Terror wird nicht das letzte Wort haben

15. Juli 2016 von Christoph Pistorius

Die Nachrichten aus Nizza sind erschütternd und erfüllen mich mit Trauer. Ein weiteres Mal ist Frankreich Ziel eines Anschlages geworden. Auch wenn wir in diesen ersten Stunden noch nichts wissen über den Täter, alles spricht für einen Terroranschlag. Jeglicher Terror ist abscheulich und ein Anschlag auf Gottes gute Schöpfung. Unschuldige Menschen mussten in Nizza sterben. Wir gedenken der Opfer und ihrer Angehörigen und beten für sie.

Viele Menschen empfinden Ohnmacht angesichts der Nachrichten aus Nizza – wie auch schon bei den Anschlagen zuvor, in Paris, in Brüssel, in Istanbul. Die Informationen über das Ausmaß des Schreckens, über die zahllosen toten Kinder, die Bilder aus der Küstenstadt am Abend des französischen Nationalfeiertags – sie lassen uns verstummen.

Doch Kern christlichen Glaubens ist: Gott befindet sich gerade dort, wo Menschen leiden und sterben. Wo Angehörige verzweifelt um geliebte Angehörige trauern. Wo Terrorakte Chaos und Verderben hinterlassen.

Nein, Gott lässt das Leid nicht zu. Denn er hat Tod und Verletzung, Leid und Trauer ja nicht verursacht, es ist vielmehr menschengemacht. Gott leidet vielmehr mit den Menschen.

Er hält das Schweigen und die Verzweiflung der Menschen aus. Er teilt ihre Ohnmacht. Wir Christinnen und Christen verbinden diese Erfahrung des Teilens und des Mitleidens mit dem Tod Jesu Christi am Kreuz. Ich glaube: Die vielen Kreuze in der Welt haben nicht das letzte Wort. Christinnen und Christen sind Zeugen dafür, dass die gute Nachricht vom Sieg des Lebens stärker ist als alle Gewalt und aller Terror.

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