Eine Auszeit für die Seele

22. Juli 2017 von Manfred Rekowski

Urlaub am See
Urlaub am See

Die Füße kühlen im Pool, das Handtuch ist für das Sonnenbad ausgelegt, die Sonnencreme glänzt auf der Haut. Aus den Büros und von anderen Arbeitsplätzen ging es für viele zu Beginn der ersten Ferienwoche bereits über die Autobahn oder mit dem Flieger direkt in den Urlaub. Am letzten Schultag verzeichnete allein der Düsseldorfer Flughafen mehr als 700 Starts und Landungen.

Nicht alle suchen Entspannung, Erholung und Abwechslung in der Ferne. Deutschland ist mit seinen Stränden, Seen und Mittelgebirgen als Reiseland in jüngster Zeit immer beliebter geworden, und das nicht nur für Rad- und Wandertouristen. Urlaub hat nur einen Nachteil: Er kostet Geld. Deshalb bleibt eine Fahrt ans Mittelmeer, an die Nordsee oder in die Eifel für mache Familien ein unbezahlbarer Wunschtraum, weil sie arbeitslos sind oder zu wenig verdienen. Eine Auszeit benötigen aber auch sie. Vielleicht sogar noch mehr als mancher, für den der Urlaub selbstverständlicher Bestandteil des Terminkalenders ist. Denn Armut belastet. Zahlreiche Kommunen, Kirchengemeinden, diakonische und soziale Träger bieten daher Stadtranderholung und andere Ferienangebote für daheim gebliebene Kinder an, um ihrem Alltag in der Ferienzeit etwas entgegenzusetzen.

Dass eine ganze Gesellschaft in den Sommermonaten vom Urlaub bestimmt ist, ist ein relativ neues Phänomen; erst mit der Industrialisierung beginnt das, was wir heute als Urlaub kennen. Missen wollen wir diese Zeit im Jahr nicht mehr. Wir dürfen uns auf diese Zeit freuen und die freien Tage genießen. Für Christinnen und Christen ist auch der Urlaub eine von Gott geschenkte Zeit. „Man soll Gott in dem finden und lieben, was er uns gerade gibt; wann es Gott gefällt, uns überwältigendes irdisches Glück genießen zu lassen, dann soll man nicht frömmer sein als Gott und dieses Glück durch übermütige Gedanken und Herausforderungen wurmstichig werden lassen“, hat Dietrich Bonhoeffer Kritikastern ins Stammbuch geschrieben. Auch ohne Gott macht Urlaub Freude. Aber glauben Sie mir: Mit ihm ist er schöner.

Urlaub hat viel mit dem zu tun, was die christliche Tradition Sonntagsruhe nennt. Dabei geht es ja nur vordergründig darum, die Arbeit, die Mühsal des Alltags und das Wirtschaften ruhen zu lassen. Am Sonntag kommt der Mensch zu sich selbst, weil er keinem Zweck mehr dienen muss, keinem Gelderwerb, keinen Produktionszwängen. Das gilt für Angestellte, Arbeiter und Arbeitslose, aber auch den Chef gleichermaßen. Deswegen ist auch der Urlaub ein wertvolles Gut. Ich wünsche Ihnen, dass Sie Ihre Urlaubstage zweckfrei genießen, am Strand, am Pool, zuhause oder wo immer Sie sich in diesen Tagen und Wochen aufhalten.

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