Geschrieben von am 20.06.2017 in Aktuell | 1 Kommentar

Weltflüchtlingstag 2017: „… und ihr habt mich aufgenommen“

Weltflüchtlingstag 2017: „… und ihr habt mich aufgenommen“

Der Weltflüchtlingstag ist ein von den Vereinten Nationen eingerichteter Aktionstag, der seit 2001 am 20. Juni stattfindet.

„Wir erinnern uns an die Stärke, den Mut und das Durchhaltevermögen von Flüchtlingen. Dieses Jahr ist der Weltflüchtlingstag auch ein wichtiger Augenblick, um in der Öffentlichkeit die Unterstützung für Familien zu zeigen, die zur Flucht gezwungen waren“, so die UN in einer Stellungnahme.

Diesem Anliegen kann ich mich nur anschließen, denn als Christinnen und Christen wissen wir, „Gott hat alle Menschen nach seinem Bild geschaffen und ihnen so eine unantastbare Würde gegeben. Niemand muss sich diese Würde verdienen. Alle Menschen sind verschieden und doch gleich wertvoll.“

In der Schrift »… und ihr habt mich aufgenommen.« führen wir diese unsere christliche Überzeugung weiter aus:

„Herkunft, Religion, Aussehen, sexuelle Identität oder aufenthaltsrechtlicher Status ändern daran nichts. Diese Grundeinsicht des christlichen Glaubens findet in den Menschenrechten eine säkulare, rechtliche Form.

Krieg, Not und Verfolgung führen dazu, dass Menschen ihr Zuhause verlassen müssen – weltweit sind es mehr als 65 Millionen. Rund 890.000 von ihnen kamen 2015 nach Deutschland und wurden aufgenommen. Im Jahr 2016 waren es etwa 280.000. Parallel wurden viele bisher geltende Standards im deutschen und europäischen Flüchtlingsrecht verschlechtert. Weitere Verschärfungen werden diskutiert.

Die Würde von Menschen ist nicht verhandelbar. Deshalb muss auch das individuelle Recht auf Asyl gewahrt bleiben. Für Schutzsuchende muss es sichere Fluchtwege geben. Die Europäische Union braucht außerdem ein Einwanderungsrecht, das in einem angemessenen Maß legale Wege nach Europa bietet. Neben Flüchtlingen bedürfen auch subsidiär Geschützte, wie z.B. Bürgerkriegsflüchtlinge, besonderen Schutzes. Christus steht an der Seite derjenigen, deren Würde verletzt oder in Frage gestellt wird.“

Der Weltflüchtlingstag erinnert weltweit  an die Flüchtlinge und ihr schweres Schicksal. Für uns als Christinnen und Christen ist er eine besondere Verpflichtung, den Flüchtlingen zu helfen, die in unserem Land aufgenommen wurden, und uns für sie einzusetzen.


1 Kommentar

  1. Die hier zitierte Schrift „… und ihr habt mich aufgenommen“, erweckt den Eindruck, als seien die Menschen, die seit 2015 zu uns gekommen sind, ausnahmslos Flüchtlinge, das heißt, Menschen die sich aus „Krieg, Not und Verfolgung“ auf den Weg gemacht haben.

    Das entspricht nicht den Fakten. Ein nennenswerter Teil wurde nicht als Flüchtling anerkannt. Viele Verfahren sind noch offen. http://www.bamf.de/SharedDocs/Anlagen/DE/Downloads/Infothek/Statistik/Asyl/aktuelle-zahlen-zu-asyl-mai-2017.pdf?__blob=publicationFile

    Wer bei uns als Flüchtling gilt, darüber entscheiden (letztlich) die Gerichte. Die Entscheidung darüber zu treffen und konsequent umzusetzen, ist für unsere Gesellschaft in der gegenwärtigen Lage unverzichtbar. Die Kirche sollte hier nicht vernebeln – auch nicht aus vermeintlich ehrenwerten Gründen.

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