Vereint gegen neues atomares Wettrüsten

23. Februar 2019 von Manfred Rekowski

Archivfoto: Friedensandacht mit Präses Manfred Rekowski vor dem Bundeswehr-Fliegerhorst Büchel.
Archivfoto: Friedensandacht mit Präses Manfred Rekowski vor dem Bundeswehr-Fliegerhorst Büchel.

Die Geschichte lehrt uns: Frieden ist nicht selbstverständlich. Wir Menschen müssen etwas für ihn tun. Dafür haben wir unsere Vernunft. Derzeit habe allerdings nicht nur ich meine Zweifel, ob manch handelnde Person in der Politik, der Weltpolitik zumal, auch ihre Verantwortung für den Weltfrieden sieht. Mich beunruhigt es, dass der US-amerikanische Präsident Donald Trump den INF-Vertrag gekündigt hat und in Folge Russland nachgezogen ist. Viele befürchten nun eine neue Stufe der Eskalation und des atomaren Wettrüstens.

Ich kann mich noch gut erinnern, wie erleichtert wir waren, als mit dem Abrüstungsvertrag von 1987 eine Spirale des Aufrüstens zu Ende ging. Die Angst vor atomarer Vernichtung war in den 1980er-Jahren im Hintergrund immer anwesend, bestimmte auch unsere Gebete und unser Denken. Wir dankten damals Gott, dass auf dem Verhandlungsweg, durch Gespräche also, eine Entwicklung umgedreht wurde, die uns als eine Fahrt Richtung Abgrund vorkam.

„Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden“, heißt es im Psalm 90, dem Gebetbuch der Juden und Christen. Das sollte unserer Vernunft den Weg weisen, unabhängig von religiösen und weltanschaulichen Überzeugungen. Denn von einem erneuten atomaren Wettrüsten sind wir alle bedroht. Eins ist gewiss: Niemand wird gewinnen, verlieren wird die gesamte Menschheit.

Deshalb müssen wir uns dafür stark machen, dass die INF-Vertragspartner ihre Machtspiele beenden und an dem seit 30 Jahren bestehenden Vertrag festhalten. Die weltweite Gemeinschaft der Christinnen und Christen wird sich hoffentlich grenzüberschreitend mit dem Ruf zum Frieden Gehör verschaffen. Andere gesellschaftliche Gruppen haben ihre eigenen Wege und Kontakte. Denn Frieden stellt sich nicht von selbst ein. „Suche den Frieden und jage ihm nach“, lautet die biblische Losung für 2019. Das haben wir gleich zu Beginn des Jahres wörtlich zu nehmen.

4 Antworten auf „Vereint gegen neues atomares Wettrüsten“

  1. Die deutsche Regierung soll sich nicht so schnell auf das Verlamgen nach neuer Auferüstung durch Herrn Trump einlassen .Es stpünde ihr gut, zu differenzieren mit der Absicht ,gerade als deutsche eine Vermittlung zu versuchen.
    Die deutsche Einheit ist nicht ohne (!!) Russland mögflich geworden .

  2. Hoffentlich lässt sich die Regeirung nicht so schnell auf eine neue Aufrpstungswelle ein-wie von Trump erwünscht, sondern versucht,zu differenzieren -im Blick auf beide (!) Großmächte..Deutschland könnte vermittelnd diplomatisch wirken.

  3. Die EKiR hat ein besonderes Alleinstellungsmerkmal: die einizigen US-Atombomben in Deutschland liegen auf ihrem Gebiet. Da sollte sich die EKiR am diesjährigen kirchlichen Aktionstag (7. Juli 2019) vor dem Haupttor des Fliegerhorstes in Büchel erkennbar beteiligen. Wir freuen uns auf besonders viele Teilnehmende aus dem Rheinland. Lädt die Kirchenleitung zu diesem Ereignis ein?

  4. Und wenn alle Regierungen der Welt wie Kinder im Kindergarten wären, wir würden keine Erzieherin finden.
    Vernunft kann uns helfen.
    Die Frohe Botschaft aber ermahnt mich zur Liebe!

    So lasse ich also meine Angst zu Wort kommen, nehme sie ernst, aber folge ihr nicht nach, sondern der Liebe.

    Deutschland hat gute Kanzlerschaften, die der eigenen Bewaffnung bisher widerstanden, den Mut zur Neutralität wie die Schweiz, den Jagdwillen zum Frieden wie in der Jahreslosung, die Weisheit bei der Wahl der Bündnispartner und stets gewandte Außenminister. Dank sei Gott!

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