Das gebieten Menschlichkeit und Nächstenliebe

13. Juli 2018 von Manfred Rekowski

 

Vom 16. bis 18. Juli 2018 werde ich mich auf Malta über die aktuelle Lage bei der zivilen Seenotrettung informieren. Hier werden dann aktuell Videos, Fotos und Infos zu finden sein: ekir.de/malta

 

3 Antworten auf „Das gebieten Menschlichkeit und Nächstenliebe“

  1. Sehr geehrter Herr Ehlers,
    mit Entsetzen lese ich Ihre Vorwürfe.
    Sie brandmarken allein schon den geäußerten Wunsch nach möglichen Handlungsalternativen als „unerträglichen Zynismus“. Die Unterstellung, dass diejenigen, die für das Mittelmeer und die Menschen dort nach Alternativen suchen, kaltherzig und bedenkenlos in Kauf nehmen, dass in Not geratene ertrinken, weise ich entschieden zurück! Eine solche kategorische Disqualifizierung unterbindet überdies jeden geschwisterlichen Dialog. Den aber braucht unsere Kirche dringend.

  2. Herr Pohl, es ertrinken Menschen. Nicht im Rahmen einer theoretischen ethischen Problemabhandlung, sondern ganz konkret. Sie wollen aber weiter hinauf auf einen Elfenbeinturm klettern, um eine größere Freiheit im ethischen Diskurs zu erlangen. Das ist ein unerträglicher Zynismus.

  3. Lieber Bruder Rekowski,
    aus ihren Worten spricht Herzenswärme und Anteilnahme.
    Ich bin mir trotzdem nicht sicher, ob es die richtigen Worte zur richtigen Zeit sind. Der von Ihnen geradezu beschworene Zwang zum Hinsehen hat etwas traumatisiertes. Dieser Zustand ist angesichts der Bilder zwar nachvollziehbar. Politisch handlungsleitend darf er jedoch nicht sein. Die christliche Botschaft hatte und hat den Impuls, eine übermäßige Affektfixierung (von links: „Da ertrinken Menschen in den Fluten! Helft!“, von rechts: „Hilfe, wir ertrinken in Menschenfluten!“) zu Gunsten einer christlichen Freiheit zu lösen. Diese ermöglicht es, vom unmittelbar Erlebten zurückzutreten und nüchtern die über den Moment hinaus reichenden Folgen des eigenen Tuns abzuwägen. Es wäre wünschenswert, wenn Sie auf Ihrer Reise etwas finden, das unsere Kirche aus der Sackgasse des humanitären Imperativs („Wir müssen alle retten!“) in eine größere Freiheit des Handelns und des ethischen Diskurses führt.

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