Unsere Freiheit ruft uns in Verantwortung

27. Oktober 2018 von Manfred Rekowski

Im vergangenen Jahr groß gefeiert, weiterhin aktuell: die Thesen von Reformator Martin Luther, hier verkörpert von Hagen Range bei der Reformationsgala in Bonn,
Im vergangenen Jahr groß gefeiert, weiterhin aktuell: die Thesen von Reformator Martin Luther, hier verkörpert von Hagen Range bei der Reformationsgala in Bonn.

 

Die Nordlichter in Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein haben es gut. Sie haben kommenden Mittwoch frei: War der  31. Oktober vergangenes Jahr anlässlich „500 Jahre Reformation“ ausnahmsweise bundesweit frei, haben die vier Landesregierungen nach Debatten über Sinn oder Unsinn eines zusätzlichen Feiertags den Reformationstag nun dauerhaft zum arbeitsfreien Feiertag erklärt – so wie er es in fünf ostdeutschen Bundesländern  schon lange ist. Wer in eher katholisch geprägten Ländern der Republik wohnt, guckt in die Röhre. Da ist der Mittwoch kein Freitag.

Arbeitsfrei oder nicht, der Reformationstag ist für mich immer Freitag – ein Frei-Tag. Vor 501 Jahren hat der Reformator Martin Luther freigelegt, was im Glauben, Reden und (Ablass-)Handeln der Kirche seiner Zeit verschüttet war: Der Mensch kann sich die Liebe, Zuwendung und Gnade Gottes nicht durch Geld oder Werke erkaufen. Das muss er auch gar nicht, weil Gott sich dem Menschen zuwendet: in Jesus Christus. Befreite Leute sind wir, sagen Christenmenschen deshalb. Und das ist auch im Jahr 501 der Reformation aktuell: Mensch, Du lebst nicht von deinen Leistungen, und du stirbst nicht an deinem Versagen!

Diese von Gott geschenkte Freiheit bindet aber zugleich an Gottes Wort und Gebot. Reformator Luther sagt das so: „Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemand untertan. Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan.“ Das ist Freiheit in Verantwortung. Das ist Freiheit, die nicht zuerst das eigene Vorankommen sucht, sondern die auf die Aufrichtung der Freiheit und Verantwortlichkeit gegenüber den Mitmenschen aus ist. Für mich ist die Zahl der freien Feiertage deshalb nicht entscheidend. Wichtiger ist mir, dass wir mehr von dieser Freiheit brauchen: im gesellschaftlichen Zusammenleben und im politischen Handeln. Unsere Freiheit ruft uns in Verantwortung.

2 Antworten auf „Unsere Freiheit ruft uns in Verantwortung“

  1. Jugend im Jungvolk. Vom Deutschland über alles nach Europa. Toletanz gelernt. Aus der Vergangenheit der Mut zur Verantwortung.Gott? Die Hoffnung auf ihn. Sicherheit seiner Exxistenz? Es ist sehr schwierig. Jesus ist auf jeden Fall ein Vorbild.

  2. Hallo, Manfred, Danke für Deine Zeilen und die Gedanken über die Freiheit. Leider missverstehen heute im 21. Jahrhundert immer noch viele Politiker und Menschen in aller Welt diesen Begriff der Freiheit und denken nur an sich und an Ihre eigene Freiheit ohne Rücksicht auf die Freiheit des Nächsten. Hier gehört für mich auch das elfte Gebot hin: Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst. Wenn dies beherzigt würde, käme es nicht zu solch einer Missachtung eines Andersdenkenden. Jeder hat das Recht seine Meinung frei zu äußern, aber nicht das Recht, seine Meinung einem anderen aufzuzwingen. Deshalb ist auch das Wort von Luther so wichtig, beide Seiten zu beleuchten.
    Alles gute und weiter so von
    Klaus – Dieter

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.