Ein starkes Zeichen

16. September 2018 von Redaktion

Foto: Vladimir Semchuk

Das christlich-jüdische Miteinander in unserem Land braucht eine feste Basis. Mit dem Beschluss „Zur Erneuerung des Verhältnisses von Christen und Juden“, den die Landessynode 1980 gefasst hat, haben wir als Evangelische Kirche im Rheinland eine solch feste Basis.

Es braucht aber eben auch Menschen guten Willens, die auf dieser Basis dieses Miteinander gestalten. Andreas Knorr, früherer Superintendent des Kirchenkreises Elberfeld, ist ein solcher Mensch – ein ausgezeichneter sogar. Im Wortsinn. Heute hat ihm die Jüdische Kultusgemeinde Wuppertal die Goldene Menora in Gestalt einer Ehrennadel verliehen. Ich freue mich mit ihm über die hohe Auszeichnung.

Andreas Knorr steht in unserer rheinischen Kirche für eine Kultur des Gedenkens ein, die aus der Erinnerung an das Geschehene heraus Verantwortung für die Zukunft übernimmt. Seine Verdienste um die jüdisch-christliche Verständigung werden in zwei berührenden Projekten sichtbar:

Das Gelände für ihren 2008 neu eröffneten Friedhof an der Krummacherstraße hat die jüdische Gemeinde Wuppertal seinerzeit als Geschenk des evangelischen Kirchenkreises in Elberfeld erhalten. Andreas Knorr, hatte als damaliger Superintendent des Kirchenkreises maßgeblich Anteil daran, dass jüdische und christliche Gemeinden in dieser Frage zusammenkamen. Ein starkes Zeichen, wie ich finde: Juden und Christen liegen in unmittelbarer Nachbarschaft begraben – und gemeinsam warten und hoffen wir, Juden und Christen, auf Gottes neue Welt.

Knorrs Impuls ist es zu verdanken, dass Fenster der Elberfelder Friedhofskirche an den früheren Vikar an eben dieser Kirche, Helmut Hesse, erinnern. Helmut Hesse, wie auch sein Vater Pfarrer Hermann Albert Hesse, waren Mitglieder der Bekennenden Kirche. Sie setzten sich für verfolgte Juden ein und wurden daraufhin von ihrer eigenen Gemeinde mit Kanzelverbot belegt. Beide kamen ins KZ Dachau. Helmut Hesse starb dort am 24. November 1943.

Andreas Knorr hat sich für uns in der Kirche verdient gemacht, weil er das Gedenken an diejenigen wachhältst, die sich in der Zeit des schlimmsten Versagens gegenüber dem Judentum der Mehrheit auch in unserer Kirche entgegengestellt haben.

Deswegen: Herzliche Gratulation, lieber Andreas! Es hat mich gefreut, dass ich Dir beim Empfang zum jüdischen Neujahrsfest in der Synagoge in Wuppertal-Barmen öffentlich und persönlich danken durfte.

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