Konflikte lassen sich nicht vermeiden

30. Mai 2013 von Manfred Rekowski

Jedes Gemeindeglied, das sich aktiv einbringt, weiß, Konflikte lassen sich auch in der Kirche nicht vermeiden. Sie gehören dazu. Dies ist auch jeder Mitarbeiterin und jedem Mitarbeiter bekannt. Die Frage ist, wie gehen wir in der Kirche mit Streit und Konflikten um. Besonders heikel wird es, wenn Konflikte sich personenzentriert entwickeln.

In meiner Zeit als Superintendent habe ich mich nach Kräften um Konfliktlösungen bemüht. Dabei habe ich immer darauf geachtet, mich nicht vor den Karren einer bestimmten Seite spannen zu lassen. Manchmal gelang es mir nur, eine weitere Eskalation des Konfliktes zu vermeiden. Manchmal schafften wir es, mit externer Moderation eine Lösung zu finden. Aber leider gab es verschiedentlich auch Situationen, in denen eine konstruktive Zusammenarbeit der Konfliktparteien nicht mehr möglich war. Wie lässt sich dann ein Ausweg finden, bei der möglichst niemand beschädigt wird? Dann waren diplomatisches Geschick und kreative Lösungen gefragt. In einigen ganz seltenen Fällen (ich erinnere mich an zwei bis drei in den 17 Jahren) kam es zu rechtlichen Auseinandersetzungen. Bei angestellten Mitarbeitenden war dann das Arbeitsgericht zuständig.

In meiner zweijährigen Amtszeit als Personaldezernent der rheinischen Kirche war ich auch für Personalangelegenheiten der Pfarrerinnen und Pfarrer zuständig. Konflikte habe ich in der beschriebenen Weise zu lösen versucht. Ich bin froh, dass es in dieser Zeit zu keiner streitigen Abberufung gekommen ist, sondern einvernehmliche Lösungen gefunden wurden, auch dann, wenn ein Verbleib in der Pfarrstelle nicht möglich war.

SPIEGEL ONLINE greift heute das Thema Mobbing in der Kirche auf und nimmt dabei auch auf einen „Fall“ aus dem Rheinland Bezug. Natürlich kann ich nichts zu einem Verfahren sagen, das noch nicht abgeschlossen ist. Aber gerade weil eine rechtliche Überprüfung durch rechtsstaatlich arbeitende Kirchengerichte noch aussteht, sollte man mit dem Vorwurf „Rechtlos in der Kirche“ sehr vorsichtig umgehen. Ob – wie im Artikel behauptet – Fehler seitens der Entscheidungsträger unserer Kirche gemacht wurden, wird sich zeigen.

Aber ganz sicher sind alle mit Personalangelegenheiten befassten Mitarbeitenden unserer Kirche im Blick auf mögliches „Mobbing“ außerordentlich sensibilisiert.

Von: Manfred Rekowski

6 Antworten auf „Konflikte lassen sich nicht vermeiden“

  1. Sehr geehrter Herr Reimann,
    kann ich davon ausgehen, dass die Diskussion weiter fortgesetzt wird oder bleibt es bei der brieflichen Auskunft des LKA’s: „Wir werden uns in Zukunft dazu nicht mehr äußern.“
    In welcher Gemeinde kann der Gospelchor „voice’n’spirit“ weiter in den Gottesdiensten singen, nachdem er im Kirchenkreis Niederberg nicht erwünscht ist.
    Wann nehmen Sie als LKA die übernommenen Falschaussagen zurück?

  2. Sehr geehrte Frau Spruck,
    wir halten dieses Blog nicht für den richtigen Ort, die Diskussion weiterzuführen, und haben deshalb auf die briefliche Kommunikation mit dem Landeskirchenamt verwiesen.

    Ralf Peter Reimann, Internetbeauftragter

  3. Wieso verschwinden immer wieder meine Kommentare?
    Es ist doch wahr. Die Fragen, die ich an Sie habe betreffen „Mobbing“ hier und jetzt in der Kirche!
    Und das seit Jahren.

  4. Sehr geehrte Frau Spruck,

    Sie sprechen in Ihrer Mail Sachverhalte an, zu denen es schon einen Briefverkehr zwischen Landeskirchenamt und Ihnen gegeben hat. Wir halten es daher nicht für sinnvoll, diese Inhalte öffentlich im Blog weiter zu erörtern.

    Ralf Peter Reimann, Internetbeauftragter

  5. Sehr geehrter Herr Rekowski,

    bezüglich des Themas „Mobbing“ in der Kirche habe ich viele und zwar größtenteils sehr konkrete Fragen an Sie als oberster Vertreter der EKiR.

    […]

    Wir können sie gerne im Blog kommunizieren!

    […]

    ======
    Liebe Frau Spruck,

    Ihren Beitrag – der zunächst automatisch freigeschaltet wurde, da Sie bereits mehrfach hier kommentiert haben – habe ich zunächst nur in dieser sehr verkürzten Version freigegeben, damit wir den Beitrag auch rechtlich prüfen können.

    Ein Blog dient der öffentlichen Kommunikation, bestimmte Themen lassen sich daher in dieser Form nicht angemessen behandeln.

    Jetzt ist Wochenende, geben Sie uns daher bitte etwas Zeit, damit wir angemessen reagieren können.

    Ralf Peter Reimann, Internetbeauftragter

  6. Sehr geehrter Herr Rekowski,
    Ihre Schilderung von Umgang mit Konflikten ist verständlich, vielen Dank für diesen Beitrag.
    Eine „Fehlerkultur“ und eine offenere und wertschätzende Kommunikation oder überhaupt eine Kommunikation zwischen den Ebenen Landeskirche, Kirchenkreis, Kirchengemeinde und den Menschen, die dieses System mittragen, würde mit Sicherheit Fehlentwicklungen und möglichen Verletzungen im Vorfeld oder zumindest einigermaßen rechtzeitig vermeiden. Dieser Blog ist ein Beispiel in die richtige Richtung, hoffentlich erwächst eine Kultur des Umgangs miteinander daraus.

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