Ewigkeitssonntag: Alle haben einen Namen bei Gott

24. November 2018 von Manfred Rekowski

Kreuz
Kreuz

Morgen ist für viele Menschen ein mühsamer Tag: Totensonntag steht im Kalender. Wer im zurückliegenden Jahr einen vertrauten, geliebten Menschen verloren hat, den erinnert dieser Tag besonders an die Lücke in der Familie, im Freundes- und Bekanntenkreis. In den evangelischen Gemeinden bekommen diese schmerzhaften Lücken morgen einen Namen – im Wortsinn: In den Gottesdiensten werden die Verstorbenen der zurückliegenden zwölf Monate genannt. Sie haben einen Namen unter den Menschen und einen Namen bei Gott, für immer.

Viele, die jetzt trauern, gehen bewusst morgen in den Gottesdienst ihrer Gemeinde. So haben sie Gelegenheit, ihrem Verlust nachzuspüren. Sie lassen sich an den Verstorbenen oder die Verstorbene erinnern. Aber sie lassen sich, getragen vom Kreis der anderen Gottesdienstbesucherinnen und -besucher, auch daran erinnern, dass Christenmenschen eine Hoffnung haben: Sie lassen sich in Musik und Predigt, in Gebet und Stille an den Kern des christlichen Glaubens erinnern: Durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten hat das Leben das letzte Wort! Leben jenseits des Horizonts unseres Denkens und Verstehens. Dasein in der Gegenwart Gottes. Ewigkeit nennen wir das. Und deswegen heißt der morgige Sonntag nicht nur Totensonntag, sondern auch Ewigkeitssonntag.

Diese Botschaft vom Leben gemeinsam mit anderen im Gottesdienst zu hören, tut vielen Menschen an einem solchen Tag gut. Das weiß ich aus meinen vielen Jahren als Gemeindepfarrer. Aber manchmal ist der Wohnort des Verstorbenen, an dem sein Name morgen genannt wird, zu weit weg. Oder die Gedanken gehen zu Menschen zurück, die schon vor langer Zeit gestorben sind. Auch das hat (s)einen Platz bei uns: Morgen gibt es ab 18 Uhr auf www.trauernetz.de eine Chatandacht. Auch das ist ein guter Ort für die Erinnerung – an die Verstorbenen und an die Verheißung des ewigen Lebens.

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