Christenmenschen teilen die Welt nicht in „Die“ und „Wir“ auf

22. Februar 2020 von Manfred Rekowski

Pfadfinderinnen (Copyright: VCP/Hanna Röwer)
Pfadfinderinnen (Copyright: VCP/Hanna Röwer)

Vielleicht begegnen Ihnen heute Jungen und Mädchen in Pfadfinder-Kluft oder -Tracht. Mit Karneval hat das nichts zu tun. Die jungen Leute tragen ihre Fahrtenhemden, Jungenschaftsjacken und Halstücher heute stolz, denn es ist Thinking Day. Den feiern Pfadfinderinnen und Pfadfinder jedes Jahr am 22. Februar anlässlich des gemeinsamen Geburtstags ihres Gründers Robert Baden-Powell und seiner Ehefrau Olave.

Jedes Jahr am Thinking Day feiern sie den Tag mit einer Postkartenaktion rund um den Globus und mit besonders ausgerichteten Gruppenstunden und Aktionen.  In diesem Jahr geht es um etwas, das mir als Christ sehr wichtig ist: Jede Person soll geschätzt und respektiert werden so, wie sie ist. Also unabhängig von ihrer Herkunft,  Nationalität, ethnischer Zugehörigkeit, Religion, Alter, Fähigkeit, Aussehen, Geschlecht,  Identität oder Erfahrung. Das haben sich die Pfadfindergruppen in aller Welt zum heutigen Festtag zum Ziel gesetzt.

Das klingt dann nicht nur für die vielen, vielen organisierten christlichen Pfadfinder nach der Art und Offenheit, mit der Jesus auf Menschen zugegangen ist. Das erinnert eben nicht nur alle Pfadfinder weltweit an die christliche Grundüberzeugung, dass alle Menschen gleichwertig geschaffen sind. Das erinnert uns alle daran, dass Christenmenschen die Welt nicht in „Die“ und „Wir“ aufteilen.

Nicht erst seit den Bluttaten von Halle und Hanau gilt: Nach meinem Geschmack könnte es noch viel mehr solcher Thinking Days, solcher Denk- und Gedenktage, geben, an denen wir uns daran erinnern, dass sich die Würde des Menschen nicht an Hautfarbe, Geschlecht, Religion, sexueller Orientierung, Intelligenzquotient oder Bildung ausrichtet, sondern daran, dass unsere Würde von Gott kommt. So zu denken und zu leben, bringt uns auf einen guten Weg. In diesem Sinne: Gut Pfad!

Von: Manfred Rekowski

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