Überwinde das Böse mit Gutem

8. Juli 2014 von Manfred Rekowski

Die Eskalation der Gewalt im Nahen Osten erschüttert sicher nicht nur mich. Darum bitte ich die Gemeinden in den Gottesdiensten am Sonntag um Fürbitte für Israel und Palästina.

Im Predigttext für kommenden Sonntag ruft uns Paulus zu: „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem“ (Römer 12,21).

In der Sorge um den Frieden im Nahen Osten möchte ich dieses Gebet von Sylvia Bukowski mit Ihnen teilen und Sie einladen, gemeinsam um Frieden zu beten:

Du Gott des Friedens:
Wir alle leben davon,
dass du unsere Bosheit
nicht mit Bösem vergiltst
und an die Stelle von Rache
dein barmherziges Recht setzt.
Du bist Anwalt der Schwachen,
weist die Starken in Grenzen
und schaffst Versöhnung.

An dich wenden wir uns,
ratlos und empört
angesichts der neuen Welle von Gewalt
im Nahen Osten.

Wir können die Trauer ganz Israels
über den Mord an drei Schülern verstehen.
Wir teilen den Zorn der Palästinenser
über den grausamen Rachemord.
Aber die Hassparolen auf beiden Seiten,
die Bereitschaft zu Gewalt
und der Ruf nach weiterer Vergeltung
wecken die Sorge um die Zukunft
der ganzen Region.

Nach unserem Ermessen
gibt es kaum noch Möglichkeiten
der Versöhnung
und wir fürchten die Folgen eines Flächenbrandes
auch für uns.

Gott, bewahre uns davor,
uns in den Konflikt hineinziehen zu lassen,
einseitig Schuld zuzuweisen
und die Verletzungen und Ängste
der anderen Seite
nicht anzuerkennen.
Wir haben keine tauglichen Rezepte.
Deshalb bitten wir dich:
Schaffe du Frieden
für Israel und Palästina
und für die angrenzenden Staaten.
Heile die Wunden,
die Hass und Gewalt geschlagen haben,
und führe die Menschen zusammen
in Respekt füreinander
und im Geist der Versöhnung.

Von: Manfred Rekowski

2 Antworten auf „Überwinde das Böse mit Gutem“

  1. Beten ist eine notwendige und sicher richtige Reaktion angesichts der hoffnungslosen und lähmenden Situation in diesem erneuten Krieg.
    Handeln und nach allen Möglichkeiten der Intervention für eine gewaltfreie Lösung des jahrzehntelangen Nahostkonflikte aber eine ebenso wichtige Option.
    Dazu ruft uns auch Bishop Dr. Munib A. Younan von
    Evangelical Lutheran Church in Jordan and the Holy Land in seinem Hilferuf auf. Auf der EKiR Seite vermisse ich diese konkrete Bitte zu Hilfe durch Interventionen und Bennenung des Unrechts. Für mich heißt das auch hier das
    Unrecht und unser Verstriktsein durch Rüstungslieferungen zu benennen und zu unseren Einfluss bei der öffentlichen Meinung und Politik wahrzunehmen.

  2. Dem Gebet kann ich mich nur anschließen. Böses mit Gutem überwinden ist sehr schwer. Eigentlich höre ich die Nachrichten, die Gebete und weiß das sich die trockene Erde in der Region mit Tränen benäßt und es überfällt einem doch nur die Ohnmacht in die Tatenlosigkeit. Da kann es zumindest ein Trost und ein Versuch sein in das Gebet einzustimmen in der Hoffnung das unser Glaube und unsere Gedanken so stark sind, dass die Betroffenen es spüren und aus der Gewaltspirale erwachen.

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