Friedensandacht am Fliegerhorst

30. August 2014 von Manfred Rekowski

In diesem Jahr denken wir besonders an den Beginn der beiden Weltkriege. Vor hundert Jahren, im Juli 1914, brach der Erste Weltkrieg aus. Nun jährt sich am Montag, dem 1. September, der Beginn des Zweiten Weltkriegs zum 75. Mal. Ich bin eingeladen, an diesem Tag in Büchel in der Eifel an der Einfahrt zum Fliegerhorst eine Friedensandacht zu halten. Meine biblische Textgrundlage wird  Psalm 85 sein.

Auch wenn in der geschichtlichen Abfolge und auch in der Reihenfolge der Gedenktage der Erste Weltkrieg vor dem Zweiten steht, überlagert in unserem kollektiven Gedächtnis der Zweite Weltkrieg den Ersten. Beide Weltkriege waren prägend für das 20. Jahrhundert, Historiker bezeichnen die Zeit von 1914 bis 1945 auch als „Zweiten Dreißigjährigen Krieg“. Dies hilft mir, beide Kriege besser in den Blick zu nehmen und dadurch die Zusammenhänge deutlicher sehen. Vor hundert Jahren stand auf Fahnen und Gürteln „Gott mit uns“. So wurde Gott für den Kampf vereinnahmt. Auf die Kaisertreue folgte vor 75 Jahren ein Weltkrieg im Zeichen des Führerkults. Eine Folge dieses Zweiten Weltkrieges war die Aufspaltung Europas in zwei Blöcke, die sich in Kaltem Krieg gegenüberstanden.

Die Andacht werde ich an der Einfahrt zum Fliegerhorst in Büchel halten. Die dort eingelagerten amerikanischen Atomsprengköpfe zeigen bis heute, wie zerbrechlich der  Frieden in Europa war und vielleicht noch ist. In Büchel sind noch die Folgen des Kalten Kriegs sichtbar. Wenn wir an den Kriegsbeginn erinnern, geht das nur, wenn wir aus den Kriegen Folgerungen für unsere Gegenwart ziehen. Ich denke auch an die Menschen, die jetzt unter Gewalt und Krieg leiden, in Syrien oder Afghanistan, im Irak, in der Ukraine oder im Südsudan. Sie zeigen, wie sehr wir uns als Christenmenschen für Frieden einsetzen müssen.

Mit diesen Gedanken werde ich am Montag nach Büchel fahren.

 

 

PS: Ich werde am Montagabend die Andacht auch hier im Blog zum Nachlesen posten. Das Foto zeigt einen Friedhof mit Gräbern aus dem Zweiten Weltkrieg.

PPS: Bilder von der Andacht finden sich auf den Internetseiten der Rhein-Zeitung

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