist aber schon länger bekannt)

    Konsequenzen: Keine (Appelle an Europa sind leeres Stroh)

    mögliche Konsequenzen: Hilfslieferungen von DRK, Johanniter etc. Aber auch THW zur Verbesserung der Infrastruktur zur Erhaltung der Gesundheit

    Umsetzung: Gebete

    Na dann………….

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