Konfirmation: Jugendliche lernen, was Gemeinschaft heißt

28. April 2018 von Manfred Rekowski

Abendmahl im Konfirmationsgottesdienst
Abendmahl im Konfirmationsgottesdienst

Kirche tut der Gesellschaft gut. Anschauliches Beispiel für diese These sind die rund 17.900 Jugendlichen, die in diesen Wochen bis Pfingsten in den 694 Gemeinden der Evangelischen Kirche im Rheinland von Emmerich bis Saarbrücken konfirmiert werden. In der Konfirmandenarbeit kommen Schülerinnen und Schüler verschiedener Schulformen, Jugendliche mit einem Handicap oder einer besonderen Begabung, Mädchen und Jungen aus einer Familie mit einem evangelischen Hintergrund oder einem distanzierten Verhältnis zur Kirche, aus behüteten und aus sozial schwierigen Verhältnissen zusammen. Wie in kaum einem anderen gesellschaftlichen Raum lernen Jugendliche hier, was Gemeinschaft heißt.

Hier erfahren sie, was unser christliches Menschenbild auszeichnet. Hier lernen sie, dass Empathie, Solidarität und Toleranz nicht nur der Kirche, sondern unserer Gesellschaft insgesamt ein menschliches Gesicht geben. Hier bekommen sie ein Gespür dafür, dass jede und jeder einzelne Verantwortung für die Gruppe hat und dass niemand draußen stehen gelassen werden soll. So wird ein Grundstein für ehrenamtliches Engagement gelegt.

Selbstverständlich lernen und erleben die Jugendlichen in der Konfi-Zeit auch, was der Glaube an Jesus Christus für ihr Leben bedeuten kann. Und der 23. Psalm („Der Herr ist mein Hirte“) sowie das Vaterunser kommen in dieser Zeit genauso vor wie die Gottesdienste – die sie am liebsten selbst mitgestalten möchten: lauter Dinge also, die diejenigen angehen, die zur Kirche gehören. Gerade weil die Konfirmandenarbeit junge Leute sprachfähig im christlichen Glauben macht, sie zu einem mündigen Christsein ermutigt und zu einem gemeinschaftlichen Miteinander ganz unterschiedlicher Menschen anregt, stärkt sie aber zugleich unsere Zivilgesellschaft – und liefert gerade in Zeiten von Fremdenfeindlichkeit und Hassbotschaften einen wichtigen Beitrag für ein friedliches Zusammenleben.

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