Kein Land in Sicht

23. Dezember 2018 von Manfred Rekowski

Fotografiert am Tag danach: Die Sea-Watch 3 rettete auch Kinder.

Am Samstag, 22. Dezember, hat das zivile Seenotrettungsschiff „Sea-Watch 3“, das seit November 2017 im  Mittelmeer geflüchtete Menschen vor dem Ertrinken rettet, 33 Personen aufgenommen; darunter vier Frauen, drei Teenager und drei Kinder. Keine 24 Stunden zuvor hatte die spanische „Open Arms“ bereits über 300 Schiffbrüchige aufgenommen.

Im Kontakt mit den zuständigen Seenotleitstellen in Italien und Malta wurde bisher vergeblich versucht ein Land zu finden, das bereit ist, die 33 Geflüchteten aufzunehmen. Es sieht so aus, dass die „Sea-Watch 3“ mit den 33 Flüchtlingen Weihnachten auf dem Mittelmeer verbringen wird, ohne dass es eine Perspektive für eine humanitäre Lösung gibt: kein Land in Sicht! Es zeigt sich wieder einmal, dass nach wie vor tragfähige humanitäre europäische Lösungen in der Flüchtlingspolitik fehlen – und das nicht nur zur Weihnachtszeit.

Hier sollte es 2019, im Jahr der Europawahl, endlich europäische Lösungen geben, bei denen die Länder mit EU-Außengrenzen nicht überproportional belastet werden. Was wir aber nun aktuell für die 33 auf dem Meer geretteten Menschen  auf der „Sea-Watch 3“ brauchen, ist eine kurzfristige humanitäre Lösung. Hier sind sicher auch Deutschland und andere europäische Länder gefragt.

2 Antworten auf „Kein Land in Sicht“

  1. Sehr geehrter Herr Präses, lieber Bruder Rekowski,
    wenn die Christenheit in diesen Tagen auf ein Kind schaut, dann verbindet sich damit vor allem die Hoffnung, dass unsere Schuld – auch die Schuld unserer humanitären Hilflosigkeit – von uns genommen ist.

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