Vorbereitungen zur Landessynode in Bad Neuenahr

13. Dezember 2013 von Manfred Rekowski

Präses Manfed Rekowski erläutert den Beratungsprozess für Aufgabenkritik und Haushaltskonsolidierung für die Landessynode in Bad Neuenahr (16. – 21. Januar 2014).

Die Tagungsunterlagen für die Synode stehen – soweit bereits versandt – nun zum Download bereit.

6 Antworten auf „Vorbereitungen zur Landessynode in Bad Neuenahr“

  1. Liebe Alexa von Zotwitz,
    auf der Landessynode ergab sich leider keine Gelegenheit zu einem Fototermin für die gesamte Kirchenleitung nach dem Ausscheiden von Petra Bosse-Huber. Da wir nicht zu Photoshop greifen wollen, um das Blogtitelbild zu bearbeiten, werden wir es durch ein neues ersetzen, sobald wir ein aktuelles Foto der Kirchenleitung gibt.
    Ralf Peter Reimann, Internetbeauftragter

  2. Meine Anmerkung verändert den Titel dieses Blogs von „Vorbereitung“ auf „Nacharbeit“ – leider gibt es in diesem Blog keine Möglichkeit, „allgemeinen Hinweise“ mitzuteilen.

    Frau Bosse-Huber wurde auf der Landessynode gebührend verabschiedet und ist nicht mehr Mitglied der Kirchenleitung.

    Eine Änderung des Titelbildes wäre hilfreich.

    Alexa von Zotwitz

  3. In den Materialien zur Aufgabenkritik fallen die enormen Posten und Finanzlücken für die zukünftige Alterssicherung auf, auf die die heutigen Pfarrerinnen und Pfarrer einen rechtlichen Anspruch haben werden.

    Vielleicht sind ja auch von Seiten der dann ehemals für die Geschicke der Kirche Verantwortlichen „Signale der Solidarität“ mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu erhoffen, denen in den kommenden Jahren die betriebsbedingte Kündigung droht – oder trägt man keinerlei Verantwortung für das Gesamtergebnis?

    Angesichts der finanziellen Lasten durch die Altersversorgung von Kirchenbeamtinnen und -beamten wird der Spielraum der heute Aktiven enger und enger.

    An dem ganz grundsätzlichen Problem der Vermittlung des christlichen Glaubens in der modernen, hoch technisierten Gesellschaft – an welcher sich übrigens gerade das „Haus der Begegnung“ maßgeblich und einschlägig beteiligt – wird all das wohl leider nur wenig ändern.

  4. Lieber Autor oder liebe Autorin Anonym,
    Ihre Ratlosigkeit und Enttäuschung nehme ich sehr ernst. Aus Ihren Zeilen entsteht für mich der Eindruck, dass sich dies auf die Bedingungen bezieht, unter denen Pfarrerinnen und Pfarrer arbeiten. Gerade die hinter uns liegenden Feiertage in Kombination mit den sie rahmenden Wochenenden, sowie die Gottessdienste zum Jahreswechsel führen an Grenzen. Solche Erfahrungen habe ich in einer Einzelpfarrstelle auch gemacht und habe daher auch später gerne vertreten, wo es eng wurde. Angesichts der absehbaren Reduktion der Zahl von Pfarrerinnen und Pfarrern in öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnissen braucht es eine Neuorientierung für den Pfarrdienst. Dies – so die Hoffnung der Kirchenleitung und der bislang befassten Ausschüsse – könnte die Landessynode einleiten. Wir wollen mit „Zeit für das Wesentliche“ einen Prozess initiieren, in dessen Folge für Pfarrerinnen und Pfarrer belastbare Verabredungen entstehen über das, was mit den kostbaren Ressourcen des Pfarrdienstes noch zu leisten ist. Die Vorlage zur Pfarrstellenplanung belässt es nicht beim Festlegen von Zahlen, wobei die Frage ja nun nicht mehr lautet „Wieviel Pfarrstellen können wir noch finanzieren?“ sondern: „Wieviele Pfarrstellen könnten wir denn (vor allem ab 2022) noch mit Personen besetzen?“ Darum soll in einer Arbeitsgruppe intensiv auch an Maßnahmen zur Gestaltung des Pfarrdienstes mit den zu erwartenden oder gestaltbaren Pfarrstellenzahlen gearbeitet werden. Ich bin davon überzeugt, dass wir dabei auch neue Wege gehen müssen, weil unsere bisherigen „Bewältigungsmuster“ nicht mehr tragen. Aus meiner Zeit als Superintendent im flächengrößten Kirchenkreis ist mir bewusst, dass nur durch Fusionen und der Beibehaltung der Aufgabenvielfalt des Pfarrdienstes die Probleme nicht mehr zu lösen sind. Da braucht es neue Ansätze. Diese zu entwickeln und auf ihre Belastbarkeit hin durchzuspielen, durchzurechnen und auch in allen rechtlichen Implikationen zu durchdenken benötigt einfach Zeit.
    Solche Überlegungen können aber auch kein Ersatz sein für akut notwendige Veränderungen in konkreten Bedingungen des Dienstes. Solche Kurskorrekturen sind nicht abhängig von landeskirchlichen Beschlüssen. Hier ermutige ich Sie ausdrücklich, das Gespräch mit ihrem Leitungsorgan, mit dem Superintendenten oder der Superintendentin oder der Pfarrvertretung zu suchen. Das wäre ja auch angezeigt bei Überschreitung einer definierten Wochenarbeitszeit. Diese ist in den Ausschussberatungen sehr kontrovers diskutiert worden. Dennoch habe ich einen breiten Konsens wahrgenommen, sich ernsthaft mit der Frage der Ausgestaltung des Pfarrdienstes zu befassen. Ich wünsche mir, dass dies von der Synode aus in die Fläche unserer Kirche geht. Der Sorge, dass wir durch diese Diskussion eine Pastorenkirche entwickeln, begegne ich mit den Hinweis, dass bereits jetzt die Zahl der im Pfarrdienst beruflich tätigen nur ca. 12% der beruflich Mitarbeitenden ausmacht (ohne Diakonie!).
    Im Blick auf Ihre persönliche Situation stehe ich Ihnen mit den Mitarbeitenden meiner Abteilung auch gerne zur Beratung zur Verfügung.

    Gottes Segen für das Jahr 2014

    Christoph Pistorius

  5. Wenige Tage sind es noch bis zur Synode und es ist still geworden. Ruhe vor dem Sturm? Wohl eher Resignation. Wie wurden im Herbst noch Erwartung und Hoffnung geweckt auf gleich mehreren Veranstaltungen: Der Rheinische Pfarrertag, Kirchenleitung im Gespräch und das Papier „Zeit fürs Wesentliche“ stellte dem Bodenpersonal endlich lebbare und EU-Gesetzeskonforme Arbeitsbedingungen in Aussicht. Endlich ernst genommen, endlich entlastet vom Zwang, vor Ort ungeschützt zerrieben zu werden. Mittlerweile ist die Erleichterung jedoch zerplatzt wie eine Seifenblase. Wochenstundenzahlen sind zurückgenommen, die Gremien werden erneut bis 2015 (!) um Stellungnahmen gebeten, obwohl die z.T. schon vorliegen (Pfarrvertretung) oder zurückgenommen wurden (Landeskirche). Als Termin für die Vorlage eines „Vorschlags“ (!) steht jetzt 2017 im Raum. Ich fühle mich im Stich gelassen von einer Kirchenleitung, die auch im Weihnachtsbrief wieder von dem Recht der Begrenztheit eigener Ressourcen spricht. Bei Finanzen darf und muss und kann es jetzt schnell gehen – im Hinblick auf das Personal hingegen darf selbst die Sicherstellung von Arbeitsverhältnissen, die der Salutogenese entsprechen (oder zumindest dieser nicht widersprechen), trotz deutlicher Problemanzeige noch Jahre dauern.
    Der prognostizierte und teilweise berechnete Strukturwandel wird sich in der Fläche der EKiR weder gleichzeitig noch gleichmäßig vollziehen. Manches, was in Düsseldorf, Wuppertal, Köln – wenn überhaupt – tatsächlich erst 2030 Realität wird, ist in anderen Gegenden längst Wirklichkeit. Wir brauchen vor Ort kirchenleitende Unterstützung bei der Vereinbarung lebbarer und tragbarer Strukturen. Wir brauchen die Unterstützung jetzt und nicht erst in ein paar Jahren.
    Grundsätzliche Regelungen brauchen und verdienen Zeit. Für die Jahre dazwischen sollte zumindest über eine Interimslösung inkl. Anlaufstelle nachgedacht werden. Andernfalls drohen uns bei den gegenwärtigen Arbeitsbedingungen noch weitere – freiwillige und unfreiwillige – Vakanzen und das unlängst genannte Anwerben zusätzlicher Pfarrpersonen zur Entlastung aller wäre zumindest mit einem deutlichen Fragenzeichen zu versehen.
    Ratlose Grüße am 2. Weihnachtstag.

  6. Was auch immer man inhaltlich zum neuen Sparkurs sagen möchte: Die Mühe, die sich Präses Rekowski gibt, so vieles wie möglich transparent zu machen, überzeugt mich. Ich habe den Eindruck, dass da jemand wirklich und aufrichtig um das Wohl der Kirche bemüht ist. Und dass er „Geschäftsentscheidungen“ mit seinem Glauben verbindet, so weit es eben möglich ist.
    Es ist auch das erste mal seit langem, dass ich das Gefühl habe, es ist nicht nur Schönfärberei, wenn jemand aus der Kirchenleitung mich bittet, mitzubeten, dass die unsere Kirche reformiert und gestärkt aus diesem Prozess hervorgeht…

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